Vorderer Sternen wird abgebrochen
Aktualisiert am 29.07.2010 42 Kommentare
Bleibt erhalten: «Sternen-Grill». (Bild: Keystone )
Ab Mitte 2011 fahren am Bellevue die Bagger auf. Wie «Radio 1» berichtet, soll der als «Vorderer Sternen» bekannte Hausteil abgerissen und bis Ende 2012 durch einen Neubau ersetzt werden. In Bezug auf die knappen räumlichen Verhältnisse, die schwierige Erschliessung und die technischen Installationen genüge das bestehende Gebäude den Anforderungen für eine zeitgemässe Nutzung nicht mehr, erklärte der Geschäftsführer des Vorderen Sternen, Peter Rosenberger.
Dem Neubau zum Opfer fallen wird das im Parterre und im ersten Stock eingemietete Speiselokal «Sterne Föifi». Erhalten bleibt aber der legendäre «Sternen-Grill», dessen Bratwürste als die besten von Zürich bezeichnet werden. Auf Anfrage der NZZ kündigte Rosenberger an, das heutige Caché bewahren zu wollen. Zudem solle im ersten Stock, wo künftig die Produktion eingerichtet werde, eine Theke mit Sitzgelegenheiten entstehen.
Alternativen für Wurstesser
Die Wurstfreunde müssen selbst während der anderthalbjährigen Bauarbeiten nicht auf den Grill verzichten. Rosenberger, dessen Familie seit 1962 im Vorderen Sternen wirtet, errichtet am Bellevue ein Provisorium. Dazu eröffnet das Lokal in November eine Filiale im Glattzentrum. Dort soll auch ein Teil der heute 65 Vollzeitmitarbeiter eine Stelle finden. Laut dem Pächter wird wegen des Neubaus dennoch etwa die Hälfte der Arbeitskräfte ihren Job verlieren.
Das neue Haus wird wie das bestehende sechsgeschossig sein und sich nahtlos in die bestehende Blockrandbebauung einfügen. Wie die NZZ in ihrer heutigen Ausgabe schreibt, hat die Besitzerin, das Immobilienunternehmen PSP Properties AG, soeben das Baugesuch eingebaut. Das Zürcher Architekturbüro SAM wurde mit dem Projekt betraut. In den oberen Etagen sollen 600 Quadratmeter Büroflächen entstehen. Der ursprüngliche Plan, das rund 400-jährige bestehende Gebäude zu sanieren und in eine Kombination aus Hotel und Restaurant umzuwandeln, wurde fallengelassen. Obwohl die Gebrüder Rosenberger eine solche gastronomische Variante bevorzugt hätten, verzichtete PSP wegen mangelnder Wirtschaftlichtkeit. (cal)
Erstellt: 29.07.2010, 08:45 Uhr
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42 Kommentare
Es ist wirklich schade, dass ein schönes Gebäude nicht erhalten wird, sondern durch einen anonymen, charakterlosen Bauklotz ersetzt wird. Ja, ich weiss noch nicht, wie das neue Gebäude aussehen soll, aber die zur Zeit wie Pilze aus dem Boden schiessenden Neubauten lassen wirklich keine Hoffnung auf etwas schönes! Und auch das Restaurant Sterne Foifi/Vorderer Sterne soll unbedingt erhalten bleiben. Antworten
He Zürcher, die ganze Zeit flucht ihr über eure rot-grüne Regierung. Aber kaum sind Wahlen, wählt ihr sie trotzdem wieder. Selber schuld. Wegen dem Vorderen Sternen finde ich sehr schade. Das Lokal gefällt mir. Wie wärs mit Einsprachen gegen diesen Neubau um den Charme des Bellevues zu erhalten? Büros in Zürich hats ja wahrlich schon genug leere. Antworten
Tradition hin, Zürich her. Ich finde die Würste dort nicht besser als andere Bratwürste. Aber was sicher ist, das auch diese Würste überteuert verkauft werden. In Zürich kann man die Leute noch richtig schröpfen! Wenn ich denke dass andere Händler Bratwürste für 6.- und mehr verkaufen, dann ist die Preis-Leistung schon lange nicht mehr ok, auch mit Tradition nicht! Antworten
