Weststrasse wird wieder lärmiger
Von Simon Eppenberger. Aktualisiert am 17.06.2009 10 Kommentare
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Die Westumfahrung soll die Stadt Zürich und insbesondere die Weststrasse vom Verkehr entlasten. Die Verkehrsachse soll bis 2012 zur Quartierstrasse verwandelt werden. Doch kurz nach der Eröffnung der Umfahrung müssen die Anwohner der Weststrasse in den sauren Apfel beissen: Seit gestern werden sie die ganze Nacht vom Verkehr gestört. Über 36 Jahre lang hatten sie wenigstens zwischen 22 und 5 Uhr Ruhe – während dieser Zeit wurde der Durchgangsverkehr umgeleitet.
«Jetzt hat es in der Nacht viel mehr Lärm und ich kann nicht mehr lüften wie bisher», klagt ein Anwohner. Während Jahrzehnten habe er wenigsten nach 22 Uhr die Fenster gegen die Weststrasse hin öffnen können. Damit ist es nun vorbei. Grund für den Verkehr in der Nacht ist eine Baustelle beim Lochergut. Um dort die Arbeiten für das neue Verkehrsregime reibungslos durchführen zu können, wurden die drei Barrieren abmontiert, die seit 1973 den Verkehr umgeleitet haben.
Anwohner fordern mobile Barrieren
Mit dieser Situation ist die Anwohnervereinigung Weststrasse gar nicht glücklich. «Wir wollen, dass der Nachtverkehr wieder eingeschränkt wird», sagt deren Präsident Ronald Schmid. Er werde das Begehren direkt an Stadträtin Esther Maurer richten. Dabei denke er etwa an eine temporäre Barriere, sagt Schmid.
Diese Idee kann laut Heiko Ciceri von der Dienstabteilung Verkehr kaum umgesetzt werden: «Eine mobile Barriere ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich.» Dafür müsste jede Nacht die Verkehrsführung der Baustelle entsprechend wieder eingerichtet und abgenommen werden. Das würde gemäss Ciceri auch zu einem grossen zusätzlichen finanziellen und personellen Aufwand führen. «Für die Anwohner ist das keine glückliche Situation, aber wir mussten uns zwischen zwei schlechten Varianten für die weniger schlechte entscheiden», sagt Ciceri.
Mit der Ruhe werden die Mieten steigen
Tagsüber hat der Verkehr zwar deutlich abgenommen, doch der zusätzliche Lärm in der Nacht wird voraussichtlich bis im August 2010 anhalten. Danach wird es unter dem Tag nicht ruhiger: Statt Autos und Lastwagen werden Baumaschinen auffahren und die Weststrasse in eine Grossbaustelle verwandeln. Die ehemalige Transitroute wird total saniert.
Endgültig ruhig wird es erst 2012. Dann wird die ehemalige Westtangente zur Quartierstrasse abklassiert sein. Der Verkehr wird über die Seebahnstrasse geführt. Das macht die Gegend interessant für Investoren, welche die Häuser sanieren oder gar abreissen. Dadurch werden die Mieten deutlich steigen. Ob sich dann die heutigen Anwohner die Wohnungen noch leisten können, ist fraglich. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.06.2009, 14:12 Uhr
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10 Kommentare
Hat jemand etwas anderes erwartet? Erstens könnte die Westumfahrung gar nicht den ganzen Verkehr aufnehmen, denn auch dort gibt Nadelöhre und der Gubrist lässt wegen der Leuenbergerschen Führungsschwäche noch lange auf sich warten. Mir tun die Anwohner Leid, aber es wird nicht besser kommen. Antworten



