Zürcher Polizei wappnet sich für Hochrisikospiel
Von Stefan Hohler. Aktualisiert am 19.05.2009 17 Kommentare
«An der Langstrasse hat es genug Bars»
In der Nacht auf Montag wird es keine Freinacht geben. Dies hat das Zürcher Polizeidepartement entschieden. «Spielschluss ist bereits um 18 Uhr. Somit bleibt genügend Zeit zum Feiern, bis die Bars regulär schliessen», begründet Departementssprecher Robert Soos. Viele der Fans, aber auch Anwohner werden am nächsten Tag ohnehin arbeiten müssen. Für Nachtschwärmer gebe es zudem rund um den Helvetiaplatz und an der Langstrasse, wo FCZ-Fans bereits 2007 feierten, viele Bars mit Nachtbetrieb. Gemäss Stadtpolizei können im Langstrassenquartier jeweils in der Nacht auf Montag 37 Klubs und Bars bis in die frühen Morgenstunden offen haben. Im ganzen Kreis 4 sind es 169.
Die Bar Xenix, deren Kiesplatz bereits vor zwei Jahren Treffpunkt der feiernden Fans war, hat gar keine Lust auf eine Freinacht: «Nicht mal für den Papst würden wir die Bar offen halten», sagt der Geschäftsführer. Die Betreiber des Restaurants Volkshaus am Helvetiaplatz werden spontan entscheiden, ob die Bar statt bis 24 Uhr bis 2 Uhr offen bleibt.
Im Letzigrund selber gibt es während des Spiels nur Light-Bier (1,8%). Die Gastbetriebe rund um das Stadion dürfen seit April wieder normal Alkohol ausschenken. Das Statthalteramt Zürich hob das von der Stadtpolizei verhängte Alkoholverbot für Risikospiele im April auf.
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Bei einem Sieg über die Basler wären die Zürcher bereits im drittletzten Spiel der laufenden Saison Schweizer Meister – entsprechend hoch werden die Emotionen im vollständig ausverkauften Letzigrundstadion gehen. Erinnerungen an den 13. Mai 2006 werden wach, der unter dem Titel «Schande von Basel» in den Medien Schlagzeilen machte. Damals besiegten die Zürcher den Erzrivalen in Basel in letzter Sekunde und wurden Schweizer Meister. Die wütenden Basler Fans gingen im St.-Jakob-Park auf FCZ-Spieler und Anhänger los und randalierten.
Zwei Extrazüge aus Basel
Am Sonntag um 13.30 Uhr werden zwei Sonderzüge mit Basler Fans im Hauptbahnhof ankommen. Die Fans werden via Limmatstrasse, Escher-Wyss-Platz und Gottlieb-Duttweiler-Brücke zum Letzigrund marschieren. Zwar schreibt die Muttenzerkurve, der Verein der Basler Fans, auf ihrer Homepage «Luutstark zum Letzi! Kai Sachbeschädigung», doch ob sich die Fans daran halten, wird sich am Sonntagnachmittag zeigen.
Die Polizei ist mit einem Grossaufgebot vor Ort, denn es werden viele sogenannte gewaltorientierte Fans erwartet, sagt Stapo-Medienchef Marco Cortesi. Hooligans, die nur darauf warten, dass es Randale gibt. Aber nicht nur die Basler Fans sind wegen ihres Gewaltpotenzials berüchtigt, auch die militanten FCZ-Anhänger werden versuchen, bei einer Niederlage ihren Frust an den Baslern auszulassen. Die Polizei muss sich auf eine «Zweifrontenschlacht» gefasst machen.
Auf Kosten des Staates
Für die Kosten des grossen Polizeiaufgebots werden einmal mehr die Steuerzahler aufkommen. Erst mit dem neuen kantonalen Polizeigesetz kann ein Teil der Sicherheitskosten auf die Klubs abgewälzt werden. Das Gesetz, das in einer Volksabstimmung vor einem Jahr angenommen worden war, konnte noch nicht in Kraft gesetzt werden – eine Beschwerde ist beim Bundesgericht hängig.