Vielleicht ist das der Anfang eines "Rigiplatz II"... ok dort ging es um einen Platz zu "entvölkern" hier vielleicht der Bau des nächsten "Borg-Kubus"?!? Wir kennen zwar die Pläne nicht aber der Trend ist in der gesamten Stadt sichtbar: Es ist eine Art seelenlose "Assimiliations"-Architektur! Man muss auch nicht immer alles konservieren, doch bitte keine weiteren 0815 BORG-Glaswürfel!! Antworten
@ Stefan Eisner: ja es läuft wirklich was falsch. die rote regierung möchte alles ändern. die bürgerlichen möchte die tradition erhalten. da gehören auch die gebäude dazu. (obwohl ich nicht immer einverstanden bin was die bürgerlichen sagen). zeit für einen wechsel. Antworten
Eagl, wie das neue Gebäude aussehen wird, den Charme und die Harmonie des jetzigen Gebäudes wird es nicht erreichen. Für mich stellt sich eher die Frage, wo die Parkplätze für das neue Bürogebäude hinkommen, denn die Mieter an dieser Lage werden dannzumal kaum mit dem Tram kommen oder vom BH Stadelhofen zufüss ans Belvue gehen. Zürich, quo vadis? Antworten
Solange Städtebau und Stadterneuerung ausschliesslich den gängigen Kriterien (Rendite etc) folgen, werden noch an weiteren Ecken solche Häuser verschwinden und die Mieter rentableren Nutzungen Platz machen müssen. Als optionale Erdgeschossnutzung böte sich noch die Vermietung an eine internationale Modekette an, wie das zurzeit zuhauf an der Bahnhofstrasse passiert... Antworten
Das Gebäde ist nicht sonderlich schön. Und der Bratwurststand passt eigentlich besser in einen Schrebergarten oder auf einen Campingplatz. Aber wir haben ihn trotzdem lieb gewonnen. Fast alle Zürcher haben ganz persönliche (Jugend)-erinnerungen an die Würschtlibude am Bellevue. Antworten
Mein Gott, liebe Leute: Die Würste bleiben euch ja erhalten! Städte verändern sich nun mal mit dem Lauf der Zeit. Man kann eine lebende Stadt nicht einfrieren! Zum Glück ist Zürich nicht der Ballenberg. Aber man könnte ja den Vorderen Sternen dorthin verschieben. Und alle unflexiblen Jommeris könnten dort ihre Würste und Büürli essen, wenn sie die Nostalgie überkommt :-). Antworten
Eine Stadt die den Abriss des Steinfelsareals und des Ensembles am Kreuzplatz etc. geschehn lässt ist krank. Die neuen Überbauungen zB. im Binzquartier und Zürich 5 sind von schlechter Qualität - auf der ganzen Linie. Auch der Prime Tower und seine Freunde zeigen eine verhaltene Biederkeit. Verdichtung ja, aber dann richtig! Wenn schon nicht für die Ewigkeit gebaut wird, dann bitte mehr Mut! Antworten
hahaha, familie kohlen & reibach lassen grüssen. die stadt ist zu beschäftigt mit bewilligen von gayparaden, mit konzipieren velowegen und grübeln monatelang herum ob ein platz nun kattunplatz heissen soll oder wipkingerpatz und studiert welchen weiter 5-teiligen frauennamen man für eine strasse wählen soll. aber ein machtwort zu sprechen bzgl. was erhalten bleiben soll? nöö. dafür ein hafenkran Antworten
Wahrscheinlich ensteht dann dort einmal mehr ein hässlicher anonymer Klotz, der etwa so originell ist, wie die neuen Häuschen der Bootsvermietungen. Wenn ich mir so anschaue, was in den letzten Jahren in dieser Stadt abgerissen und gebaut wurde und ich nun noch dies lese, löscht es mir langsam aber sicher ab. Wo soll das eigentlich hinführen? Irgendwo läuft da irgendetwas verdammt falsch... Antworten
Eigentlich keine Überraschung. Der Mechanismus ist klar: Wenn Wirtschaftlichkeit und Rendite das einzige ist was zählt, sind solche Entwicklungen die logische Konsequenz davon. Noch heute setzten sich die bürgerlichen Parteien konsequent für mehr 'Freiheit' für die Investoren ein, koste es was wolle. Antworten
