Wenn die junge Polizistin mit einer 40-jährigen Romni verwechselt wird
Von Stefan Hohler. Aktualisiert am 06.01.2011 7 Kommentare
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Die Hitparade der dümmsten Diebe führt ein 29-jähriger Chauffeur an, der im Juli vor Gericht stand. Der Mann wollte nachts aus einem Auto Benzin stehlen, das in einer Altstetter Tiefgarage parkiert war. Er bohrte auf der Unterseite ein Loch in den Tank und stellte ein Gefäss darunter. Als das Gefäss voll war, versuchte er das Loch mit einem Papier zu stopfen. Um besser zu sehen, knipste er sein Feuerzeug an. Das Resultat: ein vollständig ausgebrannter Wagen und eine beschädigte Hausfassade.
Den zweiten Platz belegt ein betrunkener Autofahrer, der sich den dümmsten Parkplatz für seinen Wagen ausgesucht hat: auf dem für die Polizei markierten Parkfeld vor der Kreiswache 4 im Zürcher Langstrassenquartier. Der Mann erhielt nicht nur eine Busse wegen Trunkenheit am Steuer, sondern musste auch sein «Billett» abgeben.
Dritter Platz in der Kategorie «Dümmer, als die Polizei erlaubt» belegt ein 28-jähriger Einbrecher, der sich vor den Richtern verantworten musste. Der Sanitärmonteur war mit Kollegen im Ausgang und wollte auf dem Nachhauseweg noch schnell einen Einbruch verüben. Am frühen Morgen drang er in den Hauptbahnhof ein, wo er die Scheibe eines Elektrofachgeschäftes einschlug. Er verstaute das Diebesgut in zwei grosse Plastiksäcke. Danach liess sich der mit Drogen und Alkohol zugedröhnte Mann mit einem Taxi nach Hause fahren. Doch unterwegs geriet er mit dem Chauffeur in einen heftigen Streit, sodass der Chauffeur die Polizei alarmierte. Das Ende der Geschichte: Die Polizei entdeckte die beiden Säcke mit den gestohlenen elektronischen Geräten und verhaftete den Mann.
Bei Anfruf Verhaftung
Die Vergesslichkeit ist einen Lastwagenchauffeur teuer zu stehen gekommen. Der Mann fuhr in Winterthur durch die Unterführung beim Bahnhof Hegi. Er hatte aber vergessen, den Kran auf der Ladebrücke einzufahren. Der Laster blieb in der Unterführung buchstäblich stecken, und für die Bergung mussten Spezialfirmen aufgeboten werden. Die Rechnung für die Vergesslichkeit: über eine Viertelmillion Franken.
«Habgier kommt vor der Verhaftung» – so lässt sich die Tat eines jugendlichen Räubers beschreiben. Der 17-Jährige bedrohte am Limmatquai eine Gruppe von fünf Jugendlichen mit einem Messer und nahm zweien von ihnen hundert Franken ab. Anscheinend zu wenig. Er befahl den Opfern ihre zwischenzeitlich geflüchteten Freunde anzurufen, um auch diese auszurauben. Diese alarmierten die Stadtpolizei, die den Räuber am vereinbarten Treffpunkt an der Münsterbrücke verhaftete.
Wenn Polizisten zu Roma-Pärchen werden
Einen ungewöhnlichen Befehl erhielten zwei Kantonspolizisten: Sie sollten sich selber verhaften. Die Polizistin und der Polizist waren im Bezirk Meilen wegen eines Einbruchs ausgerückt. Als sie einen Kontrollgang um das Haus machten, wurden sie von einem Nachbarn beobachtet. Dieser vermutete ein Einbrecherpaar («zwei circa 40-jährige Roma») und alarmierte die Einsatzzentrale. Diese avisierte die nächste Patrouille – die beiden verdächtigten Polizisten – und gab ihnen den Auftrag, ein «Roma-Pärchen» zu verhaften. Keine Freude soll die 29-jährige Polizistin am Altersvergleich gehabt haben.
In die Kategorie Pech gehört folgendes Müsterchen. Ein Langfinger stahl in einem Optikerladen im Stadtkreis 4 zwei Sonnenbrillen. Die Verkäuferinnen wollten den flüchtigen Täter festhalten, es kam zum Gerangel. Ein pensionierte Emmentaler Schwingerfan, der den Vorfall von seinem benachbarten Balkon aus sah, rannte sofort auf die Strasse hinunter. Er packte den Dieb und forderte ihn auf, auf die alarmierte Stadtpolizei zu warten. Da sich der Dieb aber weigerte, warf er ihn mit dem «Stöckli» auf den Boden und fixierte ihn mit dem «Puur», bis die Stadtpolizei vor Ort war.
