TA-Umfrage: Diese Zürcher Stadträte müssten gehen

7 statt 9 Stadträte – Mehr als 9000 Leser haben abgestimmt. Das Ergebnis überrascht.

Bald Vergangenheit? Eine Volksinitiative verlangt 7 statt 9 Zürcher Stadträte.

Bald Vergangenheit? Eine Volksinitiative verlangt 7 statt 9 Zürcher Stadträte. Bild: Keystone

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Die Volksinitiative «Mehr Geld für Zürich: 7 statt 9 Stadträte» dürfte zustande kommen. Wird sie von den Wählenden angenommen, müssten zwei Amtierende ihren Platz räumen. Wir wollten von unseren Leserinnen und Lesern wissen, wen sie abwählen würden – 9063 Personen haben an der Onlineabstimmung von Tagesanzeiger.ch/Newsnet teilgenommen. Das ist dabei herausgekommen: Stadtpräsidentin Corine Mauch und Polizeivorsteher Richard Wolff müssten sich demnach aus der Zürcher Stadtregierung verabschieden. Die beiden wurden am häufigsten abgewählt, wodurch sie gleichzeitig am wenigsten Stimmen erhielten. Die Abstimmung funktionierte so: Die zwei Stadträte, die von einem Teilnehmenden zur Abwahl angeklickt wurden, gingen leer aus, während die übrigen sieben automatisch eine Stimme kriegten. Mauch und Wolff holten auf diese Weise als Einzige weniger als 6000 Voten.

Wenn man berücksichtigt, welche Paare am häufigsten zusammen abgewählt wurden, schneidet die Stadtpräsidentin ebenfalls schlecht ab. Die Kombination aus Corine Mauch und Claudia Nielsen wurde insgesamt 1293 Mal angeklickt. Gut 14 Prozent der Teilnehmer der Abstimmung sprachen sich also dafür aus, dass die einzigen beiden Frauen im Stadtrat ihren Platz räumen sollen.

Gemeinsam mit Wolff belegt Mauch auch den zweiten Platz der Rangliste mit den Paaren, die am häufigsten abgewählt wurden.

Ist Corine Mauch wirklich die unbeliebteste Stadträtin? Jürg Rohrer vom Zürich-Ressort des «Tages-Anzeigers» kann sich das nicht vorstellen. Er befasst sich seit Jahren mit der politischen Entwicklung der Stadt. Mauch habe bei den letzten Wahlen das zweitbeste Resultat hinter Andres Türler erreicht. «Seither ist nichts Spektakuläres passiert, sie trat in keine Fettnäpfchen und war in keinen Skandal verwickelt», so Rohrer. Haben also vor allem bürgerlich Denkende an der Onlineumfrage teilgenommen, welche die Sozialdemokratin nicht mögen? Unwahrscheinlich. Denn die drei Spitzenplätze der Abstimmung werden von Linken und Grünen belegt: Odermatt, Leupi und Golta.

Alle drei haben laut Rohrer seit den Wahlen unspektakulär gearbeitet. Möglich ist, dass hier der Grund für das miserable Abschneiden Mauchs liegt: Als Stadträtin steht sie weit mehr im Fokus der Öffentlichkeit als ihre genannten Kollegen und wird zuweilen für Entscheidungen verantwortlich gemacht, welche die Zürcher Regierung als Ganzes beschlossen hat. Führt ein Politiker sein Amt hingegen unauffällig aus, kann die Bevölkerung seine Leistung weniger gut beurteilen – und sie hat auch weniger Gründe, sich über dessen Arbeit aufzuregen.

«Wolff wird es bei den kommenden Wahlen nicht einfach haben»Jürg Rohrer

Richard Wolff ist wie Mauch oft in den Schlagzeilen – als Vorsteher des Polizeidepartements meistens in einem negativen Zusammenhang. Aus Sicht von Rohrer hat seine Abwahl in der Onlineumfrage deshalb eine gewisse Plausibilität. Der alternative Polizeichef sehe sich derzeit Kritik aus der eigenen Wählerschaft ausgesetzt, seine Polizei gehe zu hart gegen Besetzer, Demonstranten und Fussballfans vor. «Wär bringt eus i d Chischte, die Alternativ Lischte», werde skandiert. «Wolff wird es in den kommenden Wahlen 2018 gewiss nicht einfach haben», glaubt Rohrer deshalb. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 11.03.2016, 16:05 Uhr)

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