Zürich
«Wir sehen die Strichzone in der Brunau als Überlaufventil»
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 27.11.2012 24 Kommentare
Wo bis August 2013 angeschafft werden darf
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Der Zürcher Stadtrat schränkt die Strichzonen von Zürich ein: Ab August 2013 darf nur noch auf dem Strichplatz in Altstetten, im Niederdorf und in der Brunau angeschafft werden.
Prostitution ist in der Brunau schon heute erlaubt. Der Strassenstrich verläuft auf der Allmendstrasse zwischen Giesshübelstrasse und der Autobahnausfahrt Brunau. Ab kommendem August wird er verkürzt und von der Stadt weggerückt: Neu beginnt er am südlichen Ende des Sihlcity-Gebäudes und endet wiederum an der Autobahnausfahrt.
Strassenstrich neben dem Freestyle-Park
«Früher haben auf den Parkplätzen zwischen Sihlcity und der Brunau jeden Abend Prostituierte in oder neben ihren Autos auf die Freier gewartet. Seit das Einkaufszentrum gebaut wurde, ist es allerdings ruhig geworden», sagt Ernst Hänzi, Präsident des Quartiervereins Wiedikon, gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Er glaubt jedoch, dass künftig wieder mehr Frauen in der Brunau anschaffen werden, denn «irgendwo müssen die Prostituierten ja hin». Das Ganze könne nur akzeptiert werden, wenn alles ruhig und kontrolliert ablaufe, wenn die Sicherheit der Anwohner gewährleistet sei.
Störend ist für Hänzi vor allem, dass man nun in unmittelbarer Nähe des neuen Freestyle- und Bike-Trailparks die Prostituierten hinstellen wolle. «Da will man die Jugend schützen, und dann baut man einen Freestyle-Park neben eine Drogenanlaufstelle und einen Strassenstrich. Das ist absurd.» Auch Jörg Engeler, Centerleiter Sihlcity, bezeichnet den Standortentscheid des Stadtrats gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet als «nicht optimal», weil in unmittelbarer Nähe der Bike-Park und Freestyle-Park gebaut werden und sich entsprechend viele Jugendliche an diesen Orten aufhalten werden. Einen Imageverlust für das Einkaufscenter befürchtet Engeler jedoch nicht. «Da man den vorgesehenen Bereich hauptsächlich mit dem Auto durchquert, tangiert es den Zufahrtsweg ins Sihlcity in keiner Weise.»
Suchverkehr durchs Quartier befürchtet
Auch beim Quartierverein Enge hat man gewisse Vorbehalte gegenüber den Plänen der Stadt. Zwar zeigt man aufgrund der Erreichbarkeit und der Entfernung zu den Wohngebieten Verständnis für die Wahl des Standorts Brunau. Allerdings geht man davon aus, dass die Belastung der Brunau ab August 2013 spürbar zunehmen wird.
Deshalb hat der Verein bereits im Mai 2011, als der Stadtrat seine Pläne erstmals bekannt gab, konkrete Schutzmassnahmen verlangt. So müsse unter anderem der Suchverkehr der Freier durchs Quartier verhindert werden und die Benutzung des Naherholungsgebiets Allmend sowie der Station Brunau für die Quartierbewohner «auch ohne weite Umwege oder Belästigungen» gewährleistet sein.
Strassenstrich auf den Strichplatz konzentrieren
Vorerst ist die Situation in der Brunau allerdings ausgesprochen ruhig. «In den letzten Jahren haben wir festgestellt, dass dort keine Frauen mehr anschaffen», erklärt Marco Bisa, Pressesprecher der Stadtpolizei Zürich. Mit Ausnahme des Sihlquais und des Niederdorfs seien alle bisherigen Strassenstrichzonen von den Prostituierten kaum genutzt worden, bemerkt Reto Casanova, Pressesprecher des Zürcher Polizeidepartements. «Wir hoffen, dass das in der Brunau auch in Zukunft der Fall sein wird, und werden die Situation genau beobachten.»
Zeichne sich eine Verschiebung ab, werde mit geeigneten Massnahmen eingegriffen. «Ziel ist es, dass der gesamte Strassenstrich sich auf den Strichplatz in Altstetten konzentriert. Die Strichzone in der Brunau sehen wir quasi als Überlaufventil, als Ausweichzone.»
Waser sieht in der Nähe zum Freestyle-Park kein Problem
Auf die Frage, warum die Stadt unter den gegebenen Umständen bei der Ausarbeitung des neuen Strichplans nicht gleich ganz auf den Strassenstrich in der Brunau verzichtet habe, antwortet Sozialvorsteher Martin Waser: «Wir haben uns dazu entschieden, weil es dort bisher nie Probleme gab. Das Gebiet ist nicht stark bewohnt, und niemand wird durch den Strich beeinträchtigt.» Auch er betont, dass man sofort reagieren würde, sollte sich an dieser Situation etwas ändern.
Dass jedoch durch die Nähe des Strassenstrichs zu den neuen Bike- und Skate-Anlagen Probleme entstehen könnten, glaubt Waser nicht: «Meines Wissens finden die sportlichen Aktivitäten auf dem Freestyle-Park tagsüber statt und die Prostitution in der Nacht. Das bringt man gut aneinander vorbei.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.11.2012, 13:40 Uhr
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24 Kommentare
Überlaufventil für den Strassenstrich. Man könnte meinen, es gebe sowas wie eine Naturgewalt Strassenstrich, die man nicht einfach aufhalten, verbieten kann. Bordelle sind für mich der einzige Weg weil nur dort kontrollierbare Zustände herrschen. Und dass dieses Gewerbe kontrolliert werden muss, zeigen gerade die Erfahrungen mit der Strassenprostitution. Antworten
Das kann ja nicht sein. Da baut man für die Jugend einen so teuren und tollen Freestylepark und lässt gleich nebenan die Prostitution zu. Mit dem, was die Politiker heutzutage so abliefern, komme ich mir vor wie auf der Geisterbahn. Kein Wunder gehen aus Protest immer weniger Stimmbürger an die Urne. Es gibt ja keine wählbaren Anwärter auf die hohen Ämter mehr. Antworten
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