«Wir gratulieren der Stadt Wien zum ersten Platz»
Interview Maria Rodriguez. Aktualisiert am 27.04.2009 18 Kommentare
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Elmar Ledergerber, Zürich ist in Sachen Lebensqualität nicht mehr die beste Stadt der Welt, Wien hat Zürich auf Platz 2 verdrängt, ein herber Rückschlag. Was machen die Wiener besser?
Es ist immer bedauerlich, wenn man den ersten Platz verliert. Ein achtes Jahr an der Spitze wäre schön gewesen. Aber objektiv betrachtet ist auch der zweite Platz ein herausragendes Ergebnis und spricht für die ausgezeichnete Lebensqualität in der Stadt. Was die Wiener besser machen, gilt es noch zu analysieren. In der Spitzengruppe liegen die Städte ja sehr eng beieinander. Da können Details den Ausschlag geben. Auf jeden Fall gratulieren wir der Stadt Wien zum ersten Platz.
Bei den Gründen für die Ranking-Verschlechterung wurde unter anderem die Finanzkrise angegeben. Die hat Österreich aber auch. Wie erklären Sie sich das?
Es ist richtig, auch Wien und Österreich wurden von der Finanzkrise schwer getroffen. Aber wurde die Finanzkrise wirklich als Grund genannt? In der Mitteilung ist von «improvements in Austria's political and social environment» die Rede. Was damit genau gemeint ist, wird sich zeigen. Die Studie wird ja erst am Dienstag offiziell publiziert.
Waren Sie schon selber schon in Wien, wie sieht Ihr persönlicher Vergleich zwischen den beiden Städten aus?
Zürich pflegt enge Kontakte zur Stadt Wien. Anlässlich der Euro 2008 haben wir zum Beispiel eng mit Wien zusammengearbeitet. Bürgermeister Michael Häupl ist immer wieder in Zürich zu Gast. Wien ist zweifellos eine attraktive Stadt. Man spürt die Tradition und die monarchistische Vergangenheit, gerade in der Architektur. Wien und Zürich haben auch Gemeinsamkeiten: In beiden Städten wird zum Beispiel dem gemeinnützigen Wohnungsbau hohe Bedeutung zugemessen.
Sieben Jahre lang war Zürich auf Platz 1 – das deckt sich genau mit Ihrer Amtszeit als Zürcher Stadtpräsident. Ist das purer Zufall oder ist Zürich ohne Ledergerber einfach nicht mehr top?
Da besteht meiner Meinung nach kein kausaler Zusammenhang. Zu Zürichs Lebensqualität tragen eine ganze Reihe von Faktoren bei. Neben dem wirtschaftlichen Aufschwung und dem Engagement unzähliger Zürcherinnen und Zürcher in den verschiedensten Bereichen hat aber sicher auch die kluge Politik des Stadtrats zu Zürichs Erfolg beigetragen.
Diese Woche geben Sie das Amt des Stadtpräsidenten ab. Zürich muss aber auch künftig nicht ganz auf Sie verzichten, Sie wurden zum Präsidenten von Zürich Tourismus gewählt. Wie möchten Sie in dieser neuen Funktion Zürich wieder an die Spitze bringen?
Die Stadt Zürich ist die grösste Tourismus-Destination der Schweiz. Im Tourismus liegt noch unausgeschöpftes Potenzial für die Stadt. Die Aufgabe von Zürich Tourismus ist es, die Lebensqualität und die Attraktivität von Zürich - von der einmaligen Lage am See bis zum herausragenden kulturellen Angebot - bekannt zu machen. Dafür werde ich mich in Zukunft engagieren.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.04.2009, 14:15 Uhr
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18 Kommentare
Es wäre interessant zu wissen wie gross der Image Schaden, welcher durch die UBS entstanden ist, für die Schweiz und den Standort Zürich ist. Schon im "Fall Meili" hat die UBS dem Land einen grossen Image Schaden verursacht. Die grossartige PR Arbeit die während der EM gemacht wurde, ist innert kürzester Zeit durch die UBS Ereignisse zerstört worden. Eine Schadenersatzforderung wäre angebracht. Antworten
Zürich ist definitiv eine wundervolle Stadt, was insbesonders auch der linken Regierung und ihrer Offenheit zur Alternativkultur zu verdanken ist. Der Dynamik aus diesem Bereich verdankt ZH einiges an Innovation, Lebendigkeit und Einzigartigkeit. Schade, dass Wohnungen (und Räume) nun unbezahlbar werden für Kreative, die Stadt stattdessen von Trendbünzlis und Yuppies in Beschlag genommen wird. Antworten
@danilo zink: Als Deutscher freue ich mich, dass sie z.B. München eine hohe Lebensqual. attestieren :-) Als "echter" Düsseldorfer verweigere ich mich dem natürlich :-) Nein, ernsthaft: Wien, London, München etc. sind tolle Städte. Mich würde interes., wie Stuttgart in ihre Aufzählung kommt? Ich habe noch nie in ZH gelebt und würde daher ZH auf jeden Fall zu den o.g. zählen. Eine tolle Stadt ... Antworten
