Taxifahrer: «Ich transportiere keine Krüppel»
Von Janine Hosp . Aktualisiert am 10.09.2010 45 Kommentare
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Die Praxisassistentin hat für die 90-jährige Patientin wie immer nach ihrem Arztbesuch ein Taxi gerufen; die ältere Dame ist, wie es ihr Arzt ausdrückt, «geistig und biologisch absolut auf der Höhe», das Gehen bereitet ihr jedoch Mühe, und sie läuft deshalb an einem Stock. An diesem Morgen aber steht die Patientin schon nach wenigen Minuten wieder in der Praxis; sie ist völlig aufgelöst, den Tränen nahe.
Der Taxifahrer hatte sich geweigert, sie mitzunehmen. «Ich transportiere keine Krüppel», herrschte er sie an. Sie solle sich an die Spitex wenden, wenn sie befördert werden wolle. Dann fuhr er ohne ein weiteres Wort davon.
Funkstille beim Taxihalter
«Das ist schlicht katastrophal», entrüstet sich Jürg Fritschy, der Arzt der Patientin, noch heute. So etwas gehe einfach nicht. Seit Jahren bestelle man in der Praxis bei Bedarf Taxis, aber so etwas sei noch keinem seiner Patientinnen oder Patienten widerfahren. Die Praxisassistentin organisierte der Patientin darauf ein anderes Taxi, das sie nach Hause brachte.
Jürg Fritschy wollte den Vorfall aber nicht auf sich beruhen lassen und rief die Taxizentrale, die Alpha Taxi mit Sitz in Zürich, nochmals an. Dort sagte man ihm, es sei kein Problem, den Fahrer ausfindig zu machen. Man stelle ihn zur Rede.
Danach hörte der Arzt einen Monat lang gar nichts. Erst als er mit einem Brief – mit Kopie an Polizeivorsteher Daniel Leupi (Grüne) und an den «Tages-Anzeiger» – nachdoppelte, meldete sich Alpha Taxi telefonisch bei ihm und liess ihm ausrichten, der betreffende Fahrer sei entlassen worden. Zu spät, fand der Arzt. Er wollte, dass der Taxihalter seine Haltung schriftlich darlegt, hörte aber bis heute nichts mehr von ihm.
Polizei prüft Vorfall
Von Polizeivorsteher Daniel Leupi (Grüne) hingegen bekam er bereits einen Tag später einen Brief. Leupi unterstützt die Position des Arztes und lobte ihn für seinen Einsatz. Wie sein Sprecher Reto Casanova sagt, wird das Polizeidepartement dem Vorfall nun genau nachgehen. Der Taxifahrer müsse mit Konsequenzen rechnen.
Für den «Tages-Anzeiger» war auch nach mehrmaliger Nachfrage niemand von Alpha Taxi für eine Stellungnahme erreichbar. Der Arzt hat die Patientin nach dem Vorfall nicht mehr gesehen; sie war wenig später wegen ihrer Gehbehinderung hospitalisiert worden. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 09.09.2010, 15:38 Uhr
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45 Kommentare
@Herr Aegeri, ich arbeite auch als Taxifahrer. Ich finde dieses Verhalten auch sehr Krass und unanständig und darf wirklich nicht so passieren. Aber reden sie lieber von diesem Fahrer und nicht in der Mehrzahl, den es gibt die, die tagtäglich ihren Job gut machen und es nicht verdienen in einen allgemeinen Topf geworfen zu werden. Die stehen halt nicht im TA und leiden unter der schlechten Presse. Antworten
Das Taxigewerbe wurde und wird systematisch von der linke Politik kaputtgemacht,aus Angst, die Taxis könnten den heiligen öffentlichen Verkehr konkurrenzieren.Bin mehr als 20 Jahren Taxi gefahren,weiss wovon ich rede.Die linke Politik: Taxis werden nicht als ÖV anerkannt, Arbeitslosen,Sozialbezügern, Asylanten wird ermöglicht Taxifahrer zu werden,schikanöse Polizeikontrollen etc.etc. Antworten


