Verdächtiger Krimi-Liebhaber
Ein Mathematiker und Liebhaber von TV-Gerichtsmedizin-Krimis entdeckte beim Katzensee eine unbekannte Frauenleiche. Er alarmierte die Polizei und sagte den Beamten, dass die Frau aufgrund des Zustandes der Leiche seit rund einem Monat tot sei. Zudem machte er sich mit weiteren Äusserungen verdächtig. Der Staatsanwalt fackelte nicht lange. Er steckte den Mann wegen Verdunkelungsgefahr für knapp einen Monat in Untersuchungshaft, bis er sich von dessen Unschuld überzeugt hatte.
Mit «Tierischem» hatte die Polizei auch dieses Jahr etliche Male zu tun. Im Juni alarmierte ein Bewohner die Polizisten, weil er komische Geräusche in einem Hinterhof in Zürich-Wiedikon vernahm. Die Patrouille entdeckte aber keinen Einbrecher, sondern ein fauchendes Igelpaar in Hochzeitslaune.
Ein riesiger Mückenschwarm beim Grossmünster führte zu einem Feueralarm. Ein Passant sah bei einem der beiden Türme eine angebliche Rauchwolke und rief die Feuerwehr an. Diese rückte aus, aber nach einem Augenschein mit einem starken Objektiv zeigte sich, dass die Wolke nicht aus Rauch, sondern aus unzähligen schwirrenden Insekten bestand.
Alles falsch gemacht
In Meilen löste ein falsch angewendetes Mäusegift ebenfalls einen Feueralarm aus. Ein Autofahrer bemerkte einen starken Gasgeruch rund um ein Haus. Die alarmierte Feuerwehr evakuierte die Bewohner und suchte nach dem Gasleck. Die Abklärungen ergaben, dass Granulat zur Mäusebekämpfung den Gasgeruch verbreitet hatte. Jemand hatte das Granulat, um die Tiere zu ersticken, auf den Boden gestreut, statt es in den Mauselöchern zu deponieren.
Mit einem äusserst unappetitlichen Vorfall mussten sich Feuerwehr und Kantonspolizei im Hauptbahnhof herumschlagen. Ein 58-jähriger Mann hatte so starken Durchfall, dass er auf der Toilette buchstäblich in die Hose machte. Er versuchte, die verschmutzte Unterhose seitlich mit einem Messer durchzuschneiden, um sie wie eine Windel zu entsorgen. Dies misslang, und durch den elastischen Gummizug verspritzte der ganze Inhalt die Kabine. In seiner Verzweiflung griff er zu einem Feuerzeug, um den Gummizug durchzubrennen, was den automatischen Feueralarm auslöste. Die Feuerwehr erschien mit Atemschutzgerät und schloss die «brennende» Toilettenkabine auf.
Den Anblick des verschämten Mannes, mit heruntergelassener Hose und braun verschmierter Kabine haben die Einsatzkräfte nicht so schnell vergessen. Beim Unglücklichen habe es sich um einen «ganz normalen» Mann gehandelt, sagte ein Polizeisprecher. Der Mann habe in seinem Stress einfach alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 06.01.2011, 12:17 Uhr
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7 Kommentare
Da "lüpft" es einem den Hut! Ein weiterer Beweis für die Unfähigkeit und Arroganz von Staatsanwälten! Man braucht wohl keinen ganzen Monat Untersuchungshaft, um die Unschuld eines eindeutig Unschuldigen festzustellen! Ich hoffe, der Betroffene wehrt sich so massiv, wie es legal möglich ist. Und übrigens: Staatsanwälte kann man entlassen. Manchmal sollte man. Antworten
Immer wieder liest man von kriminellen Roma (Albanern, Afrikanern...). Wenn aber die Polizei ausrücken muss, um zwei Roma zu verhaften, die sich als hundsnormale Polizisten herausstellen, dann könnte man an der Statistik zur Ausländerkriminalität schon zu zweifeln beginnen... Aber was soll's, falsche, diskriminierende Verdächtigungen, die Vorurteile bestätigen, sind ja nicht strafbar. Antworten



