Zürich bekommt eine «Deutsche Seite»
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 04.05.2011 19 Kommentare
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Auf Seite 24 ist sie zu finden, die «Deutsche Seite». Künftig soll in der wöchentlichen Publikation regelmässig eine Extraseite für die rund 30'000 Deutschen, die in der Stadt Zürich leben, erscheinen.
Und worüber wird in der ersten Ausgabe für Zürichs Deutsche geschrieben? Übers Geld! Deutsche würden – anders als die Schweizer – den Rappen zigmal umdrehen, bevor sie ihn ausgeben, heisst es in einem Artikel über eine Frau, die seit 2006 hier lebt und mit einem Schweizer verheiratet ist. Dann wird an ein paar Beispielen aus dem Familienleben illustriert, was im Umgang mit Geld typisch deutsch und was typisch schweizerisch ist – vorsichtig darauf bedacht, weder den einen noch den anderen Landsleuten dabei auf die Füsse zu treten.
«Grüezi, gahts Ihne guet»
Handzahm ist auch die erste Kolumne der deutschen Studentin Fritzi Hartung-Hofmann, die ihre Erlebnisse beim ersten Inlineskates-Ausflug der Saison schildert. Von romantischen Strassen und besonders frischer Luft ist die Rede und von schnuckligen Hunden und einer netten, alten Lady, die der jungen Sportlerin ein «Grüezi, gahts Ihne guet» entgegenruft und ihr damit «wieder einmal den Start in den Tag versüsst».
Flankiert werden die Artikel von ein paar Agenda-Einträgen für Deutsche in Zürich, einem Kauftipp für deutsches Brot, das in einer Zürcher Bäckerei angeboten wird, und einem Sprachkurs für Schweizerdeutsch-Einsteiger. Heute gilt es, den Satz «sie hett mich schön abeputzt» richtig zu übersetzten. Ein Satz, den man in Zürich gut gebrauchen kann. Echte Lebenshilfe also.
Ausländerintegration fördern
Alles in allem ist der Start der neuen Seite für Deutsche verhalten ausgefallen. Da ginge noch mehr – und wird hoffentlich auch noch mehr gehen. CVP-Nationalrätin Kathy Riklin jedenfalls begrüsst in ihrer «Tagblatt»-Kolumne «die Ausländerintegration» auf der neuen Seite und gibt bei dieser Gelegenheit gleich bekannt, dass sie selbst auch eine deutsche Grossmutter habe, «deren Familie zum Wohlstand unserer Stadt beigesteuert hat». Sie freut sich auf «Austausch statt Bashing».
Die «Tagblatt»-Redaktion selbst hält sich bei der Gestaltung der Seite zurück. Die deutschen Autoren bestimmen, was auf die Seite kommt. «Als Lokalzeitungsredaktion halten wir es einfach für unsere Aufgabe, in unserem Verbreitungsgebiet verbindend zu wirken und dafür zu sorgen, dass sich die verschiedenen Bevölkerungsgruppen auf unseren Seiten finden», sagte Chefredaktor Markus Hegglin im Vorfeld gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Er hofft, dass es nicht zu negativen Reaktionen kommt – «aber ausschliessen kann ich es nicht».
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 04.05.2011, 09:18 Uhr
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19 Kommentare
besser man würde eine schweizer seite in allen grossen deutschen zeitungen schalten. man könnte so deutschen die in die schweiz kommen wollen über "geht oder geht nicht" aufklären. es hat wirklich viele die ein bisschen nachhilfe dringend benötigen würden. Antworten

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