Uni-Besetzung: Der Tag der Entscheidung
Von Christoph Landolt. Aktualisiert am 19.11.2009
Aufruf an die anderen Studenten: Transparent vor dem Deutschen Seminar der Universität Zuerich. (Bild: Keystone)
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«Wenn heute nur noch 100 Studenten im Hörsaal sind, können wir zusammenpacken.» Jus-Studentin Monika Simmler, die sich seit Dienstag Abend an der Besetzung des Hörsaals beteiligt, sieht die Stunde der Wahrheit für die Studentenbewegung aufziehen. Gestern hätte sich die lose organisierte Protestierendenschar in «endlosen Diskussionen über Details» verzettelt. «Wir müssen es schaffen, dass der Protest an Breite gewinnt – sonst bleiben wir ein kleines Grüppchen, ohne Kraft, ohne Einfluss.» Nur wenn weitere Studenten die Forderungen der Besetzer mittragen, könne die Besetzung weitergehen, so Simmler.
Immerhin hätten sie sich gestern auf einen gemeinsamen Nenner geeinigt, erklärt Simmler, die sich in ihrer Freizeit bei den Jungsozialisten engagiert. «Wir wollen mehr Geld für die Bildung, protestieren gegen den Einfluss der Wirtschaft auf das Studium und die Präsenzpflicht. Und wir erklären uns solidarisch mit den Protestierenden an den anderen Unis.» Bisher habe es die Bewegung aber nicht geschafft, diese Inhalte über die Medien zu transportieren.
Zurzeit nehmen nach Informationen der «Zürcher Studentenzeitung» etwa 60 Studenten an einer Plenumssitzung teil. Um «die Debatte weiter zu öffnen», laden die Protestierenden Uni-Rektor Andreas Fischer an die Versammlung ein. Ehe am Abend ein weiteres «Offenes Plenum» stattfindet, halten am Nachmittag ein Gewerkschaftsaktivist und ein autonomer Historiker «Alternative Vorlesungen».
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.11.2009, 10:14 Uhr




