Weststrasse schliesst – doch die Feststimmung im Quartier bleibt aus
Von Philipp Albrecht. Aktualisiert am 30.07.2010 20 Kommentare
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Vier Jahrzehnte lang war die Quartierstrasse eine Verkehrsschneise. Doppelspurig kämpften sich Autos und Lastwagen durch die enge Transitstrasse in Richtung A3. Die Fassaden der beschaulichen Quartierhäuser setzten Russ an, die Strasse wurde gemieden, so gut es ging. Am nächsten Montag wird nun die Weststrasse für immer für den Durchgangsverkehr gesperrt. Innerhalb eines Jahres soll sie wieder zur Quartierstrasse werden – eine 30er-Zone mit Bäumen, Parkplätzen und breitem Trottoir. Doch die Freude hält sich in Wiedikon in Grenzen.
«Es gibt nichts zu feiern», sagt Quartiervereinspräsident Ernst Hänzi und verweist sogleich auf die Verlierer der sogenannten flankierenden Massnahmen: «An der Seebahnstrasse wird der Verkehr stark zunehmen.» Vor der Eröffnung der Westumfahrung im April 2009 teilte sich der Durchgangsverkehr auf zwei Achsen auf. Was davon nun übrig bleibt, wird auf die Seebahnstrasse konzentriert. Deren Anwohner haben das Nachsehen.
Nimmt nun der Schleichverkehr zu?
Aber auch sonst gibt es für Hänzi nichts zu feiern: «Die Mieten waren bisher an der Weststrasse tief. Durch die Schliessung werden sie ansteigen, und wer sich das nicht mehr leisten kann, muss ausziehen.» Ausserdem befürchtet Hänzi eine Zunahme des Schleichverkehrs über den Albisriederplatz und die Ämtlerstrasse.
«Wir sind gespannt, was passiert», sagt Yuri Kampstra. Der Mitbetreiber des Gasthauses «Zum Guten Glück», das vor zwei Jahren eröffnet wurde und mehrheitlich von jungen Leuten frequentiert wird, bleibt pragmatisch: «Interessant wird es für uns erst, wenn wir rausstuhlen können.» Davon ist man noch weit entfernt. Erstmal wird die Strasse aufgerissen und die Kanalisation erneuert. Seit der Eröffnung der Westumfahrung sei es zwar etwas ruhiger geworden, weiss Kampstra, doch viel mehr Gäste habe man dadurch nicht zählen können.
«Entscheidendes und nachhaltiges Finale»
Das Tiefbauamt macht dennoch am Montag aus der Sperrung ein kleines Happening. Mit einem genauen Zeitplan lenkt es den einstigen Verkehrsstrom innert vier Stunden in ein neues Bett: Ab 9 Uhr wird die Seebahn-/Schimmelstrasse abschnittweise für den Gegenverkehr geöffnet. Ab 12 Uhr wird die Abfahrtsrampe Hohlstrasse der Hardbrücke wieder geöffnet. Und ab 13 erfolgt das «entscheidende und nachhaltige Finale» mit der definitiven Sperrung der Weststrasse für den Durchgangsverkehr.
Für Ernst Hänzi vom Quartierverein Wiedikon ist der Anlass alles andere als feierlich. Unter Umständen werde man in einem Jahr feiern, wenn alle Arbeiten fertig sind. Vielleicht ist bis dann auch der Russ an den Häuserfassaden der Weststrasse verschwunden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.07.2010, 12:28 Uhr
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20 Kommentare
Der Quartierverein Wiedikon ist in etwa so Volksnah wie der Gewerbeverein! Das sollte spätestens seit der Abstimmung zur Neugestaltung der Schmiede Wiedikon, wo der Quartieverein dagegen war aber eine deutliche Mehrheit der Stimmbevölkerung dafür, jedem klar sein. Antworten


