Unsere Rot-Grüne Stadtregierung setzt alles daran, die Mietpreise explosionsartig weiter in die Höhe zu treiben. Zuerst muss das Wiedikon-Quartier ganz "dringend verschönert" werden, was die Liegenschaftenbesitzer bestimmt dankend zur Kennnis nehmen werden und nun soll auch das Bellevue etwas mehr "abwerfen". Darum wählen wir Rot-Grün. Ich setlls mir anders vor.. Antworten
Eine Stadt die den Abriss des Steinfelsareals und des Ensembles am Kreuzplatz etc. geschehn lässt ist krank. Die neuen Überbauungen zB. im Binzquartier und Zürich 5 sind von schlechter Qualität - auf der ganzen Linie. Auch der Prime Tower und seine Freunde zeigen eine verhaltene Biederkeit. Verdichtung ja, aber dann richtig! Wenn schon nicht für die Ewigkeit gebaut wird, dann bitte mehr Mut! Antworten
Hach ja und wieder eine weitere Architektonische Schande! Die vielen 60er/70er/80er Jahre Gebäude überall in Zürich reichen wohl nicht aus was? Was heute "schön" ist, ist es in 20 Jahren bestimmt nicht mehr. Übrig bleiben wird ein Klotz beim Bellevue und die Frage "meine Güte wer hat das damals bloss bewilligt". Antworten
Wirtschaftliche Gründe, mh. Und in drei Jahren wird man konsterniert beklagen, am Bellevue gebe es kein städtisches Leben mehr. Vom fehlenden Charme ganz zu schweigen. Wann begreifen die Investoren endlich, dass wir in Zürich schon genug gesichtslose Büroklötze haben? Das Bellevue wird bald so tot sein wie die Bahnhofstrasse. Aber die Herren, die entscheiden, wohnen ja eh in Wollerau. Antworten
Die Schlagzeige hat mir schon einen Schock versetzt. Zürich ohne den Sternengrill ... unvorstellbar ! Nun ja, es wird halb so schlimm und die feinen Bratwürste und die einmaligen Gold-Püürli bleiben uns erhalten. Happy days ! P.S. Ich geh ja eigentlich nur wegen der Püürli - die sind Weltklasse ! Antworten
Es ist eine Schande, wieder ein Stückchen Kulturgut das in Zürich aus Profitgier verloren geht. Der *Vordere Sternen* ist bis weit über die Landesgrenze hinaus bekannt, er war und ist noch das *must* für eine wirklich feine Bratwurst. Echt schade.... Antworten
Eine der schönsten Terassen Zürichs. Mit dem legendären Vorderen Sternen verliert das Bellvue viel an Attraktivität. Nur so weiter und die Liegenschaftenpreise am zukünftigen toten Bellvue werden kollabieren. Wer zu viel Lebensqualität zerstört, schadet auch seiner eigenen Wirtschaftlichkeit. Denn wer will mitten im Stadtzentrum an einem Ort arbeiten, wo es in nächster Nähe kein Restaurant hat? Antworten
Der «Sternen-Grill» ist ein Ort der Begegnung von Menschen unterschiedlichster Berufsgattungen und Herkunft, es wäre schade, wenn dies in Zukunft nicht mehr sein würde. Hoffentlich werden aber die Bratwürste besser sein, sind mir persönlich zu wässrig und kommen geschmacklich nicht an eine "echte St. Galler Bratwurst" heran ... meine Bratwurst esse ich deshalb lieber im Kreis4 ... Antworten
Vierhundert Jahre war es zeitgemäss aber die heutige Zeit hat eben andere Masse. Ein weiterer Schritt zur Stadt der architektonischen Beliebigkeit ohne historische Identität. Aber wenn man bedenkt, dass es vor nicht allzu langer Zeit Pläne gab, die ganze Altstadt abzureissen, immer noch ein kleiner Eingriff. Antworten






Thomas Buxotor
Die Stadtzürcher wählen rot-grün und fluchen über die UBS. Dabei war es die UBS, die ein Gebäude am Bellevue für viel Geld und Geschmack renoviert hat. Sogar mit Wohnungen! Gut, die 20/- pro Monat sind für Normalverdiener jenseits. Antworten