Warum die VBZ wissen, wo Schwarzfahrer sind

Von Thomas Schenk. Aktualisiert am 24.03.2009 119 Kommentare

Auf der Jagd nach Schwarzfahrern wird aufgerüstet. Unbemerkt haben die VBZ ein neues System eingeführt. Jetzt wissen sie, wo Passagiere ohne Fahrausweis unterwegs sind - und schicken ihre Kontrolleure hin.

Wertvolle Informationen: Kundenberater protokollieren ihre Arbeit. (Bild: Tom Kawara)

Wertvolle Informationen: Kundenberater protokollieren ihre Arbeit. (Bild: Tom Kawara)

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Jedes Jahr kontrollieren die VBZ über 3 Millionen ihrer Fahrgäste. Den 80 Kundenberatern, wie die Kontrolleure in Zürich heissen, gehen dabei jährlich rund 30'000 Schwarzfahrer ins Netz. Dass die Quote mit 1 Prozent so tief ist, hängt nicht nur damit zusammen, dass die Kontrollen «so häufig wie möglich» durchgeführt werden, wie André Meier erklärt, Leiter Netz der VBZ. Es liegt auch daran, dass zeitgemässe Informatik zum Einsatz kommt.

Seit 2002 protokollieren die Kundenberater ihre Arbeit auf elektronischen Eingabegeräten. Dabei erfassen sie die exakte Uhrzeit, die Linie von Tram oder Bus, die Haltestelle, die Anzahl der Fahrgäste und Schwarzfahrer. Diese Informationen werden jeden Abend eingelesen. Aber nicht nur das, sie werden auch automatisch ausgewertet. So spuckt der VBZ-Computer jeden Tag aus, wo die Zahlungsbereitschaft gerade besonders tief ist. Das System ist vor fünf Jahren ohne besondere Ankündigung eingeführt worden.

Ein genaues Bild der Situation

Die VBZ wissen ständig, auf welcher Linie gerade wie viele Schwarzfahrer unterwegs sind. Entsprechend werden die Dienstpläne der Kundenberater angepasst. «Dank der Auswertung erhalten wir automatisch Vorschläge, wo wir sinnvollerweise die nächsten Kontrollen ansetzen können», sagt Meier. Mit den fundierten Kennzahlen würden die Kontrollen natürlich transparenter. «Und wir erhalten ein viel genaueres Bild über die effektive Situation, als wenn wir ein solches aus persönlichen Erfahrungen der Mitarbeitenden erheben würden.»

Welche Linien oder Gebiete besonders betroffen sind, verrät Netzleiter Meier nicht. Es sind aber nicht nur Problemquartiere, sondern auch immer wieder bevorzugte Wohngebiete. Die Kontrollen finden aber nicht nur an den neuralgischen Punkten statt. Die Problemzonen verschieben sich laufend, deshalb ist auf dem ganzen Liniennetz Präsenz verlangt. «Es gilt den geeigneten Mix zwischen der Flächenabdeckung und jenen Orten zu finden, wo die Quote höher als üblich ist», sagt André Meier. «Wenn uns die Fahrgäste häufig antreffen, steigt auch die Motivation ein Ticket zu kaufen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.03.2009, 16:46 Uhr

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119 Kommentare

Lechleiter Marco

24.03.2009, 06:58 Uhr
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Für eine Quote von 1.53% muss man sich die Frage stellen, ob sich eine Horde "Kundenberater", welche pro 1/4 pro Person Fr. 25.- kostet den Aufwand effektiv rechtfertigt. Nicht zu letzt bleibt die Frage, ob Sperrkontrollen, bei welchen die Billette erst ausserhalb des Fahrzeugs kontrolliert werden überhaupt zulässig sind. Es ist jedenfalls zu bezweiflen und solche Kontrollen gehören abgeschafft. Antworten


Dani Berger

24.03.2009, 07:32 Uhr
Melden

Der geschätzte Autor möge nächstes mal doch bitte zuerst ausschlafen, bevor er in die Tasten haut: das Tramdepot heisst amtlich immer noch Hard (und nicht Escher-Wyss-Platz), besprochen wurde eine _Schwerpunkt_kontrolle (man arbeitet schliesslich nicht mit Panzersperren), und geendet hat die Fahrt hoffentlich an der Hst. Waldburg, zur Waldegg fuhr zumindest gestern noch die Uetlibergbahn... Antworten



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