Zürcher Hotels sind komplett ausgebucht
Von Janine Hosp. Aktualisiert am 28.06.2011 1 Kommentar
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Wer gestern ein Hotelbett in der Stadt Zürich suchte, hatte zwei Möglichkeiten: im Hotel Central Plaza für 395 Franken nächtigen oder im Hotel Hyatt. Dafür allerdings brauchte der Tourist etwas Geld: Das einzig verfügbare Doppelzimmer im 5-Sterne-Haus kostete 1000 Franken. Dies waren die einzigen Angebote, welche die Buchungsplattform von Zürich Tourismus gestern aufführte und bei direkten Anfragen hiess es stets: alles ausgebucht. Selbst im Dolder Grand, das nach seiner Wiedereröffnung Startschwierigkeiten hatte, war kein einziges Bett mehr frei.
«Hotels aller Kategorien sind in der Stadt Zürich sehr gut ausgelastet, oft auch ausgebucht», sagt Julia Zogg von Zürich Tourismus. Der Juni ist einer der besten Monate für die Hotellerie, weil Businessleute ihre Geschäfte noch vor den Ferien abschliessen wollen. Zudem werden viele Anlässe durchgeführt: In diesen Tagen finden sich über 1200 Landschaftsarchitekten aus der ganzen Welt zu ihrem Fachkongress in Zürich ein; Kunstinteressierte kommen für die Festspiele in die Stadt, und selbst während der Art Basel verschlug es etliche Besucher nach Zürich.
Geschäftsleute kommen
Erstaunlich ist, dass die Hotels trotz rekordstarkem Franken gleich gut oder gar noch besser belegt sind als im Juni vor einem Jahr. Damals waren die Zimmer zu 83 Prozent ausgelastet, Touristen aus der EU bekamen für 1 Euro noch 1.35 Franken statt wie heute nur 1.19 Franken.
Während klassische Feriendestinationen unter den unvorteilhaften Wechselkursen leiden würden, spüre Zürich praktisch nichts davon, sagt Jörg Arnold, Direktor des Hotels Storchen und Präsident der Zürcher Hoteliers. Die Zürcher profitieren vom hohen Anteil Geschäftsreisender, die weniger preissensibel sind als Private, welche die Übernachtungen selber bezahlen müssen. Zudem haben nach der Wirtschaftskrise viele Firmen grossen Nachholbedarf an Seminaren und ähnlichen Veranstaltungen. Es kommen aber auch noch viele Touristen aus weiter entfernten Ländern nach Zürich – aus China oder Indien etwa, die ihre Ferien langfristig planen.
Was aber geschieht während der Sommerferien, wenn der Geschäftstourismus einkickt? Prognosen sind laut Arnold schwierig, denn oft wird sehr kurzfristig gebucht. Ausschlaggebend wird sein, wo die Deutschen ihre Ferien verbringen, denn sie gehören dem wichtigsten Markt an. «Es kann sein, dass sie gleich durch die Schweiz hindurchfahren.» In einer glücklichen Situation sind jene Häuser, die von Gästen bevorzugt werden, die weder in Euros noch in Dollars zahlen: «Bei Anfragen aus dem arabischen Raum wird oft gleich ein Dutzend Zimmer verlangt», sagt Vanessa Flack vom Dolder Grand. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 27.06.2011, 22:45 Uhr
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