Zürich

Wie Tramwerbung aussehen könnte

Von Jvo Cukas. Aktualisiert am 22.02.2012 46 Kommentare

Die Werbetrams der VBZ stossen vielen Zürchern sauer auf. Andere Städte zeigen, dass man es besser machen kann.

1/14 Wenn die Schlange den Bus würgt: Der Kopenhagener Zoo schafft Aufmerksamkeit.
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Stadtzürcher Trams als rollende Litfasssäulen gefallen offenbar nur wenigen. Besonders die Buntstreifen-Fahrzeuge, welche für einen Telekomanbieter werben, gehen den Zürchern zu weit. Auf der VBZ-Facebookseite hagelt es negative Kommentare und viele Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet stimmen in den Chor ein.

Dabei ginge es bei Werbung auf ÖV-Fahrzeugen auch phantasievoller, wie Beispiele aus anderen Ländern zeigen. In Kopenhagen machte der ortsansässige Zoo auf sich aufmerksam, indem Busse mit einer Würgeschlange bebildert wurden. Ein optischer Effekt liess die Werbung aussehen, als würde die Schlange den Bus zerquetschen.

In den USA bewarb der Fernsehsender National Geographic eine seiner Sendungen mit einem Hai, dessen Rachen sich jeweils weit aufriss, wenn die Türen geöffnet wurden. Passagiere mussten also in einen Haischlund steigen, wenn sie ihr Ziel erreichen wollten.

Müllwagen und Vollschlanke

Auch Holländer scheinen optische Täuschungen als Werbung zu schätzen. Die Kampagne «Keep Holland Clean» verwandelte die Rückseite von Bussen schlicht zu einem Müllwagen – inklusive aufgedruckter Kehrichtmänner. Auch um Leute zum Abnehmen zu bewegen, setzte man in Holland auf Humor. Das Heck des Busses wurde mit einem Aufdruck überklebt, der aussieht, als würde der Bus durch vollschlanke Passagiere in eine Schräglage gebracht.

Wären solche Beispiele nicht auch etwas für Zürich? Die VBZ selbst wollen ihren möglichen Werbekunden keine Kreativitätsvorgaben machen. Andreas Uhl, Sprecher der VBZ, erklärt: «Die Werber, welche die vollbemalten Trams konzipieren, sind Profis.» Es liege nicht an der VBZ zu beurteilen, was kreativ sei und was nicht.

Zudem gebe es viele Einschränkungen, welche die Werber zu beachten hätten: Einerseits müssten sämtliche Fenster weiterhin unbedruckt bleiben. «Wir wollen nicht, dass unsere Gäste in einem dunklen Tram sitzen.» Andererseits seien zusätzliche Anbauten verboten. Auch gewisse Farbgebungen dürften nicht verwendet werden: «Ein Tram in Tarnfarben würden wir alleine schon wegen der Verkehrssicherheit nicht zulassen.»

Auftritt wirkt auch ohne Kreativität

Hinzu kämen nationale Gesetze, wie das Alkohol- und Tabakwerbeverbot oder von der VBZ selbst auferlegte Vorgaben. «Alles was anstössig ist, die Grenze von Recht und Anstand überschreitet, lehnen wir ab.» Darunter fielen zum Beispiel Frauen, die als Sexobjekte dargestellt seien.

Ob die VBZ-Einschränkungen aber tatsächlich Erklärung genug sind, dass keine kreativeren Werbebotschaften durch die Limmatstadt rollen, ist fraglich. Eines jedoch ist sicher: Auch ohne kreativen Übermut hat es der Telekomanbieter mit seinem Werbetram geschafft, in aller Munde zu sein. Wenn auch selten mit positiven Reaktionen.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.02.2012, 12:30 Uhr

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46 Kommentare

maja naef

21.02.2012, 13:34 Uhr
Melden 89 Empfehlung

Vor lauter Vorschriften wie und was möglich ist wird es eh eine langweilige Werbung. Lieber ganz verbieten es hat genug Plakate in der Stadt. Viel Werbung ist auch Nötigung. Am liebsten gar keine Werbung auf öffentlichem Grund. Kein wunder braucht jeder 10 CH-Bürger einen Psychologen. TV, Internet, Zeitungen wohin ich schaue überall Werbung. Werbung - Werbung- Werbung- HILFE Antworten


Dieter Boekhoff

21.02.2012, 13:46 Uhr
Melden 86 Empfehlung

Wenn schon Trams um Geld zu verdienen für Werbeflächen zur Verfügung gestellt werden, dann bitte nur an den Aussenwänden. Auf keinen Fall sollte die "Nase" auch mit Buchstaben z.B. "Sunrise" bemalt werden.
Auch im Inneraum hat Werbung nichts zu suchen. Es reicht, wenn man am Fernsehen in den Pausen mit Werbung überschüttet wird und auf der Strasse damit konfrontiert wird.
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