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Uni-Prüfung: In einem Raum mit, im anderen ohne Taschenrechner

Von Christoph Landolt. Aktualisiert am 17.06.2011 36 Kommentare

Über 200 Wirtschaftsstudenten schrieben am Donnerstag eine Semesterprüfung. Die Spiesse waren nicht für alle gleich lang.

Ein Raum reicht nicht immer: Prüfung in einer Messehalle im Jahr 2009.

Ein Raum reicht nicht immer: Prüfung in einer Messehalle im Jahr 2009.
Bild: Nicola Pitaro

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Muss man Kopfrechnen können, wenn man die Klausur bestehen will? Kommt drauf an, in welchem Raum man sitzt. Dies war zumindest gestern Donnerstag die korrekte Antwort, als die Wirtschaftsstudenten mit Schwerpunkt Banking und Finance eine Prüfung in Financial Economics abzulegen hatten.

Für Grossprüfungen fehlt an der Universität Zürich der Platz, deshalb wurden die Studenten in vier Gruppen aufgeteilt, die in verschiedenen Räumen sassen. «Bei uns lag eine Folie auf dem Hellraumprojektor auf, dass Rechner verboten sind», sagt Lukas Koller*. «In der Prüfung hatte es mehrere üble Brüche, die wir im Kopf kürzen mussten.» Die Rechnungen seien machbar gewesen, erklärt der Wirtschaftsstudent. «Aber am Schluss fehlt dir einfach die Zeit, um die restlichen Aufgaben zu lösen.»

Lösung unklar

Eineinhalb Stunden später strömten die Studenten in den Lichthof und diskutierten untereinander die Aufgaben. Zwei von Kollers Kommilitonen, die in anderen Räumen geprüft wurden, hatten keine Mühe mit den Rechnungen. Bei ihnen war der Einsatz von Taschenrechnern erlaubt.

Professor Felix Kübler, dessen Lehrstuhl die Prüfung zu organisieren hatte, richtet auf Anfrage aus, dass man sich des Problems bewusst sei. Derzeit werde das weitere Vorgehen abgeklärt. Es sei noch völlig unklar, welche Lösung man finde, erklärt Franziska Foellmi, Geschäftsführerin der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Wichtig sei, dass kein Student benachteiligt werde. Wer für den Fehler verantwortlich ist, kann Foellmi nicht sagen.

Frage der Organisation

Für Student Koller ist der Fehler «typisch Uni». Man wisse häufig bis zuletzt nicht, wie Prüfungen organisiert, welche Hilfsmittel erlaubt seien. «Wenn ich dann irgendeinen Assistenten frage, hat der auch keine Ahnung.» Dabei sei das Banking-Institut noch eines der besser organisierten.

Bis Ende nächster Woche will die Uni die Studenten darüber informieren, wie die Noten zustande kommen. Sollte es zu einer Prüfungswiederholung kommen ist der Fehler für einige Studenten doppelt bitter: «Ich habe am Dienstag meine letzte Prüfung und fliege am Donnerstag für ein Erasmus-Semester nach Schottland», sagt Student Samuel Meier*, der den Taschenrechner benutzen durfte.

* Name geändert

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.06.2011, 15:05 Uhr

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36 Kommentare

Mike Berger

17.06.2011, 16:29 Uhr
Melden 97 Empfehlung

Ich vermute, dass diese Ungleichbehandlung der Studenten von oben geplant wurde, um zu testen, ob bei den angehenden Bankiers und Wirtschaftsmagnaten noch ein Fünkchen Gerechtigkeitssinn vorhanden ist ;) Antworten


Marius Pfenninger

17.06.2011, 15:50 Uhr
Melden 29 Empfehlung

Werter Herr Imhof,
Sie können nicht lesen: Was nützt es im voraus zu wissen, dass Taschenrechner erlaubt sind, wenn dann an der Prüfung wieder steht, dass diese nicht erlaubt sind?
Wenn es bei Ihnen bei Semesterbeginn bekannt gegeben wird, dann sind Sie wohl einer Fachhochschule, wo man alles relevante den *Studenten" hinterher wirft. Das läuft an der UZH bzw. an jener Fakultät aber nicht so.
Antworten



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