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Warum sich die Party-Organisatoren an der Polizei rächten

Von Benno Gasser. Aktualisiert am 12.09.2011 74 Kommentare

Der Hintergrund der Krawalle vom Bellevue: Die Urheber der Aktion werfen der Stadtpolizei vor, zu hart gegen illegale Partys vorzugehen.

1/26 Am Samstagabend kam es in der Zürcher Innenstadt zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und einigen Hundert Jugendlichen.
Felix Schindler

   

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Der Grund für die Auseinandersetzungen vom Samstagabend liegt – so die Begründung im SMS-Aufruf – fast zwei Monate zurück. In der Nacht auf den 16. Juli feierten rund 80 Menschen unter der Duttweilerbrücke eine illegale Party. Gegen Mitternacht trafen Patrouillen der Stadtpolizei am Ort des Geschehens ein. Lärmklagen aus der Nachbarschaft waren bis zu diesem Zeitpunkt ausgeblieben. Die Beamten nahmen die Personalien der mutmasslichen Organisatoren auf und machten sich daran, die Musikanlage zu konfiszieren. Beim Abtransport kippte die friedliche Stimmung plötzlich. Die Partygänger hätten die Polizisten mit Glas- und PET-Flaschen sowie vereinzelt mit Steinen attackiert, hiess es in einem Communiqué. Die Polizisten wehrten sich mit einem «kurzen Gummischrot- und Pfeffersprayeinsatz». Anschliessend lösten sie die Party auf. Verletzt oder verhaftet wurde dabei niemand.

Laut der Stadtpolizei war die Beschlagnahmung der Anlage ein bei illegalen Partys üblicher Vorgang. Die Polizei stehe an Wochenenden unter enormem Druck, sagte Marco Cortesi, Medienchef der Stadtpolizei. Die Beamten könnten in solchen Situationen nicht stundenlang diskutieren, wenn sich niemand verantwortlich zeige.

Hartes Vorgehen gegen illegale Partys

Die Partyorganisatoren bewerteten den Einsatz der Polizei anders und sprachen von einem unverhältnismässigen Vorgehen. Von Willkür, Vertrauensverlust und unüberlegtem Vorgehen war die Rede. Offenbar sass der Stachel tief, sodass sie nach fast zwei Monaten darauf reagierten und zu einer «fetten Party» beim Bellevue aufriefen.

Verschiedene Szenekenner sagen, dass die Stadtpolizei in der jüngsten Vergangenheit mit grosser Härte alle Arten illegaler Partys auflösen würde. Die Stadtpolizei verneint dies. Es gebe keine solche Doktrin, sagt Reto Casanova, Sprecher des Polizeidepartements. Bloss zwei Tage nach dem Vorfall unter der Duttweilerbrücke rückten Stadtpolizisten wegen einer illegalen Party am Zürichberg aus. Weil dort weit über 200 Menschen feierten, verzichteten die Polizisten aus Gründen der Verhältnismässigkeit darauf, das Fest zu räumen. Nach dem jüngsten Vorfall werde es für Betreiber illegaler Partys, die ihre Feste im geordneten Rahmen veranstalteten, noch schwieriger werden, sagt ein Szenekenner.

Neues Alarmierungssystem

Mit dem Phänomen spontaner Menschenansammlungen war die Stadtpolizei bereits am 6. Februar 2010 konfrontiert. Damals waren die Polizisten heillos überfordert, als sich rund 500 Menschen zu einer Demo unter dem Motto «Reclaim the Streets» trafen. Der Umzug, als Protest gegen die Kommerzialisierung Zürichs geplant, endete in einem Strassenkrawall und hinterliess Schäden in der Höhe von mehreren Hunderttausend Franken. Die damalige Polizeivorsteherin Esther Maurer (SP) versprach daraufhin, ein besseres Alarmierungssystem einzurichten. Dieses neue System wurde am vergangenen Samstag eingesetzt, wie Michael Wirz, Sprecher der Stadtpolizei Zürich, bestätigt. Auch eine direkte Folge der «Reclaim the Streets»-Krawalle ist die Unterstützung durch die Kantonspolizei. Kantonspolizisten kamen am Samstag ebenfalls zum Einsatz. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.09.2011, 07:12 Uhr

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74 Kommentare

Doris Doebeli

12.09.2011, 09:42 Uhr
Melden 186 Empfehlung

Es gibt nur eines: Hart durchgreifen. Es geht nicht an, dass man andere Leute verprügelt, fremdes Eigentum zerstört und das aus angeblicher Rache. Und Rache wofür? Für eine andere illegale Aktion, welche nicht toleriert wurde. Diese Chaoten wollen einfach nur zerstören. Da ist keine Ideologie dahinter, sondern schlichtweg Dummheit und Langeweile. Mir tun die Polizisten leid. Kein einfacher Job. Antworten


Anton Keller

12.09.2011, 09:14 Uhr
Melden 141 Empfehlung

Wer zu einer nicht bewilligten Menschenansammlung aufruft soll die gesamten Kosten übernehmen (Heilungskosten, Polizeieinsatzkosten, Gerichtskosten, Sachschaden). Dann hört es sehr schnell auf. Antworten



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