WGrünliberale wollen 9 Sitze im Zürcher Gemeinderat

Aktualisiert am 14.01.2010

Die Grünliberalen steigen mit ambitiösen Zielen in die Wahlen: Im Gemeinderat wollen sie 9 Sitze, im Stadtrat einen.

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Die Grünliberalen planten bei den Gemeinderatswahlen einen Coup, sagte Martin Luchsinger, Co-Präsident der Stadtzürcher GLP und selbst Gemeinderatskandidat in den Kreisen 7 und 8, am Donnerstag vor den Medien. «Wir wollen von null Gemeinderäten in einem Schritt zu einer soliden Fraktionsstärke finden».

Mit den Kreisparteien sei als Wahlziel vereinbart worden, dass die GLP nach dem 7. März in jedem Wahlkreis mindestens einen Gemeinderat stelle. Dies entspreche in etwa einem Wähleranteil von 8 Prozent. Die Hürde von 5 Prozent in jedem Wahlkreis zu erreichen, sei für die GLP «ein absolutes Muss».

Für Ständerätin Verena Diener, die sich als «Gotte» der Stadtpartei bezeichnete, ist das vorgegebene Ziel nach den grossen Wahlerfolgen der Partei in den letzten Jahren realistisch. Das grosse Plus der GLP sei, dass sie keine dogmatischen Altlasten habe und sich nicht im traditionellen Links-Rechts-Schema positionieren müsse.

Tochter von Ex-SP-Stadtpräsident bei der GLP

Zum Auftakt des Wahlkampfes skizzierten im Technopark Spitzenkandidatinnen und -kandidaten ihre persönlichen politischen Präferenzen. Zora Ledergerber outete sich dabei als Tochter des ehemaligen SP-Stadtpräsidenten Elmar Ledergeber.

Als Gemeinderätin möchte sich Ledergerber für eine strukturelle Sanierung der Stadtfinanzen durch eine Entschlackung des Verwaltungsapparates einsetzen. Als ihr Lieblingsthema bezeichnete sie den besseren Schutz für Leute, die in der Verwaltung Missstände aufdecken.

Beni Schwarzenbach, Kandidat im Kreis 1 und 2, möchte die Lebensqualität und die Stadtentwicklung nachhaltig verbessern. Letztere sei in den vergangenen 50 Jahren chaotisch und planlos verlaufen. Es seien zu viele reine Wohnquartiere ohne Arbeitsplätze und Freizeitangebote gebaut worden.

Gian von Planta, der im Kreis 4 und 5 antritt, möchte mit mehr Park&Ride-Angeboten sowie Car-Sharing den individuellen Verkehr im Stadtgebiet eindämmen. Zudem müsse mehr in den ÖV investiert werden. Dazu gehörten Projekte wie das Tram über die Hardbrücke, eine Verbindung von Affoltern nach Oerlikon oder das Rosengartentram.

Geerdete Stadtratskandidatin

Bei der Stadtratswahl schicke die GLP mit Denise Wahlen eine «mutige und geerdete Frau» ins Rennen, stellte Verena Diener fest. Bewundernswert sei, dass sie sich nicht scheue, auch unpopuläre politische Fragen aufzugreifen.

Im Stadtrat wolle sie sich für eine ökologischere und grüne Stadt sowie für die Schaffung neuer Arbeitsplätze einsetzen, sagte Wahlen. Viel Potenzial liege in grünen Technologien.

Zürich habe zu lange auf den Finanz- und Bankenplatz als Motor der wirtschaftlichen Entwicklung gesetzt. Diese Einseitigkeit erweise sich nun in der Krise als Klumpenrisiko. (ep/sda)

Erstellt: 14.01.2010, 17:06 Uhr

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