«Unsere Soundqualität wird für Furore sorgen»

Heute öffnet das Party- und Konzertlokal Alte Börse seine Tore. Mitbetreiber Daniele Bürgisser über den perfekten Sound und die Konkurrenz auf dem Platz Zürich.

Sechs Wochen dauerte der Umbau: Daniele Bürgisser und Billy Bildstein in der Alten Börse.

Vinicio Barreno

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Wieso muss der Zürcher Nachtschwärmer euren Klub besuchen?
Der Raum ist wirklich einzigartig - vor allem klingt er unglaublich gut. Das verdanken wir der Tatsache, dass hier einst die Rufbörse einquartiert war. Die Wände sind mit Akustikholz ausgekleidet, eine bis zur Decke reichende, mit tausenden Löchern und speziellen Membranen versehene Kranzkonstruktion sorgt zusätzlich für einen optimalen Raumklang. Alles ist so konzipiert, dass möglichst wenig Hall und kein Echo entsteht.

Ihr habt einen Rolls-Royce von Soundanlage eingebaut, ist zu hören.
Wir hatten einen Tonspezialisten hier, und der ist ob der erstklassigen Akustik richtig ins Schwärmen geraten. Deshalb war für uns klar, dass wir ein wirklich edles PA wollen. Es soll das Gefühl vermitteln, als hätte man einen High-End-Kopfhörer auf. Ich denke, unsere Soundqualität wird in und um Zürich für Furore sorgen.

Wie sieht der Klub im Innern aus?
Retro-futuristisch. Der Raum wurde letzmals Ende der 1970er-, anfangs der 1980er-Jahre umgebaut. Wir haben viele Elemente aus dieser Zeit belassen. Das verleiht dem Raum Charme und Wärme. Statt streng geometrischen Formen und hundert rechten Winkeln wie in vielen anderen Zürcher Ausgehorten pflegen wir bei uns runde und weiche Formen. Und es gibt eine Glasdecke. Da wird es in den Morgenstunden zu speziellen Lichtspielen kommen.

Hinter dem neuen Klub stehen Betreiber von Seeband Enge, Rimini, Mascotte und Cityfox. Der Vorwurf der Party-Mafia steht im Raum.
Davon kann keine Rede sein. Wir von der Partyreihe Cityfox haben seit dem Start vor zweieinhalb Jahren angestrebt, dereinst einen eigenen Klub zu führen. An der letzten Street Parade haben wir im Rimini eine Party veranstaltet und sind so mit Marc Blickenstorfer ins Gespräch gekommen. Die Idee mit dem Klub in den Räumlichkeiten des ehemaligen El Cubanito ist spontan entstanden. Aber wir haben schnell alle Feuer gefangen und die perfekte Konstellation gesucht – und gefunden.

Ihr wagt den Spagat zwischen Parties und Konzerten.
Die Wochenenden – von Donnerstag bis Samstag – werden der Tanzmusik gehören, unter der Woche sind Liveauftritte vorgesehen. Den Auftakt machen am kommenden Dienstag die schwedischen Rocker Hellacopters. Das Booking läuft über das Mascotte, die beiden Orte werden künftig eine ähnliche Linie verfolgen. Harte Rocksachen werden ebenso zu hören sein wie folkige Klänge. Im Partybereich beschränkt sich das Spektrum weitgehend auf House und Techno - feine Klubmusik mit Seele, Funk und Schmiss. Wir sind international gut verdrahtet und werden regelmässig Nächte mit Labels wie Perlon oder Dial veranstalten. Die Visionquest-Parties werden die beiden Detroiter Techno-Produzenten Seph Troxler und Ryan Crosson bestreiten.

Im März hat an der Langstrasse Das Haus seine Tore geöffnet, jetzt kommt die Alte Börse, im Oktober folgt mit dem Icon ein weiterer neuer Klub – ist der Zürcher Partymarkt nicht langsam übersättigt?
Ich mache mir diesbezüglich keine Sorgen. Das Aus der Dachkantine im Februar 2006 hat in der Stadt eine Lücke hinterlassen, die wir von Cityfox mit unseren Parties in den verschiedensten Locations füllen wollten. Das möchten wir jetzt in der Alten Börse weiterführen.

Aus der Dachkantine heraus ist auch der Klub Zukunft entstanden. Wie grenzt ihr euch ab?
Wir haben einen sehr guten Draht zur Zukunft – wir sind eng befreundet. Es gibt sogar Formen der Kooperation wie zum Beispiel die Labelnacht «Glückstück». Wir werden uns nicht in die Quere kommen.

Ihr seid Untermieter der Casino Schweiz AG, der Mietvertrag läuft vorläufig über drei Jahre. Wird danach wieder Schluss sein?
Das hängt von der Vergabe der neue Spielcasino-Lizenzen ab. Wenn die AG vom Bundesrat den Zuschlag erhält, wird am Bleicherweg ein Casino entstehen. Wir rechnen mal mit einer sicheren Laufzeit von drei Jahren. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.09.2008, 09:38 Uhr

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