Villa mit Seeanstoss in Wollishofen zu haben

Die Stadt vergibt die Villa Mooser am Zürichsee, in der heute Schauspielhaus-Direktor Matthias Hartmann mit seiner Familie wohnt, an den Meistbietenden.

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Die Villa Mooser-Nef mit direktem Seeanstoss in Wollishofen ist zum Verkauf ausgeschrieben. Dank dem persönlichen Engagement von Stadtpräsident Elmar Ledergerber (SP) konnte Matthias Hartmann, der Künstlerische Direktor des Zürcher Schauspielhauses, vor drei Jahren zu einem monatlichen Zins von 7500 Franken in die Villa einziehen. Der niedrige Mietzins führte im Sommer 2005 zu Unstimmigkeiten, Prostesten und Vorstössen im Zürcher Gemeinderat.

Der Mietvertrag mit Matthias Hartmann wäre erst im Jahre 2014 ausgelaufen. Da sich Hartmann aber entschieden hat, einen vorzeitigen Abgang zu machen und auf die Spielzeit 2009/10 ans Wiener Burgtheater zu wechseln, ist die Villa nun zu haben - voraussichtlich im Sommer 2009.

Nach den Querelen vor drei Jahren will die Stadt nun einen anderen Weg einschlagen und vergibt die «Villa mit Wohnkultur am Zürichsee» im Baurecht. So titelt auch das Inserat im heutigen «Tages-Anzeiger» auf Seite 42. Die städtische Liegenschaftenverwaltung sucht einen «anspruchsvollen Interessenten» für die 13 Zimmer mit 450 Quadratmetern Wohnfläche, direktem Seeanstoss mit 2299 Quadratmetern Areal, einem Boots-, Bade- und Entenhaus. Das ganze Anliegen wurde vor Hartmanns Einzug für 2,5 Millionen Franken stilgerecht und unter Einhaltung der denkmalpflegerischen Vorschriften renoviert.

Für den Kauf kommen sowohl Einzelpersonen als auch Familien oder Personengemeinschaften und Büros in Frage. «Auch Ausländer können die Villa kaufen, sofern sie den öffentlich-rechtlichen Bestimmungen entsprechen», sagt Jürg Keller von der städtischen Liegenschaftenverwaltung.

Da die Gebäude wie auch die Umgebung als «Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung» gelten, darf ohne Rücksprache mit der Gebäude- und Gartendenkmalpflege nichts verändert werden. Nicht einmal die Tapeten im Kinderzimmer, räumt Keller ein.

Dass die Liegenschaft nicht schon früher vergeben wurde, hat damit zu tun, dass ein Seeuferweg zwischen der Roten Fabrik und dem Hafen Wollishofen geplant war. Die Realisierung dieses Weges war auch der Grund, deshalb die Stadt die Villa 1989 gekauft hatte. Das heutige Projekt geht davon aus, dass der Seeuferweg über einen Steg im See geführt wird. Für den Fall, dass dieses Projekt nicht realisiert werden kann, wird der Seeuferweg auf dem Grundstück der Villa realisiert.

3,2 Millionen Franken für die Villa

Für die Villa inklusive Nebengebäude verlangt die Stadt eine Entschädigung von 3,2 Millionen Franken. Der jährliche Baurechtszins muss vom Käufer offeriert werden. Jürg Keller rechnet mit einem Angebot ab 100'000 Franken. «Der Meistbietende erhält den Zuschlag - sofern er unseren Kriterien entspricht», sagt Keller.

Und welches sind die Kriterien? Die Bereitschaft, 3,2 Millionen Franken zu zahlen, sowie die Höhe des offerierten jährlichen Baurechtszinses. Neben den finanziellen Aspekten, so Keller, sei es von Bedeutung, ob ein künftiger Baurechtsnehmer das Objekt selber nutze und dort Wohn- und Steuersitz habe. Ob er Angst habe vor einem Referendum wie beim Grundstück an der Winkelwiese? Keller winkt ab: «Der Ort ist weniger exponiert, und zudem steht kein Neubau zur Diskussion.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.08.2008, 15:32 Uhr

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