Beim Hauptbahnhof bekommen kleine Notfallpatienten Hilfe
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 05.04.2011
Keine Konkurrenz fürs Kispi
Das Zürcher Kinderspital erhofft sich von dem neuen Angebot eine Entlastung für die eigene Notfallstation. Markus Malagoli, Spitaldirektor des Zürcher Kinderspitals, bezeichnet die Kinder-Permanence gegenüber der SDA sogar als sinnvolle Ergänzung. «Wir sehen das nicht als Konkurrenz», so Malagoli. Insbesondere leichte Verletzungen und Erkrankungen führten dazu, dass es auf der Notfallstation des Kinderspitals zu längeren Wartezeiten komme. Die Notfallstation solle primär für schwere Verletzungen oder Krankheiten offen sein. «Deshalb sind wir nicht unglücklich über das Angebot», lässt sich Malagoli von der Agentur zitieren.
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Quelle: kispi.ch
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Die Zahl der kleinen Notfallpatienten steigt jährlich an. 2010 verzeichnete die Notaufnahme des Zürcher Kinderspitals mit rund 31'000 Patienten einen neuen Rekordwert. «Eine Permanence für Kinder wäre ideal», meinte der Leitende Arzt der Notaufnahme Georg Staubli.
Nun wird aus diesem Wunsch Realität: Am 1. November 2011 wird in Zürich die erste Kinder-Permanence der Schweiz eröffnet. In der neuen Praxis können Patienten im Alter von 0 bis 14 Jahren medizinisch versorgt werden. «Wir haben Räumlichkeiten beim Zürcher Bahnhofplatz gemietet. Uns stehen 250 Quadratmeter mit sechs bis sieben Behandlungsräumen zur Verfügung», erklärt Projektleiter und Teilhaber Michael Meier gegenüber Tagesanzeiger.ch.
Pädiater mit Oberarzt-Erfahrung
In der Anfangsphase stünden pro Tag drei bis vier Ärzte von 11 Uhr bis 21 Uhr im Dienst – und das an 365 Tagen im Jahr. «Die Kinderärzte arbeiten im Schichtbetrieb. Es sind alles sehr gut ausgebildete Schweizer Pädiater, die bereits als Oberärzte tätig waren», versichert Meier. Behandelt werden einfache Not- und Bagatellfälle wie beispielsweise Husten, Durchfall, Fieber oder Erkältungen aber auch leichte Unfälle mit Schrammen oder kleineren Verletzungen.
Wenn das Angebot gut genutzt wird, prüft die Praxisleitung eine Ausweitung der Öffnungszeiten von 9 Uhr bis 22 Uhr. Auch eine Telefon- oder Online-Beratung steht zur Debatte. «Darüber entscheiden wir aber frühestens ein halbes Jahr nach Eröffnung», fügt Meier hinzu.
«Ich werde Patienten zu ihnen schicken»
Mit der neuen Praxis für Kinder wolle man nicht Hauspädiater ersetzen, sondern die Notaufnahmen entlasten. «Deshalb haben wir im Vorfeld mit allen wichtigen Institutionen das Gespräch gesucht und sind nirgends auf Widerstand gestossen», betont Meier. «Auch in der Permanence am Zürcher Hauptbahnhof ist man unserem Projekt gegenüber positiv eingestellt. Daher können wir unsere Praxis auch mit grosser Wahrscheinlichkeit unter dem Namen Kinder-Permanence führen.»
James Koch, Leitender Arzt der Zürcher Permanence, sieht in der neuen Einrichtung sogar eine gute Ergänzung zur eigenen Praxis. «Das Bedürfnis nach einer Notfallpraxis für Kinder ist eindeutig da. Ich werde sicher auch Patienten zu ihnen hinüberschicken», sagt er auf Anfrage. Als Konkurrenz nimmt er das Projekt nicht wahr, eher als Entlastung. «Es wäre auch kein Problem, wenn sie die Bezeichnung Permanence übernehmen würden. Es ist schliesslich kein geschützter Name», so Koch. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 05.04.2011, 11:12 Uhr
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