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Weitere Hunde in Höngg vergiftet

Auf dem Hönggerberg sorgt die Vergiftung von fünf Hunden bei Tierhaltern für Angst und Verunsicherung.

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Die Nachricht habe sich wie ein Lauffeuer verbreitet, sagt eine Hundehalterin. Sie lasse ihren Vierbeiner nicht mehr aus den Augen und führe ihn nur noch angeleint durch den Wald spazieren. «Mein Hund ist sehr neugierig und frisst alles Mögliche, was er auf dem Weg findet.» Auf ihre Tour durch den Hönggerwald wolle sie aber trotzdem nicht verzichten.

Vorsichtige Hundehalter

Gestern Nachmittag sind nur vereinzelte Hündeler unterwegs, darunter eine ältere Frau, die ihren Schnauzer unangeleint im verschneiten Wald herumtollen lässt. Sie habe von den Vergiftungen gehört, mache sich um ihren Hund aber keine Sorgen, weil er nie etwas vom Boden fresse. Ein weiterer Hundehalter ist vorsichtiger und lässt seinen Pinscher nur bis zum Waldrand laufen.

Wer hinter der Giftattacke steckt, ist unklar und unter den Hundebesitzern ein heiss diskutiertes Thema. Eine ältere Frau sagt, sie habe sich darüber mit vielen Leuten unterhalten, tappe aber im Dunkeln, weil der mögliche Täterkreis sehr gross sei. «Ich habe gehört, dass als Köder Würstchen ausgestreut wurden, die vorher mit Frostschutzmittel getränkt wurden.» Ob es sich tatsächlich um Frostschutzmittel handelt, konnte Stadtpolizei-Sprecherin Judith Hödl gestern nicht bestätigen. Bei Tieren greift das darin enthaltene Ethylenglykol die Nieren an. Die Vergiftung ende nicht selten tödlich, sagt Bernhard Gerber vom Tierspital Zürich. Bei den ersten Anzeichen der Vergiftung sei die Niere häufig schon zu mehr als der Hälfte zerstört. Dialyse sei eine Möglichkeit, um Zeit zu gewinnen und auf die Selbstheilungskräfte des Körpers zu hoffen, sagt Gerber. Drei der vergifteten Tiere liegen in Bern an einem solchen Dialysegerät. Im Gegensatz zu den USA seien Frostschutzmittelvergiftungen bei Tieren in der Schweiz sehr selten, sagt Gerber.

Zwei neue Anzeigen

Zu den bisherigen fünf Anzeigen von Hundebesitzern seien gestern zwei weitere dazugekommen, sagt Judith Hödl, Sprecherin der Stadtdpolizei Zürich. Über den Zustand der drei Tiere in Spitalpflege konnte sie keine Angaben machen. Die Polizei rät den Hundebesitzern auf dem Hönggerberg, wachsam zu sein und ihre Tiere entweder anzuleinen oder genau im Auge zu behalten. In der betroffenen Gegend patrouillieren verstärkt Polizisten, ausserdem wurden Warnzettel mit Verhaltensmassnahmen aufgehängt.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.02.2010, 04:00 Uhr

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