Zürich

«Was soll die Förderung von Autoverkehr mit ‹liberal› zu tun haben?»

Von Simon Eppenberger. Aktualisiert am 03.11.2011 79 Kommentare

Bürgerliche kritisieren die Grünliberalen im Gemeinderat massiv für ihr Ja zu mehr Langsam- und weniger Autoverkehr rund um Bahnhöfe. GLP-Fraktionschef Gian von Planta spricht von einer «Trotzreaktion».

Zwischen Tram und Auto: Pendler und Touristen beim Bahnhofplatz.

Zwischen Tram und Auto: Pendler und Touristen beim Bahnhofplatz.
Bild: Keystone

Gian von Planta, GLP-Fraktionschef im Zürcher Gemeinderat. (Bild: Sabina Bobst)

Artikel zum Thema

Stichworte

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...


Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Nachdem das Zürcher Stadtparlament gestern einer Motion zustimmte, welche auf Kosten der Autos mehr Platz für Fussgänger und Velos rund um städtische Bahnhöfe fordert, schiessen rechtsbürgerliche Gemeineräte scharf gegen die GLP. Sie werfen den Grünliberalen vor, mit ihrem Ja nur grün, aber nicht liberal entschieden zu haben.

Die Kritik weist GLP-Fraktionschef Gian von Planta entschieden zurück: «Mir ist absolut unklar, was die Förderung von Autoverkehr mit ‹liberal› zu tun haben soll.» Mit dem Ja zur Städteinitiative habe das Volk dem Gemeinderat den klaren Auftrag erteilt, den ÖV und Langsamverkehr zu fördern. Und dass die GLP in der Verkehrspolitik eine grüne Politik verfolge, sei kein Geheimnis.

Der SVP passt das gar nicht. Gemeinderat Roland Scheck sprach von der «Endphase im Kampf gegen den Autoverkehr». Autofahrer würden als Menschen zweiter Klasse behandelt, das Gewerbe müsse durch die Parkplatzaufhebung Verluste einstecken. Von Planta betont, dass die Motion den historischen Parkplatzkompromiss nicht unterwandere. Die betroffenen Gebiete sein nicht im Kompromiss enthalten.

«Sture Blockade»

Für ihn ist die Kritik aus dem rechten Lager« eine automatische Trotzreaktion, die jedes mal folgt, wenn es um Parkplätze geht». Dabei handle es sich nicht um eine inhaltliche Diskussion, sondern um «sture Blockaden». Die GLP sei es sich gewohnt, bei Verkehrsthemen von den Bürgerlichen kritisiert zu werden. «Dafür werden wir bei Budgetfragen dann von Links kritisiert», so von Planta.

Potenzial um mehr Platz um den HB zu schaffen, sieht der Faktionschef beispielsweise in der Lintheschergasse, die parallel zur Bahnhofstrasse verläuft. «Diese könnte man zur Fussgängerzone machen und die Parkplätze an die Löwenstrasse verlegen.» Dafür müsse dort dann eine Fahrspur aufgehoben werden.

Prüfenswert hält er zudem die Idee, den Tunnel unter dem HB nicht nur für den Velo- sondern auch für den Autoverkehr auszubauen. «Damit könnte man Spuren am Bahnhofquai aufheben.» Auch beim Bahnhof Enge hält von Planta eine andere Verkehrsführung für denkbar. «Man könnte die Autos weiträumig um den Bahnhof führen oder auf der anderen Seite der Gleise über die Strasse, welche derzeit zwei Reihen Parkfelder hat.» Dafür könnte man eine Reihe auflösen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.11.2011, 13:57 Uhr

79

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

79 Kommentare

Michael Müller

03.11.2011, 09:20 Uhr
Melden 47 Empfehlung

Ich bin alles andere als ein SVP-Sympatisant. Aber mir fällt in ZH kein Bahnhof ein, wo es besonders viele Parkplätze gäbe, im Gegenteil. Ich verstehe einfach dieses "Gegeneinander" nicht, vielmehr sollte es doch ein "Miteinander" sein von öV und Auto - was an einem Bahnhof auch Parkplätze bedingt um Leute abzuholen. Alles andere ist Fundamentalismus. Bern z.B. finde ich hat eine gute Parklösung. Antworten


Rolf Benz

03.11.2011, 09:29 Uhr
Melden 35 Empfehlung

Wenn die Stadt Zürich ein Platz baulich überarbeitet, wird es nur Verlierer geben, dass hat sie in der letzten Zeit deutlich an diversen Beispielen bewiesen. Antworten



Zürich

Populär auf Facebook Privatsphäre

Lokalverzeichnis

Werbung

Umfrage

Am 17. Juni stimmen wir darüber ab: Würden Sie die Volksinitiative «Freie Schulwahl für alle ab der 4. Klasse» heute annehmen?



Telefonbuch

Marktplatz

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.