Zürich
Zickzackkurs von Carmen Walker Späh
Von Georg Gindely. Aktualisiert am 07.11.2012 6 Kommentare
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Die Querelen in der FDP, die während der Kandidatenkür für die Nachfolge von Stadtrat Martin Vollenwyder aufgetreten sind, haben ein Nachspiel. Laut FDP-Präsident Michael Baumer wird es eine Aufarbeitung der Ereignisse der letzten Tage geben. Wann diese erfolgen wird, ist noch offen.
Die Partei hat in der Tat viel zu diskutieren. Neustes Thema ist das Verhalten von Carmen Walker Späh. Die Kantonsrätin hat sich am Montagabend kurzfristig als Gegenkandidatin von Marco Camin aufstellen lassen – auf Wunsch der FDP-Frauen. Diese haben die Findungskommission heftig dafür kritisiert, dass sie vor zehn Tagen, als Vollenwyder seinen Rücktritt bekannt gab, Camin als einzigen Kandidaten vorgeschlagen hatte. Die FDP-Frauen forderten in einer Medienmitteilung einen Doppelvorschlag mit Walker Späh und kritisierten Camin als «politisches Leichtgewicht».
Absage zu Beginn
Doch am Montagabend wurde an der Delegiertenversammlung der FDP bekannt, dass Walker Späh selbst eine Doppelkandidatur verhindert hatte. Lukas Apafi von der Findungskommission, der bis dahin zu den Vorwürfen geschwiegen hatte, meldete sich zu Wort. Er sagte, dass Walker Späh im September einen Zweiervorschlag abgelehnt hatte, weil sie nicht gegen einen Mitkandidaten antreten wollte.
Er habe zuerst vor den Delegierten und nicht vor den Medien Stellung nehmen wollen, sagte Apafi gestern. Zu Beginn des Auswahlverfahrens habe die FDP-Parteileitung gegenüber der Findungskommission den Wunsch geäussert, dass nur eine Person nominiert werde. Es könne unter Umständen aber auch eine Zweierkandidatur in Betracht gezogen werden. Deshalb habe die Findungskommission die beiden Kandidaten zu Beginn des Auswahlverfahrens ausdrücklich gefragt, ob sie sich einer Zweiernomination stellen würden. Carmen Walker Späh habe dies deutlich verneint, weshalb ein Zweierticket für die Findungskommission nicht mehr infrage gekommen sei, sagt Apafi. «Daraufhin haben wir unser gesamtes Auswahlverfahren auf die Einernomination ausgerichtet.»
Mit 41 zu 61 Stimmen unterlegen
Am Montag bei der FDP-Delegiertenversammlung sind nun doch zwei Kandidierende zur Wahl gestanden. Walker Späh unterlag in der parteiinternen Ausmarchung gegen Camin mit 41 zu 61 Stimmen. Nun steht sie nicht nur als Verliererin da, sondern auch als wankelmütige Politikerin. Dagegen wehrt sich die Kantonsrätin: Die Findungskommission habe sie beim Hearing im September gefragt, wie sie zur Strategie der Einerkandidatur der Parteileitung stehe. Sie habe daraufhin gesagt, dass sie diese unterstütze. «Dafür sprachen viele gute Gründe, vor allem das straffe Zeitprogramm», so Walker Späh.
Letzte Woche sei sie von verschiedenster Seite gebeten worden, zu kandidieren – nicht nur von den FDP-Frauen. Sie finde es richtig, dass sie und die Parteileitung den Delegierten eine Wahl gelassen hätten. So gehe nun auch Marco Camin demokratisch legitimiert in den Wahlkampf. Das findet auch Gemeinderätin Ursula Uttinger. Die Präsidentin der FDP-Frauen war federführend im Kampf gegen den Einervorschlag der Findungskommission. «Ich hoffe, unsere Partei geht gestärkt aus der Situation heraus», sagt Uttinger. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 07.11.2012, 06:14 Uhr
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6 Kommentare
Frage: Wer lügt jetzt, oder, ein bisschen moderater ausgedrückt, wen lässt sein Gedächtnis im Stich - Apafi oder Walter Späh? Ersterer behauptet, Walker späh habe sich klar gegen eine Zweierkandidatur ausgesprochen, Letztere stellt dies ebenso klar in Abrede. Einmal mehr ein jämmerliches Schauspiel der ehemals staatstragenden Partei FDP. Antworten
Wann endlich sehen Politiker(-innen) ein, dass politische Ämter nicht zur Befriedigung des eigenen Ego gedacht sind, sondern ein Dienst am Volk, oder mindestens der eigenen Wähler, sein sollten? Solch schleimige Wendehälse schaffen nur Politikverdrossenheit und schaden den eigenen Parteien. Antworten

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