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Ultrakonservativer Weihbischof für Zürich

Von Michael Meier. Aktualisiert am 04.12.2009 17 Kommentare

Nicht Wunschkandidat Josef Annen, sondern Benediktinerabt Marian Eleganti wird Oberhirte. Ein treuer Diener von Bischof Huonder und Papst Benedikt XVI.

Sprecher seines Herrn: Der neue Zürcher Weihbischof Marian Eleganti.

Sprecher seines Herrn: Der neue Zürcher Weihbischof Marian Eleganti. (Bild: PD)

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Heute Mittag wird der Vatikan den Namen des neuen Weihbischofs bekannt geben. Doch nicht der, den man allgemein erwartet hatte, ist der neue Zürcher Oberhirte. Alles hatte darauf hingedeutet, dass Josef Annen, seit zwei Jahren im Amt des Bischofsvikars und seit kurzem Generalvikar ad interim, die Nachfolge von Weihbischof Paul Vollmar antreten würde. Weit gefehlt. Nicht der offene Josef Annen, seit langem der Wunschkandidat der Zürcher Katholiken, machte das Rennen, sondern der streng Rom-treue Abt Marian Eleganti, seit 1999 Vorsteher der Benediktinerabtei St. Otmarsberg in Uznach SG.

Gegen Kondome

Trotz seines relativ hohen Amtes ist der 54-jährige Abt in Zürich praktisch unbekannt. Auf einer nationalen Bühne zeigte er sich letztmals im Februar dieses Jahres, als er von SF 1 zum «Club» über die Versöhnung von Papst Benedikt mit den antisemitischen Piusbischöfen, darunter Holocaustleugner Richard Williamson, eingeladen wurde. Zum Befremden der Zuschauer äusserte Eleganti seine Freude über die Aufhebung der Exkommunikation der Traditionalistenbischöfe. Überhaupt argumentierte Eleganti wie immer treu zu Papst und Lehramt.

Als Sprecher seines Herrn tut sich Eleganti vor allem in Sachen Sexual- und Familienmoral sowie in der Bioethik hervor. Er verteidigt gerne die restriktiven Positionen des Vatikans gegen Kondome, Homosexualität, Abtreibung und Suizidbeihilfe. Angesprochen auf die Sterbehilfe, meinte er neulich sogar: «Der Unterschied zwischen direkter Tötung auf Verlangen und Beihilfe zur Selbsttötung ist ethisch unerheblich, denn das Ergebnis und die fatalen Folgen der Suizidhilfe setzt ein falsches Signal und eröffnet neue Möglichkeiten des Missbrauchs.»

Seine reaktionären Meinungen tut Eleganti gerne in den rechtskatholischen Medien kund, die sein neuer Chef, der Churer Bischof Vitus Huonder, in die Schweiz geholt hat: auf gloria.tv, Radio Gloria oder Radio Horeb.

Wer ihn kennt, ist frappiert

Die meisten Zürcher Katholiken dürften ihren neuen Hirten nicht kennen. Und wer ihn kennt, ist frappiert, dass Rom und Huonder sich für ihn als Bischof entschieden haben: Im März letzten Jahres meldete der TA, Huonder wolle die erzkonservativen Priester Lorenz Gadient und Martin Grichting als Weihbischöfe einsetzen. Es gab Proteste, vor allem von Zürcher Seite. Der damalige Bundespräsident Pascal Couchepin persönlich gelang via den päpstlichen Gesandten in Bern, Francesco Canalini, an den Vatikan. Als Liberaler, der das schweizerisch-staatskirchenrechtliche Modell entschieden bejaht, war Couchepin besorgt, dass vor allem Grichting mit seiner verbissenen Kritik an diesem System den religiösen Frieden im Bistum gefährden könnte. Grichting dürfte kaum mehr infrage kommen. Nun aber hat Rom einen Bischof von ähnlichem geistlichem Profil gewählt.

Wohl heute noch wird Bischof Huonder erklären, ob Eleganti auch sein Generalvikar, sein Stellvertreter sein soll, wie das Vollmar war. Offen ist auch, ob Rom noch einen weiteren Namen eines zweiten Weihbischofs mit Sitz in Chur bekannt gibt. Schliesslich hat Huonder beim Heiligen Stuhl zwei Weihbischöfe erbeten. Bisher hiess es, dies könnte der Opus-Dei-Priester und Gerichtsvikar Joseph Bonnemain sein.

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Erstellt: 04.12.2009, 04:00 Uhr

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17 Kommentare

Peter Vogler

04.12.2009, 09:57 Uhr
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Da werden wohl bald die Fetzen fliegen in der Bischofskonferenz,wenn so ein Ultrakonservativer und ein Bischof welcher das Zwangszölibat abschaffen möchte,verbal die Klingen kreuzen. Antworten


Anna Müller

04.12.2009, 09:57 Uhr
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Ich muss einfach schmunzeln: "Ultrakonservativ" ist einer, weil er gegen Empfängnisverhütung, Abtreibung und Suizidbeihilfe ist. Das ist, wie wenn man sich über foulende Fussballspieler empören würde - das eine gehört zum anderen, und die mediale Empörung von Michael Meier ist manchmal allzu einfach gestrickt und durchschaubar. Antworten



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