Zürich

Wie die Berliner Polizei ihre Chaoten zähmt

In Zürich wird der Ruf nach einem polizeilichen Pikettdienst laut, der die Stadt besser vor Randalierern schützen soll. Doch während man hier noch diskutiert, setzt Berlin die Pikettmethode bereits um – mit Erfolg.

1/10 Polizeivorsteher Daniel Leupi will mehr Polizeipräsenz auf den Strassen Zürichs.
Markus Heinzer, newspictures

   

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Eingeschlagene Scheiben, zerstörte Autos, verschmierte Fassaden: Nach dem Saubannerzug vom vergangenen Wochenende fordern Politiker eine Verstärkung der polizeilichen Einsatzkräfte, damit die Stadtpolizei künftig schneller gegen Randalierer vorgehen kann. Marco Cortesi, Pressesprecher der Stadtpolizei Zürich, redet von 200 bis 300 Polizisten, die hierzu nötig wären. «Das würde jährlich aber Kosten von 3 bis 4 Millionen Franken bedeuten», so Cortesi.

Was Zürich erst noch prüfen müsste, ist in Berlin bereits Realität. «Wir haben eine Landeseinsatzreserve, die bei spontanen Aktionen und unvorhergesehenen Ereignissen – auch grösseren Unglücken – sieben Tage der Woche rund um die Uhr zur Verfügung steht. Wir reden hier von einer kompletten Hundertschaft, die im Notfall innerhalb eine halben Stunde vor Ort sein kann», erklärt Michael Gassen von der Medienstelle der Stadtpolizei Berlin.

In Berlin gibt es keine Überraschungen wegen Chaoten

Die Beamten der Landeseinsatzreserve sind allerdings im Dienstplan eingebunden und warten nicht zu Hause auf einen Anruf. «Sie erfüllen Aufträge im täglichen Dienst, von denen sie im Notfall sofort abgezogen werden können», erklärt Gassen weiter, «so kommen sie beispielsweise bei der Verkehrsstreife zum Einsatz.»

Wie hoch die Kosten für die Landeseinsatzreserve sind, wollte der Polizeisprecher nicht bekannt geben. Die Methode funktioniert in der Praxis jedenfalls sehr gut. «Weil wir so viele Einsatzkräfte im Dienst haben, kam es in den letzten Jahren nicht vor, dass wir noch weitere Leute aus ihrer Freizeit abrufen mussten. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass wir von Spontanaktionen oder Demonstrationen überrascht wurden. Wir haben genug Beamte im Dienst, die für eine sofortige Lageberuhigung sorgen», betont Gassen.

Basel: «Wir sind in derselben Lage wie Zürich»

Ob in Zürich ein solches Modell denkbar wäre, war auf Anfrage nicht in Erfahrung zu bringen. Sicher ist jedoch, dass auch in anderen Schweizer Grossstädten ein Pikettdienst bei der Polizei gewünscht wird. «Wir sind in derselben Lage wie Zürich», sagt Klaus Mannhart, Sprecher der Kantonspolizei Basel Stadt, gegenüber Tagesanzeiger.ch. «Auch die Basler Polizei ist nicht in der Lage, innerhalb kürzester Zeit ein paar Hundert Leute aufzubieten. Einen Pikettdienst in dieser Grössenordnung gibt es nirgends in der Schweiz.» In Basel hat man deshalb auch grösstes Verständnis für die Zürcher Polizei: «Diese Situation war nicht in den Griff zu kriegen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.02.2010, 14:00 Uhr

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8 Kommentare

Markus Freuler

10.02.2010, 12:38 Uhr
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Berlin zähmt also seine Chaoten??? Liebe Tina Fassbind, ist dieser Artikel als Satire gedacht? Vielleicht lesen Sie mal was über den vergangen 1. Mai in Berlin. Die deeskalieren sich dort zu tode! Und jetzt raten Sie doch mal, welcher Partei die zuständigen, Innensenator Körting und Polizeipräsident Glietsch angehören? Ups, da wäre eine wirkliche Parallele zu den Zürcher Verhältnissen. Antworten


sepp zuercher

10.02.2010, 10:45 Uhr
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Ich kann mir vorstellen, dass die um Zürich liegenden Gemeinden und Kantone keinen Bock haben, sich an einer solchen Truppe zu beteiligen. Weil auf dem Land, da ist die Welt noch heil, und der Steuersatz tief. Antworten


Hans Graf

09.02.2010, 16:52 Uhr
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Es gibt nur eine wirksame Methode, die 1981 in Nürnberg erfolgreich angewendet wurd: Einkreisen, viele Stunden warten lassen (ohne Toilette!), mindestens für Tage und Wochen in Untersuchungshaft nehmen und dann wegen Landesfriedensbruch verurteilen und die Schäden zahlen lassen. Es kann ja nicht sein, dass eine Hundertschaft von linken Chaoten eine Stadt in Geiselhaft nehmen kann! Antworten


Sabrina Meier

09.02.2010, 16:50 Uhr
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Zürich ist sicher die einzige Stadt wo man stundenlang Fenster einschlagen kann und Sprayereien anbringen kann und die Polizei guckt nur doof zu... Verhaftungen? zero... Das wird sich schnell herumsprechen und das nächste Mal werden es ein paar Hundert Chaoten mehr an der "Party" sein! gute Nacht! Hilft wohl nur noch eins: Alle Abwählen am 7. März! Antworten


Marc Sailer

09.02.2010, 16:09 Uhr
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Berlin ist eine Millionenstadt in der es eine breite Subkultur gibt, Zürich ist ein Dorf mit einer von oben herab verordneten Uniformität. Und ich glaube nicht das sich Schweizer Polizisten zu einen zusätzlichen Dienst freiwillig verpflichten lassen. Alles viel zu Anstrengend. Sah man ja bei der Europameisterschaft, die Deutschen Einsatzkräfte fackelten nicht lange bei Randale und Gewalt.......... Antworten


Adolf Kurt Leemann

09.02.2010, 15:07 Uhr
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Weniger Parkbussen verteilen und die Chaoten vertreiben..... Antworten


Peter Studer

09.02.2010, 13:35 Uhr
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Es ist eben nicht nur in Berlin so. Wenn München für eine mutmassliche Bombe im Handgepäck 1000 Polizisten innert kürzester Zeit aufbieten kann... Die Deutsche Polizei kennt das System der Bereitschaftspolizei. Vielleicht ist es an der Zeit das Stapo und Kapo zusammen mit z.B. Winterthur o.a. Gemeinden etwas für den gesamten Kanton auf die Beine stellen. Sollte ja auf so kleinem Raum möglich sein. Antworten


Christian Weber

09.02.2010, 12:29 Uhr
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Ob 10 oder 100 Polizisten den Chaoten zuschauen spielt eigentlich keine Rolle. Antworten



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