Zürich
Warum in Zürich gekündigt wird
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 26.10.2011 19 Kommentare
Mietausgaben im Verhältnis zum Einkommen
Mietausgaben im Verhältnis zum Einkommen
Werte in Prozent
Quelle: Stadtentwicklung Zürich
Umzug in Zürich: Ein Viertel der Befragten will in den kommenden zwei Jahren in eine neue Wohnung ziehen. (Bild: Keystone )
Die Befragung
Die Bevölkerungsbefragung der Stadt Zürich wird seit 1999 alle zwei Jahre durchgeführt. Neben einem sich gleichbleibenden Frageteil zur Beurteilung von Zürich als Wohn- und Lebensort, werden jeweils neue Schwerpunktthemen gesetzt. In diesem Jahr sind dies Wohnen, soziale Vernetzung, freiwilliges Engagement und kulturelle Aktivitäten.
Die Befragung fand vom 18. Mai bis zum 19. Juli 2011 statt. 2500 Einwohnerinnen und Einwohner wurden per Telefon durch das Markt- und Sozialforschungsinstitut Link in Zürich interviewt. Die Grundgesamtheit umfasst alle volljährigen, seit mindestens einem Jahr in der Stadt Zürich wohnhaften und gemeldeten Personen mit Schweizer Bürgerrecht, Niederlassungsbewilligung (Ausweis C) oder Aufenthaltsbewilligung (Ausweis B).
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Kündigungsgründe der Wohungseigentümer
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Quelle: Stadtentwicklung Zürich
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Alle zwei Jahre wird die Zürcher Stadtbevölkerung zum Thema Lebensqualität befragt (siehe Box). Die Beliebtheit des Wohnorts ist in dieser Zeit kontinuierlich gestiegen. Kein Wunder also, ist auch der Wohnraum in der Stadt Zürich ein beliebtes und rares Gut.
Rund zwei Drittel der Befragten leben schon länger als zehn Jahre in Zürich. 17 Prozent sogar schon seit der Geburt. Die Mehrheit der Bevölkerung, nämlich 86 Prozent, lebt in Mietwohnungen – ein Viertel davon sind Genossenschaftswohnungen. Eine leichte Zunahme um 14 Prozent wird zudem bei den Eigentumswohnungen in der Stadt verzeichnet.
Kündigungen trotz Wohnungsknappheit
Obwohl der Wohnungsmarkt in Zürich angespannt ist, haben gut drei Viertel der Befragten (77 Prozent) ihre letzte Wohnung selber gekündigt. Der Anteil Kündigungen durch Vermieter betrug 2011 bei Wohnungswechsel 16 Prozent. Eigentümer geben in den meisten Fällen die Renovation eines Objekts oder einen Hausabbruch als Kündigungsgrund an.
Eine Mehrheit der Mieter will ausziehen, weil die bisherige Wohnung ihren Platzansprüchen nicht mehr genügt. Familien mit Kindern machen den Grossteil dieser Gruppe aus (53 Prozent). Sie leben mehrheitlich in 4-Zimmer-Wohnungen, während Einzelpersonen vor allem 2- oder 3-Zimmer bewohnen. Rund die Hälfte der Paare, die in Zürich leben, bewohnt drei Zimmer.
Bei der Suche nach einer neuen Bleibe wurde die Mehrheit der Befragten (34 Prozent) mithilfe von Bekannten und Freunden fündig. Ein weiteres Drittel kam dank Inseraten oder übers Internet ans Ziel.
Jeder Dritte findet Miete zu hoch
Im Durchschnitt geben Zürcherinnen und Zürcher eine Bruttomiete (inklusive Nebenkosten) von 1730 Franken pro Monat an. Bei der letzten Bevölkerungsbefragung lag dieser Wert noch bei 1680 Franken, 2003 sogar nur bei 1430 Franken. 28 Prozent der Befragten investieren 2000 Franken und mehr pro Monat in die Miete. Markant abgenommen haben jedoch Mietzinse unter 1000 Franken. Im Vergleich zur Befragung von 2003 ist der Anteil der Wohnungen in diesem Preissegment um 13 Prozent gesunken.
Entsprechend stark schlagen die Ausgaben für die Mieten im Vergleich zum Bruttoeinkommen zu Buche. Rund die Hälfte der Zürcher Haushalte gibt eine Mietbelastung von über 24 Prozent an. Bei 18 Prozent liegt sie über 34 Prozent, 7 Prozent der Haushalte müssen sogar 50 Prozent und mehr des Einkommens in die Miete investieren. Kein Wunder also, empfindet jede dritte Person ihre Miete im Vergleich zum eigenen Haushaltsbudget als hoch.
Neun Prozent haben einen Zweitwohnsitz
Ganz anders sieht es punkto Zufriedenheit mit der Wohnung aus. Dort bekommen die meisten Objekte Bestnoten. Nur gerade fünf Prozent sind unzufrieden. Dabei zeigt sich, dass die Aufenthaltsdauer in einer Wohnung bei dieser Bewertung eine entscheidende Rolle spielt. Je länger jemand an einem Ort lebt, desto grösser ist die Zufriedenheit.
Schliesslich gibt die aktuelle Bevölkerungsbefragung auch Aufschlüsse über Zweitwohnsitze der Zürcherinnen und Zürcher. 82 Prozent der 2500 Befragten geben zwar Zürich als ihren Lebensmittelpunkt an. Neun Prozent verfügen jedoch neben ihrem Domizil in Zürich auch noch über einen Zweitwohnsitz, in dem sie sich mindestens einmal pro Monat aufhalten – ein Grossteil von ihnen kommt aus den Stadtkreisen 1, 7 und 8. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 25.10.2011, 14:01 Uhr
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19 Kommentare
Zitat: "Bruttomiete (inklusive Nebenkosten) von 1730 Franken pro Monat". Das scheint mir aber ein massiv geschönter Durchschnitt zu sein. Ich kenne niemanden in meinem Bekanntenkreis der unter 2000.- Miete bezahlt und das nicht für Luxuswohnungen! Ein nicht representativer Bericht mehr. Antworten
"...während Einzelpersonen vor allem 2- oder 3-Zimmer bewohnen" - Wir haben gar keine Wohnungsnot, sondern ganz einfach übertriebene Platzansprüche!
Im Jahr 1960 hatte Zürich 60'000 Einwohner MEHR als heute und einen Bruchteil der Wohnfläche!
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Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

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