«Wo käme Zürich hin, wenn das Parlament auch noch über Kunst diskutieren müsste?»
Von . Aktualisiert am 16.07.2010 132 Kommentare
Janine Hosp.
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Wie es herauskommt, wenn ein Parlament über Kunst diskutiert, hätte der Zürcher Gemeinderat nicht besser demonstrieren können als an der Budgetdebatte im Dezember. «Bitte unterstützen Sie diesen Seich nicht!», rief ein Bürgerlicher entnervt in den Saal. Dafür musste er sich von einem Grünen anhören, alle Gegner des Hafenkrans seien «kleinbürgerlich, langweilig und spiessig» – worauf dieser heftig ausgebuht wurde.
Nur gut, hat der Stadtrat und nicht das Parlament Kunstwettbewerbe in der Hand. Wo käme Zürich hin, wenn dieses auch noch über Kunst diskutieren müsste? Es hat so schon grösste Mühe, seine lange Pendenzenliste abzuarbeiten, und auf dieser warten weiss Gott wichtigere Geschäfte als der Hafenkran. Das Projekt ist auch nicht so daneben, dass das Parlament die Handbremse ziehen müsste; der Kran polarisiert zwar und provoziert Diskussionen – aber genau dafür ist Kunst da.
Es ist legitim, dass der Stadtrat dem Parlament das Geschäft nochmals unterbreitet, zumal es am Ende mit nur einer Stimme Differenz für den Übungsabbruch eingetreten war. Schliesslich sollen nicht Schweinegrippeviren oder überfüllte Parlamentarierblasen über das Projekt entscheiden. Sagt der Gemeinderat das nächste Mal Ja, bekommt Zürich ein Projekt, das weltweit Beachtung finden wird. Und es würde nicht überraschen, wenn am Ende der Aktion ein Vorstoss aus dem Parlament käme, man solle den Kran doch bitte noch etwas länger stehen lassen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 16.07.2010, 07:41 Uhr
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132 Kommentare
Ich als Zürcher finde das Projekt gut und freue mich bereits jetzt auf die neue Perspektive auf unsere Stadt, die damit eröffnet wird. Was die Kritiker angeht, so möchte ich gerne wissen, was sie vor ein paar Jahren zu all den Plexiglaskühen und Teddybären zu sagen hatten, die wesentlich weniger mit einer alten Handelsstadt wie Zürich zu tun hatten, als ein ästhetisch interessanter Hafenkran. Antworten
Zum Glück folgt der Stadtrat diesem kleinbürgerlichen, engstirnigen Beschluss, der auf Antrag der abgewählten Susi Gut gefällt wurde, nicht. Gerade mal 300 Unterschriften erreichte die Petition gegen das Projekt, da kann wohl nicht behauptet werden das Volk wolle den Kran nicht. Antworten



