Zürich

Wenn der Ofen aus ist

Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 29.07.2011 10 Kommentare

In zehn Jahren wird die Verbrennungsanlage Josefstrasse ausgedient haben. Schon jetzt wird kräftig an der künftigen Nutzung des Areals an bester Lage gefeilt.

Areal an bester Lage: 2020 soll die Kehrichtverbrennungsanlage an der Josefstrasse zurückgebaut werden.

Areal an bester Lage: 2020 soll die Kehrichtverbrennungsanlage an der Josefstrasse zurückgebaut werden.
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Nirgends sonst schiessen die Bauprojekte so rasch in die Höhe wie im Zürcher Kreis 5. Der Westen der Stadt boomt, freie Parzellen sind begehrt. Ein Areal im Zentrum des Quartiers ist besonders attraktiv: Das der Kehrichtverbrennungsanlage Josefstrasse. Dort wird in knapp zehn Jahren der Ofen definitiv aus sein.

Gegenwärtig wird in der Verbrennungsanlage Abfall aus dem grenznahen deutschen Raum verbrannt und daraus Strom und Wärme für das Netz Zürich-West gewonnen. «2020 hat der Ofen allerdings seine Lebensdauer erreicht. Es müsste also bis zu diesem Zeitpunkt entweder ein neuer Ofen errichtet oder die Energie anders zugeführt werden», sagt Leta Filli, Mediensprecherin von Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ), auf Anfrage.

Stimmvolk muss entscheiden

Das ERZ plant einen Verbindungskanal zwischen dem Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz in Zürich-Nord und dem Areal in Zürich-West, um einen Teil der dort gewonnenen Energie ins Quartier zu leiten. «Bis 2014 wollen wir ein konkretes Projekt vorlegen», so Filli. «Darin legen wir dar, wie diese Leitungen geführt werden und welche Nutzungen für das Areal an der Josefstrasse denkbar sind.»

Es gebe allerdings noch viele Hürden zu nehmen, bis dieser Verbindungskanal gebaut werden könne, gibt Filli zu bedenken. «Schlussendlich entscheidet das Zürcher Stimmvolk über das Projekt.» Einen Plan B für den Fall, dass das Projekt abgelehnt wird, gebe es jedenfalls noch nicht. «Im Moment fokussieren wir unsere Bemühungen auf den Stollen.»

ERZ bleibt auf dem Areal

Nach 2020 müsste die Kehrichtverbrennungsanlage Schritt für Schritt zurückgebaut werden. Sicher ist schon jetzt, dass ein Teil des freiwerdenden Areals auch in Zukunft von der ERZ genutzt würde. Unter anderem müssten dort das Stollenende und die Anlage positioniert sein, die die Energie ins Quartier leitet.

«Die Zukunft des Areals wird städtebaulich aber sicher ein grosses Thema werden», meint auch Leta Filli. Die Begehrlichkeiten seien sehr hoch und es gebe vielfältige Interessen und Möglichkeiten zur Neunutzung. «Aber diese Ideen können wir vorerst nur zur Kenntnis nehmen. Unsere Aufgabe ist es, den Betrieb des Stollens zu gewährleisten. Wenn alles gut geht, könnte der Verbindungskanal 2018 in Betrieb genommen werden.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.07.2011, 12:18 Uhr

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10 Kommentare

Hans-Rudolf Zweifel

29.07.2011, 13:29 Uhr
Melden 17 Empfehlung

Die KVA gehören am besten mitten in die Städte. Zum einen muss man dann den Abfall nicht weit bis an die Stadtränder oder gar ins Grüne karren. Die Wärmeenergie inmitten der Städte kann gut für das Heizen genutzt werden. Die Abluftreinigungsanlagen sind heute ausgereift, die Luftverschmutzung durch KVA ist gering. Wien machts vor: schöne Architektur der KVA durch Hundertwasser. Antworten


Karl Bolliger

29.07.2011, 13:25 Uhr
Melden 11 Empfehlung

Mit dem Abschied von der Atomenergie wird die Wärme-Kraft-Kopplung im Winter umso wichtiger, um die erhöhte Nachfrage nach Strom und Wärme in der kalten Jahreszeit stillen zu können - statt Hunderter von ineffizienten Ölheizungen könnte ERZ im Winter das ganze Quartier mit Strom und Wärme versorgen. Das Kamin steht schon - notwendig wäre einzig noch die Anschlusspflicht zugunsten der Umwelt Antworten



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