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«Warum hat Zürich jetzt eine Anlaufstelle für Vermieter, Herr Waser?»

Interview: Lucienne-Camille Vaudan. Aktualisiert am 01.11.2011 24 Kommentare

Heute eröffnet in Zürich eine Anlaufstelle für Vermieter mit schwierigen Mietverhältnissen. Stadtrat Martin Waser erklärt, warum sich sein Departement für dieses Projekt «das Geld vom Mund abgespart hat».

«Wir wollen die Probleme der Stadt lösen»: Martin Waser, SP-Stadtrat und Leiter des Sozialdepartements.

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Bild: Keystone

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Vermieter sitzen juristisch und finanziell meist am längeren Hebel als Mieter. Weshalb haben nun ausgerechnet die Sozialen Dienste der Stadt Zürich eine Anlaufstelle für Vermieter ins Leben gerufen?
Das Bedürfnis ist aus der Wohnungsmarktsituation entstanden. Sozial schwächere Mieter finden in Zürich oft nur schwer Wohnraum, weil Vermieter einen Mietausstand oder andere Probleme befürchten. Bis anhin gab es keine Anlaufstelle, die ihnen beistand. Wir möchten mit diesem Angebot dazu beitragen, dass die Leute in ihren Wohnungen bleiben können und auch sozial Schwächere in der Stadt Wohnraum erhalten.

Wenn ein Mieter nicht bezahlt oder sich wiederholt nicht an die Hausordnung hält, wird das Mietverhältnis doch einfach gekündigt.
Gerade das wollen wir verhindern. Eine Wohnungsausweisung kann für den Mieter, der sich möglicherweise ohnehin in einer schwierigen Lebenslage befindet, fatal sein. Aber auch der Vermieter ist grundsätzlich nicht an einem Mieterwechsel interessiert, denn dies kostet ihn durchschnittlich 7'000 Franken.

Was unternehmen Sie konkret, wenn ein Vermieter bei Ihnen Hilfe sucht, weil ein Mieter nicht bezahlt hat?
Die Anlaufstelle ist keine juristische Instanz, sondern an die Sozialen Dienste angebunden. In erster Linie suchen wir das Gespräch und versuchen, schnell und unkompliziert zwischen den Parteien zu vermitteln. Allenfalls können wir eine Überbrückung vorausbezahlen. Wenn der Mieter ein Klient der Sozialen Dienste ist, kann von Fall zu Fall darüber entschieden werden, ob ein Teil seiner Sozialleistungen direkt an den Vermieter überwiesen wird. Das Projekt steckt in den Kinderschuhen. Erst im nächsten halben Jahr werden wir sehen, worauf wir uns verstärkt fokussieren müssen und wo unsere Grenzen sind.

An wen wenden sich Vermieter mit Problemen?
Die Anlaufstelle ist von Montag bis Freitag, von 8 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 17 Uhr durch zwei sehr erfahrene Sozialarbeiterinnen betreut, die bestens vertraut sind mit allen Kanälen der Sozialen Dienste der Stadt Zürich. Obwohl sich der Dienst primär an Vermieter richtet, dürfen auch Mieter, die merken, dass sie ein Problem haben, anrufen.

Die Beratung und Begleitung ist für alle kostenlos. Wie wird das Angebot finanziert?
Für die Zürcher Steuerzahler ist das Angebot kostenneutral. Wir haben uns das Geld für die Anlaufstelle sozusagen vom Mund abgespart und durch interne Stellenverschiebungen realisiert. Gewisse Probleme tauchen in dieser Stadt immer wieder auf und ich sehe die Rolle der Sozialen Dienste der Stadt Zürich darin, diese Probleme zu lösen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 01.11.2011, 13:31 Uhr

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24 Kommentare

Ingrid Gabathuler

01.11.2011, 14:04 Uhr
Melden 23 Empfehlung

Wenn die Anlaufstelle bei den Vermietern erreicht, dass für Fr. 1'100.- nicht bloss ein Zimmer mit Etagen-WC oder eine Teeküche mit Kaltwasser zur Verfügung gestellt wird, dann wäre vielen Mietern am gesellschaftlichen Rand schon sehr geholfen. Es gibt Hausbesitzer, die sich auf die Vermietung ans Sozialamt konzentrieren und damit auf der sicheren Seite sind, weshalb sie auch nie renovieren müssen Antworten


Ruedi Amstutz

01.11.2011, 15:13 Uhr
Melden 20 Empfehlung

Wo wollen die Sozialen Dienste des Herrn Waser die Probleme loesen, wenn in unserem Block 31 ausl. Familen wohnen , wovon 28 vom Sozialamt Zurich leben und die einzige Schweizer Familie die Kuendigung erhaelt weil der Vermieter mehr Asylanten in unsere Wohnung unterbringen will und vom Sozialamt Zurich per Kopf der Fuersorgeempfaenger bezahlt wird.
Wir Schweizer muessen raus.
Antworten



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