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Velostadt Zürich: Die grössten Baustellen

Von Jvo Cukas. Aktualisiert am 15.04.2011 20 Kommentare

Velo-Organisationen fordern Verbesserungen für Sicherheit und Komfort in Zürich. Die Stadträte Genner und Leupi versuchen dies umzusetzen, nehmen aber auch die Fahrradfahrer in die Pflicht.

Hier muss sich etwas ändern: Orte in Zürich, die für Velofahrer Gefahren bergen oder Unannehmlichkeiten verursachen.


Nicht immer velofreundlich: Auch auf Radwegen kann man sich nicht immer sicher fühlen. (Bild: TA)

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Eva Afuhs, Kuratorin des Museums Bellerive, starb letzte Woche bei einem Velounfall. Sie wollte die Limmatstrasse zwischen den Tramhaltestellen Limmatplatz und Quellenstrasse überqueren und wurde von einem Tram erfasst. Im Quartier wird heftig diskutiert. Viele sind sich einig, dass die Stelle sehr gefährlich ist, auch weil die Trams dort äusserst schnell beschleunigen.

Veloorganisationen beklagen weitere Punkte in Zürich, die für Velofahrer Gefahren bergen oder schlicht unkomfortabel sind. Für Stadtrat Daniel Leupi ist es möglich, einiges zu ändern, dies brauche aber Zeit. Er fordert aber auch die Velofahrer dazu auf, ihr Verhalten zu ändern.

Sorgenkind Rämistrasse

Dave Durner von Pro Velo Kanton Zürich spürt zwar einen Gesinnungswandel in der Politik, seit die beiden grünen Stadträte im Amt sind. «Schon der Fakt, dass die Veloweg-Kommission im Gemeinderat wiederbelebt wurde, zeigt dies.» Dennoch gibt es für Durner viele Baustellen, die in Angriff genommen werden müssen.

Besonders die Rämistrasse ist ihm ein Dorn im Auge: Trotz der Sanierung habe man für Velofahrer nichts verbessert. Sie stünden noch immer im Stau und würden zwangsläufig aufs Trottoir ausweichen. Zudem sei es für Velofahrer sehr eng und gefährlich. «Ich bin von Ruth Genner enttäuscht.»

Bellevue bis 2014 umgestaltet

Der Velobeauftragte des Tiefbauamtes, Urs Walter, kann dies verstehen. «Die Rämistrasse ist unser grosses Sorgenkind.» Man habe sogar geprüft, ob man eine bestehende Mauer versetzen könne, um mehr Platz zu schaffen, dies sei aber wegen des finanziellen und technischen Aufwandes problematisch. Man prüfe zur Zeit weitere Lösungen, aber: «Es wird schwierig.»

Durner sieht auch Handlungsbedarf beim Central und beim Bellevue. Auch hier würden Velofahrer praktisch gezwungen, auf die Trottoirs auszuweichen. Der Velobeauftragte Walter weiss dies: «Beim Bellevue sind wir bereits daran, eine offene Route von den Quaianlagen bis zum Opernhausplatz einzurichten.» Die Arbeiten seien bis 2014 abgeschlossen. Anders sieht die Situation am Central aus: «Es gab bereits Vorstudien, der Realisierungstermin wurde aber verschoben.» Probleme habe man dort vor allem wegen der Tramhaltestellen. «Es fehlt einfach der Platz.»

Zu wenig Veloabstellplätze

Durner von Pro Velo sieht zudem zwei weitere Hindernisse für eine velofreundliche Stadt. Einerseits fehlt es an Abstellplätzen bei den Stadtbahnhöfen, besonders beim Stadelhofen. Andererseits sei noch immer nicht klar, wann Fahrradfahrer die Langstrasse durchgängig befahren dürfen. Eine Forderung, die Stadtrat Leupi noch als Gemeinderat in einer Motion stellte. Diese wurde zwar angenommen, jedoch «kam es zu etwa 50 Einsprachen und seither hat man nichts mehr gehört», erklärt Durner.

Tatsächlich sei man bei der Langstrasse noch nicht viel weiter, bestätigt Walter. Es gebe noch keinen Zeitplan, da es zu weiteren Rekursen von Anwohnern kommen könne. «Wir warten selbst sehnsüchtig darauf, den Plan umzusetzen.» Beim Stadelhofen habe man wieder ein Platzproblem. «Es ist schwierig, eine geeignete Fläche für Abstellplätze zu finden. Wir sind aber in Verhandlungen mit Grundeigentümern.»

Velofahrer in die Pflicht nehmen

Für Polizeivorsteher Daniel Leupi kommen zwei weitere Punkte hinzu, welche vor allem die Sicherheit von Velofahrern stärken soll. Einerseits will er die Autofahrer stärker in die Pflicht nehmen: «Es geht nicht, dass Velos von der Fahrbahn gedrängt werden oder dass Autos auf dem Velostreifen anhalten oder diese gar befahren.» Auch gegen zu enges Überholen oder Abbiegen, ohne zu blinken, will er vorgehen.

Andererseits verlangt er aber auch von den Velofahrenden korrektes Verhalten im Verkehr: «Wir werden auch in Zukunft Velokontrollen durchführen, wo dies der Verkehrssicherheit dient.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.04.2011, 12:47 Uhr

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20 Kommentare

Gian Marco

15.04.2011, 13:17 Uhr
Melden 13 Empfehlung

mmmm....Velostadt Zürich ?? Also ich finde man kann Zürich nicht als Velostadt bezeichnen...obwohl wir seit Jahren ein Linke Stadtregierung haben. Gehen sie mal in die holländischen Städte...od. nach Berlin..Hamburg..od. Feiburg im Preisgau...das sind echte Veloststädte. Velolift zur ETH Hönggerberg...Zürichberg...seperaten Velostreifen ..mehr Platz in der SBB,ZVV für Velos etc. Antworten


susanne müller

15.04.2011, 15:08 Uhr
Melden 12 Empfehlung

Tempo 30 auf städtischem Gebiet würde die Situation zumindest beim rollenden Verkehr entschärfen.
Die Gasse rechts auch die Velos vom Gehtsteig fernhalten. In solchen Situationen weiche ich auch manchmal aus, mit der gebotenen Rücksicht gegenüber den zu Fuss gehenden selbstverständlich.
Es zeigt mir aber auch, welcher Stellenwert mir als velofahrende Verkehrsteilnehmerin beigemessen wird...
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