Zürcher Start-up macht Grossunternehmen grüner

Vier Jungunternehmer machen sich eine altbekannte Idee für weniger Abfall zunutze. Ihre Firma Battere entstand aus einem Freizeitprojekt.

«Eigentlich wollten wir nur Müll einsparen»: Die vier Gründer von Battere.

«Eigentlich wollten wir nur Müll einsparen»: Die vier Gründer von Battere.

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Batterien aufladen statt wegwerfen – eigentlich kein neues Prinzip, mit dem das aufstrebende Zürcher Start-up Battere die Schweiz grüner machen will. Doch zentral ist nicht das Prinzip, sondern der Service, den das im November 2013 gegründete Jungunternehmen anbietet. Die vier Gründer Andreas Braendle, Mirko Hofmann, Simon Schwarzenbach und Can Olcer bieten einen Akku-Lade- und Lieferdienst für KMU und Grossunternehmen an, die auf Einwegbatterien verzichten wollen, aber denen es zu aufwendig ist, Batterien selbst aufzuladen.

Dazu benutzt Battere Solarstrom, den sie entweder selbst lokal produzieren oder vom Elektrizitätswerk der Stadt Zürich beziehen. Im Rahmen eines Batterie-Abos werden dann einmal im Monat frisch aufgeladene Batterien per Velokurier im Raum Zürich, oder per Post landesweit, geliefert. Den jährlichen Abfallberg von 3500 Tonnen Einwegbatterien in der Schweiz wollen die vier Unternehmer so reduzieren.

Swiss Re und Zürich-Versicherung machen mit

Die Idee zu Battere kam dem studierten Kommunikationswissenschaftlern Andreas Braendle im Büro beim Auswechseln seiner Computermausbatterie. Als er den Sack mit verbrauchten Einwegbatterien sah, beschloss er für sich selbst, aber auch für seine bequemen Kollegen Akkus anzuschaffen und einen Ladedienst für die ganze Abteilung einzurichten. «Mittlerweile beliefern wir rund 40 grössere Unternehmen wie die Swiss Re oder die Zürich-Versicherung, aber auch kleinere KMU wie das Taschenlabel Freitag zählen wir zu unseren Kunden», erklärt Braendle. Dabei unterscheidet sich Battere von den anderen Zürcher Start-ups durch Finanzierung und Organisation: «Battere ist aus einem Freizeitprojekt heraus entstanden. Eigentlich wollten wir nur Müll einsparen und Freunde mit Solarstrom-geladenen Batterien versorgen. Dass wir eine Dienstleistung daraus machen können, für die wir Geld nehmen wollen, merkten wir erst später», so Braendle.

Bis jetzt finanzieren sich die vier Gründer selbst, bekommen aber auch einen Zuschuss von der Klimastiftung Schweiz. Dieses Geld gibt es jedoch nur tranchenweise und auch nur, wenn die vordefinierten Ziele erreicht werden. «Wir sind auch auf der Suche nach Investoren», bestätigt Braendle. Zwar generieren sie mittlerweile einen kleinen Umsatz, den sie nicht beziffern wollen, alle Kosten könnten aber nicht gedeckt werden. So gäbe es weder volle Löhne noch jegliche Art von Luxus. Echtes Start-up-Feeling halt.

Noch nichts für den Privatgebrauch

Angst vorm Scheitern haben Braendle und seine Kollegen nicht: «Ich blicke sehr optimistisch in unsere Zukunft. Ich glaube, der zu bedienende Markt ist gross genug, und für die Zukunft setzen wir uns auch keine Grenzen, auch keine Landesgrenzen.» Privatpersonen eignen sich momentan nicht als Zielgruppe. «Damit sich der Aufwand lohnt, müssen mindestens zehn Batterien im Monat bestellt werden.» Mehrere Tausende Batterien verleiht Battere monatlich. Wie viele es genau sind, wollte Braendle nicht beziffern. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 23.07.2014, 11:52 Uhr)

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