Baulinie Neufrankengasse: 19 Häuser stehen auf dem Spiel
Von Felix Schindler. Aktualisiert am 05.11.2008
Alte Baulinie vs. neue Baulinie
Die Baulinien definieren die maximale Ausdehnung der angedachten Verkehrsachse. Das heisst aber auch, dass alle Häuser, die innerhalb der Baulinie stehen, abgerissen werden können.
Bereits jetzt sind Baulinien in der Neufrankengasse festgesetzt. Sie stammen aus dem Jahr 1925 und wurden damals ohne Rücksicht auf die bestehenden Bauten mitten durch das Quartier gezogen. Diese Baulinien würden eine 18 Meter breite Verbindung zwischen Lang- und Hohlstrasse ermöglichen, die nach Ansicht der Stadt keine vielfältige Nutzung ermöglichen würde.
Auch diese Baulinie würde sieben Häuser dem Abbruch weihen. Die Mars-Bar und ein Wohnhaus an der Brauerstrasse sind mit beiden Varianten von einem Abbruch bedroht.
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Der Regionale Richtplan der Stadt Zürich sieht vor, dass zwischen Lang- und Hohlstrasse im Zürcher Kreis 4 eine Verkehrsachse für Tram- und Autoverkehr entstehen soll. Längerfristig will die Stadt die sogenannte «Renaissance Tramiline 1» bauen, die vom Hauptbahnhof entlang der Gleise bis zum Bahnhof Altstetten führen würde.
Dieses Vorhaben ist kein konkretes Projekt für eine neue Tramlinie, sondern eine planerische Vorgabe, nach der sich die künftige Entwicklung im Quartier richten soll. So verfügt die Stadt über den nötigen Raum, wenn sie das Projekt «Renaissance Tramiline 1» dereinst realisieren will.
Bars und Restaurant stehen vor dem Abbruch
Im Fall der Baulinienvorlage Neufrankengasse, über die am 30. November abgestimmt wird, sind 19 Häuser von der Linienführung tangiert. Darunter sind auch mehrere Restaurants und Bars wie etwa der Tessinerkeller und die Mars-Bar. Häuser innerhalb der Baulinien dürfen zwar weiterhin bewohnt und saniert, jedoch nicht erweitert werden. Dafür erhielte das Quartier eine 30 Meter breite Verkehrsachse, auf der sich Tram-, Auto-, Fuss-, und Veloverkehr zwischen Lang- und Hohlstrasse bewegen könnte. Vorgesehen sind auch baumreiche Freiflächen und die Aufwertung des angrenzenden Schöneggplatzes.
Die Stadt rechnet mit Entschädigungsforderungen von 12 Millionen Franken und Kosten für Land- und Gebäudebeanspruchung von 30 Millionen Franken. Der Gemeinderat stellte sich im März 2008 mit 86 zu 31 Stimmen hinter die geplante Baulinie. Quartierbewohner und die AL haben das Referendum ergriffen. Am 30. November 2008 muss nun das Volk über die Vorlage entscheiden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 05.11.2008, 17:09 Uhr


