In Basel dagegen wird der FCB jetzt schon zur Kasse gebeten. Pro Ticket wird ein Zuschlag von 1.20 Franken erhoben, mit dem die Kosten der Polizeieinsätze mitfinanziert werden. Gemäss dem Basler Polizeisprecher Klaus Manhart zahlte der Verein im letzten Jahr rund eine Million Franken – dies bei Polizeikosten von insgesamt 3,4 Millionen Franken. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 19.05.2009, 11:14 Uhr
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17 Kommentare
Herr Gross, ich wundere mich über Ihre Kritik. Die Kompensation der Kosten per Eintrittsbillet entspricht jedenfalls eher dem Verursacherprinzip als die Polizeieinsätze über die Steuern zu finanzieren. Und als "Besser-Verdiener" bezahlen Sie mit Ihren Steuern verhältnismässig mehr an diese Einsätze, ohne, dass Sie überhaupt etwas vom Spiel haben. Mal angenommen Sie wohnen in der Stadt Zürich. Antworten
Ich bin als Besser-Verdiener gern bereit in soziale Versicherungen mehr einzuzahlen, als jemand der wenig verdient. Aber soll ich jetzt noch bei einem Eintritt zu einer Sportveranstaltung. für die Chaoten und Schläger bezahlen, die alles aus Spass kaputt machen? Nein danke, da bleibe ich fern, ist sowieso viel zu gefährlich dahin zu gehen ! Antworten
Ich liebe Sport sehr, aber warum sollen wir Steuerzahler immer für die Kosten aufkommen, die von diesen Idioten die sich "Fan" nennen verursacht werden? Das sollten die Clubs tun, oder dann sollten sie den Idioten den Eintritt verweigern, aber dann hat es vielleicht keine Zuschauer mehr! Heisst das, dass nur noch Idioten in die Stadien gehen??... Mich schaudert so etwas sehr..... Antworten
Der nichtbeteiligte Steuerzahler ist nicht nur beim Finazschrott der Chaosbanken der Dumme! - Nein auch bei den Fussballchaoten muss er die Entsorgung übernehmen. - Wo bleibt denn da das Verursacherprinzip? Es ist Zeit, dass auch beim Sport eine vorgezogene Entsorgungsgebühr auf das Eintrittsbillet erhoben wird, sodass die Entsorgung der Chaoten von den Veranstaltern finanziert wird. Antworten
Dieser Artikel ist wieder mal unnötige Aufhetzung, schlechter Boulevard Stil. Schon werden in Internetforen in Zürich aufgerufen, den Extrazug der Basler zu stürmen. Wieso werden eigentlich noch die Ankunftszeit und die Route des Marsches zum Stadion publiziert? Antworten
Was mich erstaunt ist dass es die Stapo erlaubt den Baslern vom Hauptbahnhof aus in Richtung Letzi zu marschieren. In Basel für FCZ Anhänger ein Ding der Unmöglichkeit. In diesem Sinne hinterfrage ich die ganze Aktion und dneke das Ausschreitungen von der Stapo gewollt in Kauf genommen werden. Und zwar zu Ausblidungszwecken. Antworten
es ist absolut unbegreiflich, dass man die basler fans durch die stadt ziehen lässt. wieso man das bewährte konzept altstetten aussteigen aufgibt , wird schwierig zu erklären sein. ein solche masse über eine solche lange strecke im griff zu halten unmöglich. falls also sachbeschädigungen zu beklagen sind, trägt die führung des polizeikorps einen wesentlichen teil der verantwortung. Antworten
als Letzigrund-Anwohner bin ich zunehmend irritiert über sogenannte 'Hochrisikospiele' mit Polizeiaufgeboten welche an Kriegszustände erinnern. Zu erwägen wäre eine Nachbarschaftsbewegung welche statt gegen die marodierenden Proletenmeuten der Fans vorzugehen die unterbeschäftigten 'grossen Buben' in den Klubvorständen wegen Anstiftung zum Landsfriedensbruch vor die Gerichte zieht... Antworten
Es kann doch nicht sein, dass immer wieder der Steuerzahler für irgendwelche randalierenden Idioten aufkommen muss. egal ob Fussball oder 1 Mai es sind alle die gleichen bekloppten Volltrottel. Man sollte endlich mal nach dem Verursacherprinzip gehen. Oder eine andere Alternative Massenverhaftungen und Aburteilungen mit sehr hohen Geldbusen. Antworten
Schon jetzt ist bekannt, dass es wieder zu einem Polizeieinsatz kommen wird. Die Kosten dieses Einsatzes müssten die Clubs und nicht der Steuerzahler berappen. Nur so würden sich die Clubs ernsthaft um ihre "Fans" bemühen und aktiv mit der Polizei zusammen arbeiten! Antworten
Traurig, traurig. Manchmal frage ich mich schon, wie blöd doch der Mensch sein kann. Die Lösung mit dem Zuschlag auf die Tickets finde ich auch nicht sehr gut. So muss auch ich als normaler Matchbesucher für das fehlferhalten dieser Schlägertypen bezahlen. Bringt doch die Krawallbrüder schon vor dem Spiel zum alten Hardturm. Dort sollen sie sich doch die Köpfe einschlagen. Antworten
"Die Bar Xenix, deren Kiesplatz bereits vor zwei Jahren Treffpunkt der feiernden Fans war, hat gar keine Lust auf eine Freinacht: «Nicht mal für den Papst würden wir die Bar offen halten», sagt der Geschäftsführer." Halloo!? Entschuldigung wenn man Geld verdienen kann in der heutigen Zeit! Aber ich finde auch an einem anderen Ort mein Meisterbier. Eigengoal Xenix! Antworten







Peter Müller
Als Polizist erstaunlich zu beobachten, wie die Diskussionen jetzt, Jahre zu spät, ihren Lauf nehmen. Nicht erstaunlich wird sein, dass nach dem Fordern nicht viel ändern wird. So mach ich Spiel für Spiel meinen Job. Mit Glück bleib ich gesund, in Basel verlier ich sonst nach 16 Monaten den Job. Tja so wird von uns viel gefordert und mehr genommen. Risikospiel? Für mich eine Existenzfrage........ Antworten