Zürich
Warum sich Investoren an der Weststrasse die Zähne ausbeissen
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 26.05.2010
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Der Weststrasse im Zürcher Kreis 3 steht Grosses bevor. In zwei Jahren wird aus der stark befahrenen Transitachse eine beschauliche Quartierstrasse. Kein Wunder also, wird im grossen Stil in die dortigen Liegenschaften investiert. Am 1. Juli 2010 entsteht an der Weststrasse 152 ein Hotel, an der angrenzenden Stationsstrasse 7 hat das Gasthaus «Zum guten Glück» bereits seine Tore eröffnet und an der Weststrasse 115 ist eine Überbauung mit neuen 28 Wohnungen entstanden.
Noch Ende der 90er-Jahre war die Skepsis im Quartier gross, dass die Abklassierung der Weststrasse jemals umgesetzt wird. Erst als die Westumfahrung realisiert wurde, haben die Anwohner an die Veränderung geglaubt – aber die Neuerungen werden in der Weststrasse nur so langsam voranschreiten, wie dereinst der Verkehr.
«Das Grundeigentum ist fein aufgesplittert»
Das zumindest prognostiziert Werner Liechtenhan, Projektleiter Stadt- und Quartierentwicklung Zürich. «Das Grundeigentum an der Weststrasse ist fein aufgesplittert, niemand besitzt viele Liegenschaften», sagt er gegenüber Tagesanzeiger.ch. Professionelle Investoren seien aber eher an grösseren Projekten interessiert. «Sie müssten mehrere Liegenschaften gleichzeitig erwerben, damit es für sie interessant wäre. Durch die zahlreichen privaten Eigentümer ist es aber schwierig, ganze Häuserzeilen auf einen Schlag zu erwerben.»
Gemäss Liechtenhan gibt es Häuser an der Weststrasse, die sich seit vielen Generationen im Familienbesitz befinden. «Solche Eigentümer haben vielleicht weniger ein Interesse daran, die Liegenschaften zu verkaufen, weil sie seit Jahren damit verbunden sind.» Generell seien eher Sanierungen von Häusern und Wohnungen, Aufstockungen und Dachstockausbauten zu erwarten. Neubauten werden nur vereinzelt entstehen, glaubt Liechtenhan.
Die Privaten bestimmen die Entwicklung an der Weststrasse
Die Stadt hat, abgesehen vom Standort der Berufsfeuerwehr an der Weststrasse 4, keinen Grundbesitz an der Weststrasse. Es gibt auch keine Genossenschaften entlang der Strasse. Daher bestimmen die Privaten massgeblich die Entwicklung an dieser wichtigen Quartiersstrasse. Die Bau- und Zonenordnung gibt allerdings den Rahmen vor, was entlang der Strasse möglich ist.
«Die Weststrasse liegt in einer Quartiererhaltungszone», erklärt Liechtenhan. «Die bestehenden Baustrukturen mit Blockrändern und Innenhöfen müssen bestehen bleiben. Die Baulinie darf nicht verändert werden. Zudem muss der Wohnanteil von 60 bis 80 Prozent erhalten bleiben. Die Erdgeschossnutzungen sind für die Belebung des Quartiers jedoch wichtig und sehr erwünscht.»
Die weitere Entwicklung entlang der Weststrasse ist und bleibt spannend. Das ganze Quartier Sihlfeld ist sehr beliebt: Es ist urban und stadtnah. Gerade entlang der Weststrasse existieren Bauten aus der Gründerzeit mit hohen Wohnräumen und Stuckaturen, die sehr gesucht sind. Die Wohnlage hat Zukunft – durch die Abklassierung der Strasse erst recht. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.05.2010, 15:56 Uhr
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