Weltbekannter Basejumper nach Sprung vom Sunrise-Tower schwer verletzt
Von Stefan Hohler, Felix Schindler. Aktualisiert am 12.11.2009
Sprung von 88 Metern: Der Unfall ereignete sich beim Sunrise Tower in Zürich Oerlikon.
Geglückter Sprung von 105 Metern: 2006 sprang Ueli Gegenschatz vom Messeturm Basel.
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Bei einem PR-Sprung vom Sunrise Tower in Oerlikon ist der Basejumper Ueli Gegenschatz verunglückt. Der 38-jährige Aerialist, so bezeichnet sich Ueli Gegenschatz selber, sollte gestern die Red-Bull-Mobile-Kampagne mit einem spektakulären Sprung vom 88 Meter hohen Turm an der Hagenholzstrasse in Zürich Oerlikon eröffnen. Rund 200 Schaulustige waren vor Ort. Der Fallschirm öffnete sich normal, doch kurz darauf touchierte Gegenschatz aus noch unbekannten Gründen die Kante eines tiefer liegenden, benachbarten Gebäudes. Der Basejumper verlor die Kontrolle über seinen Flug und stürzte zu Boden.
Gemäss Augenzeugen soll Gegenschatz zuerst bewusstlos gewesen sein, sich nachher aber für den misslungenen Sprung entschuldigt haben. Mit schweren Verletzungen musste er ins Spital gebracht werden.
In einem Leservideo auf «20 Minuten Online» ist zu sehen, wie sich der Fallschirm am Ende des Flugs teilweise schliesst und Gegenschatz aus mehreren Metern Höhe fällt. Die Stadtpolizei Zürich klärt die genauen Umstände des Unfalls ab. Ob eine Windböe für das Unglück verantwortlich sei, wie Augenzeugen vermuteten, wisse man noch nicht, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage.
Nach dem Unfall wurde die PR-Aktion, die von Sunrise und Red Bull gemeinsam geplant war, abgebrochen. Für die Zuschauer, die den Sprung mitverfolgt hatten, wurde ein Care-Team zusammengestellt. In einer Mitteilung bedauert Red Bull den Vorfall und wünscht dem Verletzten baldigste Besserung. Gegenschatz wirbt seit Jahren für den Getränkehersteller.
Die Werbeaktion war gross aufgegleist: Die Frontseite der Gratiszeitung «20 Minuten» bestand gestern aus einem Inserat, in dem Gegenschatz im Flügelanzug über den Bergen segelnd zu sehen ist.
«Risiko ist kalkulierbar»
Der Appenzeller Ueli Gegenschatz gehört zu den bekanntesten Basejumpern. Bei dieser Extremsportart werden Fallschirmsprünge von festen Objekten aus gemacht, am berühmtesten ist die Felskante bei Lauterbrunnen im Berner Oberland.
Der Versicherungsberater absolvierte in seiner zwanzigjährigen Karriere über 1500 Sprünge, unter anderem aus der Eigernordwand, vom Matterhorn und vom Basler Messeturm. Vor zwei Wochen äusserte sich Gegenschatz nach dem ersten Basejumper-Wettkampf in der Schweiz in der Sendung «Sportlounge» von SF zu den Risiken dieses Sports. «Wenn man sich seriös aufbaut und vorbereitet, ist das Restrisiko sehr genau kalkulierbar», sagte der in Ausserrhoden wohnhafte Sportler.
Er wehrt sich dagegen, in die Ecke der Lebensmüden gestellt zu werden. Dem «St. Galler Tagblatt» sagte er Anfang September, dass er sich rückblickend nur an zwei Sprünge erinnern könne, die nicht so herausgekommen seien, wie er sie sich vorgestellt habe. Das sei wenig in Anbetracht seiner langen Karriere, aber «zwei Sprünge zu viel». Seine schlimmste Verletzung in all den Jahren sei ein gebrochener Fuss gewesen.
Über die genaue Art seiner Verletzungen nach dem gestrigen Sprung liegen keine näheren Angaben vor. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.11.2009, 08:14 Uhr


































