«Vielleicht kommt ein Neuer, der besser ist als ich»
Interview: Maria Rodriguez. Aktualisiert am 24.04.2009 32 Kommentare
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Carl Hirschmann, vor wenigen Monaten wurde das umgebaute Restaurant neu eingeweiht. Nun schliesst es ganz. Spüren Sie die Finanzkrise?
Gute Frage. Der Entscheid, das Restaurant zu schliessen, hat mit den Finanzen nicht viel zu tun. Das Restaurant war keine Cashmaschine, sondern eher eine Prestige-Sache. Viel Geld verloren haben wir durch das Restaurant aber nicht. Der Spagat Restaurant-Club in einem Raum war zu kompliziert, wir haben uns für den Club entschieden. Das ist unser Kerngeschäft.
Trotzdem scheint das Interesse am Restaurant klein zu sein. Augenzeugen sprechen von teilweise nur zwei Gästen pro Mittag?
Das hat es sicher schon gegeben, gibt es in diesen Zeiten aber auch in anderen Restaurants.
Wie läuft denn der Club?
Der Club läuft sehr gut.
Wenn dem so ist, wieso bauen Sie im Sommer den Club komplett um?
Das hat mit der Schliessung des Restaurants zu tun. Restaurant und Club sind ja im selben Raum. Bis jetzt war das Dekor stark an das Restaurant gebunden, wir wollen aber nur noch Club sein, darum der Umbau. Zudem können wir so mehr Corporate Events durchführen.
Kommt es zu Entlassungen, was passiert mit den Mitarbeitern des Restaurants?
Die werden von unserem Restaurant-Manager Marc Wyss übernommen. Er braucht neue Mitarbeiter für sein Lokal in Herrliberg.
Heute Abend sind offenbar alle Frauen zum gratis Essen und trinken eingeladen bis Mitternacht. Wie geht das für Sie finanziell auf? Sie haben ja Fixkosten, Personal und keinen billigen DJ?
Das heute ist sozusagen mein Last-Dinner im Saint Germain. Ich habe darum Freundinnen und bekannte Frauen eingeladen, um diesen Moment zu feiern.
Sie bauen im Sommer den Club komplett um. Danach machen Sie sich auf die Suche nach einem Nachfolger. Haben Sie genug vom Nachtleben?
Vom Nachtleben werde ich als Gast nie genug haben. Aber ich bin Realist und möchte mich nicht festbeissen an meinem Clubbesitzer-Stühlchen. In zwei bis drei Jahren bin ich über 30, vielleicht kommt ein neuer, der besser ist als ich. Einer, der neue Ideen und Netzwerke mitbringt. Zudem möchte ich irgendwann meiner Frau und meinen Kindern etwas anderes erzählen, als dass ich Clubbesitzer an der Bahnhofstrasse bin.
Bleiben Sie aber der Besitzer oder kommt ein Verkauf des Clubs in Frage?
Ein Verkauf kommt zurzeit nicht in Frage. Aber wenn jemand das nötige Geld hat, ist leider fast nichts unverkäuflich.
Was für Projekte stehen an für die Zeit danach?
Nebst der Gründung einer Familie in den nächsten Jahren interessiere ich mich stark für die Immobilienbranche als Unternehmer, und für die Filmbranche, um meine Kreativität auszuleben. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 24.04.2009, 13:39 Uhr


