Bin ein passionierter Städereisender; irgendwie hatte ich immer den Eindruck, dass der schwammige Begriff 'Lebensqualität' nicht wirklich viel aussagt. Städte, welchen ich jederzeit eine bessere 'Lebensqualität' attestiere: München, Wien, Stuttgart, London, Edinburgh.... und einige mehr. Die Lage von Zürich (See, Hügel) ist einmalig, aber die nötige Gelassenheit, die Stadt zu geniessen, fehlt! Antworten
Herr Möller, es lohnt sich, die Stadt abseits des klischeebehafteten Touristenführers auszukundschaften. Die Lebensqualität Zürichs nährt sich aber gerade aus der Tatsache, dass das Leben hier ohne grosse Avenuen, U-Bahnen, oder von pompösen architektonischen Inszenierungen einer absolutistischen Vergangenheit funktioniert. Nur bezahlbare Wohnungen fehlen noch zur absoluten Lebensqualität. Antworten
Die meisten Schweizer/Zuercher staenkern immer. Das Tram ist 2 Minuten zu spaet etc, jetzt ist Zuerich No.2 und dies ist cool nach 7 Jahren No. 1. Was gibts da noch zu staenkern. Die meisten Staenkerer haben noch nie im Ausland oder anderen Kontinent gearbeitet. Immer selben Ort, selbe Stelle. Ich komme immer wieder gerne nach Zuerich zurueck, sauber, cool und die schoensten Girls der Welt.... Antworten
Kam gerade aus Wien zurück: Die Stadt hat ein Kulturangebot, das Seinesgleichen sucht. Die Stadt hat eine grosszügige Architektur und sehr breite Strassen. Die Menschen sind ruhig und freundlich, bei Weitem nicht so gehetzt wie in Zürich. Dass ZH auf dem ersten Rang lag, war wohl dem Umstand tiefer(er) Steuern und dem Urteil all der dort so gut verdienenden Banker zu verdanken. Antworten
Tja, da fragt sich nun die Zürcher Stadt-Stadtregierung warum Zürich immer mehr in Vergessenheit gerät? Zürich hat kein Konzept! Durch aufstellen von Riesenrädern und Chilbis ist es leider nicht getan. Esther Maurer würde dies am liebsten gleich auch noch verbieten? Die "Weltstadt" Züri hat in den letzten Jahren durch ihre Bünzli-Politik enorm am Attraktivität verloren. Das hört man leider überall Antworten
"Sieben Jahre lang war Zürich auf Platz 1 – das deckt sich genau mit Ihrer Amtszeit als Zürcher Stadtpräsident." Da hat unser Stapi ja extrem schnell gearbeitet! Kompliment! Immerhin hat es sieben Jahre gebraucht, bis Ledergerber's Führung den Abstieg einleitete. Offenbar ist auch dieses Sytem mit einer Verzögerung behaftet. Von der Vorarbeit der Vorgänger liest man nichts. Antworten
@ Müller: War vor wenigen Tagen in Wien: Es gibt auffallend viele Hinweisschilder, dass die Hundehalter mit EUR 36.- gebüsst werden, wenn sie das Häufchen ihresVierbeiners nicht entsorgen. Ich bin sehr häufig in Wien und kann den Spitzenplatz nachvollziehen, wenngleich es auch einige Punkte gibt, welche ich ankreiden würde. Antworten
@Rudolph Du vermischst Grossstadtangebot mit Lebensqualität. Jeder der die Pariser Metro im Alltag nutzen musste oder in NY mal eine Rushhour miterleben musste wird mich verstehen. Ausserdem ist es in Zürich viel einfacher Geld zu verdienen oder sich auch ohne Geld zu amüsieren (Naherholungsgebiete). Ich liebe beide Städte aber das Leben in diesen Grossstädten ist massiv härter als in Zürich. Antworten
Mir ist völlig unklar, wie ZH zu diesem Ranking kommt. Zur Lebensqualität zählen doch auch erlebbare Geschichte, Kultur (Museen, Theater), Architektur (geschichtsträchtige Gebäude, grosse Plätze), Verkehr (grosse Avenuen, U-Bahn), viele internationale Restaurants usw. Dies alles ist in Zürich doch -wenn überhaupt- nur in bescheidenem Masse vorhanden. London, Paris, Berlin kommen da in Frage. Antworten
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Johannes Sprickler
Zürich ist sicher eine interessante Stadt mit einer attraktiven Lage. Aber man muss einfach sagen, dass es mit Wien nicht wirklich mithalten kann! Wien bietet neben einer wirklichen Weltstadt-Atmosphäre, die Zürich schlicht nicht hat, eine unerreichbare Kultur-Fülle und gleichzeitig alte imperiale Traditionen neben ultra-moderner Urbanität, die sich aber auch weniger betuchte Leute leisten können! Antworten