Viaduktbögen sind komplett
Von Christoph Landolt. Aktualisiert am 03.09.2010 6 Kommentare
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Nach fünf Jahren des Bauens und Entwickelns fühlt sich Daniel Niggli «wie eine italienische Mamma, die für ihren 43-jährigen Sohn endlich eine eigene Wohnung gefunden hat». Der Architekt des Büros EM2N ist zufrieden, aber auch erleichtert, dass das Herzstück des Viaduktbogens, die Markthalle, endlich eröffnet werden kann.
Dass der Weg von den leerstehenden Mauerbögen bis zur Shoppingmeile steinig war, liessen die etwas launigen Reden vermuten, die Architekt und Bauherr einen Tag vor dem offiziellen Einweihungsfest vor den Medien hielten. Wegen unzähligen Bedingungen mussten mit den städtischen Behörden Verhandlungen geführt werden – selbst die Hinterlassenschaften von verirrten Vögeln wurden diskutiert. Schliesslich wurde die erste Markthalle Zürichs anders als die mediterranten Vorbilder nicht luftig und offen belassen, sondern mit Glas und Beton zugemacht. Das fördert nicht nur die Hygiene, sondern hält auch warm. Ein Kaffee in einem der höhlenartigen Gleisbögen bleibt damit auch im Winter ein Genuss.
Augenschmaus
Ab morgen Samstag können auch die Zürcherinnen und Zürcher zwischen den Marktständen flanieren. Die 14 Bögen der Halle sind – anders als die 36 restlichen im 500 Meter langen Viadukt – ausschliesslich Lebensmittelhändlern und Bauern vorbehalten. Die meisten Produkte stammen aus dem Inland, von einigen Ausnahmen abgesehen findet sich kaum etwas aus Übersee. Doch nicht nur Gourmets kommen voll auf ihre Kosten – die farbenprächtigen Auslagen der rund 50 Anbieter schmeicheln auch dem Auge. Derart appetitlich wie in den Markthallen war Einkaufen lange nicht mehr.
Die Betreiber hoffen, dass sich «Im Viadukt» zu einem neuen Treffpunkt entwickelt, der die bisher getrennten Quartierteile im Kreis 5 mit «Genuss, Ästhetik und Kreativität» verbindet. Die Eröffnung der Markthalle soll aber auch die Umsätze in sämtlichen Geschäften auf ein höheres Niveau bringen. Wegen der aufwendigen Gebäudetechnik kostete die ganze Meile rund 34 Millionen – 8 mehr als ursprünglich geplant. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.09.2010, 14:32 Uhr


































