Zora Ledergerber: «Mein Vorname hat nichts mit politischem Engagement zu tun»
Interview: Claudia Imfeld. Aktualisiert am 15.01.2010 10 Kommentare
Zora Ledergerber: «Whistleblowing ist ein enorm wichtiges Thema.» (Bild: Keystone)
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Frau Ledergerber, haben Sie Ihren Vater Elmar um Rat gefragt, bevor Sie sich zur Kandidatur entschieden?
Nein. Wir versuchen, Privates und Politisches zu trennen.
Warum?
Mein Vater war während meiner Kindheit schon eine Person des öffentlichen Interesses. Als Tochter will man den Vater da als Privatperson bewahren. Wenn wir uns sehen, dann sprechen wir meist über Privates.
Dann sind Sie nicht zu Hause politisiert worden?
Doch, meine Eltern sind beide politisch sehr interessiert. Mein Interesse wurde da sicher geweckt.
Sie sind seit zwei Jahren Mitglied der GLP der Stadt Zürich. Ihr Vater hat immer für die SP politisiert. War diese für Sie nie eine Option?
Nein. In der heutigen Zeit bringen uns Links-Rechts-Schemata und ideologische Diskussionen nicht mehr weiter. Darum kam für mich nur die GLP in Frage. Ich will Sachpolitik machen.
Hat Ihre Parteien-Wahl Ihren Vater überrascht?
Wir haben uns nicht gross darüber unterhalten. Er findet es toll, dass ich mich für Politik interessiere und mich jetzt für Zürich einsetzen will. Ich führe damit sozusagen sein Engagement für die Stadt Zürich weiter. Das freut ihn.
Sie heissen mit Vornamen Zora. Hat Ihr Vater Ihnen sein Engagement für die SP im Namen mitgegeben, oder einfach das Kinderbuch «Die rote Zora» gelesen?
(lacht) Mit dem politischen Engagement hat mein Name so viel ich weiss nichts zu tun. Meine Eltern haben das Kinderbuch gelesen und sind so auf den Namen Zora gekommen.
Sie haben kürzlich eine eigene Firma gegründet, die Unternehmen zu Whistleblowing berät. Sie haben auch ein Buch zum Thema geschrieben.
Das Thema Whistleblowing kommt in der Schweiz erst langsam auf – ist aber enorm wichtig. Ich will Unternehmen dazu bringen, interne Anlaufstellen zu schaffen. Unzufriedene Angestellte sollen mit ihren Anliegen nicht nach aussen treten.
Einen solchen Fall hat es im Sozialamt der Stadt Zürich gegeben, unter Ihrem Vater als Präsidenten. Esther Wyler und Margrit Zopfi machten Missstände öffentlich, mit denen sie intern aufliefen. Hätte die Stadt anders vorgehen sollen?
Ich finde es sehr wichtig, dass Angestellte intern eine Anlaufstelle haben – auch in der öffentlichen Verwaltung. In diesem Fall hat ein Gericht den beiden Frauen recht gegeben. Das ist ein richtiger und wichtiger Entscheid.
Wenn die GLP und Sie es im März schaffen, soll eines Ihrer Themen die Sanierung der Stadtfinanzen sein. Hat der Stadtrat mit Ihrem Vater als Präsident schlechte Arbeit geleistet?
Nein. Die Stadt hat in den letzten Jahren einen guten Job gemacht. Aber die Wirtschaftskrise hat alle auf dem falschen Fuss erwischt. Wir sollten versuchen, unsere Abhängigkeit von den Grossbanken zu verringern. Wir wünschen uns in Zürich mehr Firmen aus dem Bereich Energietechnologie.
Die GLP ist bisher nicht im Gemeinderat vertreten. Letztes Mal scheiterte die Partei an der 5-Prozent-Hürde. Was ist dieses Mal anders?
Unser Bekanntheitsgrad ist unterdessen gestiegen, und das letzte Mal hatten wir einfach Pech. Ich bin sicher, dieses Jahr schaffen wir es.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 15.01.2010, 14:43 Uhr
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10 Kommentare
@ Stefan Meyer: Lässt sich sehr einfach nachlesen, sollte es Sie wirklich interessieren. @ Zora: Finde ich sehr gut, Deine Kandidaturpläne. Ist an der Zeit, wieder mal jemanden mit internationaler Erfahrung in Wirtschaft und Recht, glaubwürdigem Wissensstand und Stil auf dem Parkett zu sehen. Alles Gute! Antworten



