U2 im Letzigrund: Materialschlacht der Superlative
Von Christoph Landolt. Aktualisiert am 09.09.2010 11 Kommentare
Wenn der Tourtross von U2 in einer Stadt haltmacht, dann tut er dies für acht Tage. So lange dauert es, bis die gigantische Bühne auf- und wieder abgebaut ist. 50 Meter hoch, 60 Meter breit, 400 Tonnen schwer ist der Riesenkrake, der sich über dem Letzigrund erhebt. 2500 Manntage dauert die Montage, 125 Sattelschlepper schaffen die Bühne von einem Tourort zum anderen. Und weil die Rockband um Sänger und Chefweltverbesserer Bono nicht nur alle paar Wochen auftritt, existiert die 30 Millionen teure Bühne gleich in dreifacher Ausführung.
Die Lastwagen seien aus Moskau gekommen, erklärt Peter Landolt, Manager des Stadions Letzigrund. U2 gastierten bereits vor fünf Jahren in Zürich, damals traten sie noch im alten Letzigrund auf. Für das neue Stadion ist es das erste Konzert. Landolt sieht dem Gig mit Spannung entgegen: «Die Eröffnung, die Euro 08, das Champions-League-Spiel gegen Real Madrid – nun folgt ein weiteres Highlight.»
Um Erfahrungen mit der Logistik zu sammeln, wurden bei dieser Premiere anstatt der gesetzlich erlaubten 50'000 nur 45'000 Tickets verkauft. Die Fans werden sich nicht wie üblich nur frontal vor der Bühne, sondern rundherum aufhalten. Dem Tourmotto «360°» entsprechend werden die visuellen Effekte auch nicht nur auf eine simple Videoleinwand projiziert. Prunkstück ist ein 400 Quadratmeter grosser Leinwandzylinder, der unter den Bühnenaufbau gehängt wird. Während des Konzerts lässt sich der LED-Zylinder bis auf 1300 Quadratmeter aufblasen.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 09.09.2010, 12:53 Uhr
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11 Kommentare
Dreimal eine 30 Millionen teure Bühne, pro Bühne ein Aufbau mit 125 Sattelschlepper! Mein Gott, was für ein unverhältnismäßiger Gigantismus! Es sind doch nur 4 Iren mit Musikinstrumenten und nicht die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking! U2 haben den Bezug zur Realität und zur Kunst verloren. Was für Egomane! Antworten
Interessant das die öffentliche Sitzherausnahme, angeordnet durch das Sportamt, dem Herren Lauber keinen Erklärungsnotstand gibt im Bezug auf die Stehplatzproblematik der Südkurve. Somit bestätigt Herr Lauber, wer Zahlt befiehlt. Meine Stimme hat er definitiv nicht mehr. Antworten
125 LKW's für ein bisschen Musik, die zugegebenermassen top ist. Die Frage ist einfach wie er selbsternannte Weltverbesserer Bono das mit seinem Gewissen vereinbaren kann. @Willi Bhend, Die Sitzen wurden entfernt damit man vernünftig rein und raus kann. Das ist wohl nicht dasselbe. Ich denke Duisburg hat da ein wenig nachgeholfen. Antworten
Interessant, dass die Sitze für einen solch grossen Anlass entfernt werden können, ohne dass die Stadt Sicherheitsbedenken äussert. Ich bin gespannt auf die nächsten Argumente der Stadt gegen eine Stehrampe in der Südkurve und gegenüber. Allen, die ein Ticket ergattern konnten wünsche ich viel Spass! ich war leider zu langsam. Antworten




pat plüss
wenn den rock- und popmusikern nichts mehr einfällt, wirds einfach mal lauter und die bühne ins bombastische aufgeblasen. ich hör das konzert noch in sechs kilometer entfernung! etwas mehr bescheidenheit und mehr qualitätsbewustssein würde nicht schlecht anstehen. das aber will die breite masse wohl nicht. sie lässt sich den stutz aus der tasche ziehen und die birne zudröhnen. toll. Antworten