Zürich erhält eine neue Eishalle

Die Zürcher Architekten von EM2N haben den Projektwettbewerb für die neue Sport- und Freizeitanlage Heuried in Wiedikon für sich entschieden. Das Volk wird 2014 über das 70-Millionen-Vorhaben abstimmen.

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Unter demselben «Dach» werden ein Freibadbetrieb und der Eissport vereint. Damit entstehe ein neuer Quartierschwerpunkt, der ein gesamtstädtisches Bedürfnis decke, heisst es in der Mitteilung des städtischen Hochbaudepartements von heute Donnerstag.

Das Projekt namens «Maoam» funktioniere für den Eissport- und Badebetrieb gleichermassen gut und biete den Eissportlerinnen und Eisportlern eine zeitgemässe und ansprechende Infrastruktur, wird die Wahl des Siegerprojekts begründet. Unter buchstäblich einem Dach würden Winter- und Sommernutzung optimal vereint.

Kostendach eingehalten

Das Hochbaudepartement lobt zudem die Einhaltung des Kostenrahmens von rund 70 Millionen Franken sowie das «ausgereifte Energie- und Materialisierungskonzept». Das siegreiche Architektenteam von EM2N Mathias Müller Daniel Niggli Architekten AG hat nun den Auftrag, sein Projekt weiterzubearbeiten. Zur Teilnahme am Projektwettbewerb waren 12 Teams ausgewählt worden. Die gewünschte Photovoltaikanlage ist in den Kosten nicht enthalten und soll im Rahmen eines Contracting-Vertrags realisiert und betrieben werden, heisst es in der Mitteilung.

Mit dem Bau des neuen Sportzentrums wird auch eine Anpassung der Aussenanlagen notwendig. Im Rahmen des Architekturwettbewerbs sollten unter Berücksichtigung der Hanglage und des schützenswerten Baumbestandes die Liegeflächen für die Badegäste rund um die Schwimmbecken vergrössert sowie das Beachvolleyballfeld und das Planschbecken mit Spielplatz neu platziert werden.

Anlage aus den 1960er Jahren wird abgerissen

Bereits vor über zehn Jahren war der dringende Bedarf an einer Erneuerung und Erweiterung der Sportanlage Heuried festgestellt worden. Es war jedoch eine detaillierte Schutzabklärung zur architekturhistorisch wertvollen Freizeitanlage aus den 1960er Jahren nötig.

Ende 2001 beschloss der Stadtrat, das zur Parzelle gehörende Gemeinschaftszentrum Heuried im Inventar schützenswerter Bauten zu belassen, den Bereich des Sportzentrums und der Garderoben jedoch zum Abbruch freizugeben.

Zwei Saisons ohne Eislaufen und Baden

Die Anlage ist in einem sehr schlechten Zustand. Teilweise löst sich der Beton von den Wänden und Decken, ausserdem sind Gebäude- und Betriebstechnik veraltet. Für die Quartierbewohner bedeutet der Neubau jedoch, dass zwei Saisons lang Eislaufen und Baden «im Heuried» nicht möglich sind.

Das Volk wird im Herbst 2014 über das Bauprojekt abstimmen können. Der Beginn der Bauarbeiten ist im Frühling 2015 geplant, so dass das neu gestaltete Freibad für die Badesaison 2017 zur Verfügung stehen soll. Die Eissportler werden sich bis im September 2017 gedulden müssen.

Kampf gegen die Eisnot

Neben der neuen Eishalle in Heuried ist auch ein neues Eishockeystadion für die ZSC Lions in Altstetten geplant. Wenn beide Projekte beim Stimmvolk durchkommen, vergrössert sich die Eisfläche in der Stadt markant. Bisher herrschte für den organisierten und den Freizeitsport in Zürich Eisno .

Sämtliche zwölf Projekte des Architekturwettbewerbs sind von morgen Freitag, 25. Mai, bis Sonntag, 3. Juni 2012, im Ausstellungsraum des Amts für Hochbauten, Tramonthalle, Robert-Maillart-Strasse 18, in Zürich-Oerlikon zu sehen. (pu/sda)

(Erstellt: 24.05.2012, 14:55 Uhr)

Die Architekten EM2N

Das Büro der EM2N-Architekten Mathias Müller und Daniel Niggli hat in Zürich bereits einige Wettbewerbe gewonnen. So baut das Team für 350 Millionen Franken die neue Hochschule der Künste auf dem Toni-Areal. 2005/06 hat es das Theater 11 in Oerlikon gebaut (27 Millionen), 2005-2007 den Bahnhof Hardbrücke umgestaltet (3 Millionen) oder 2008 bis 2010 die Umnutzung der Viaduktbögen gestaltet (35 Milliionen). (pu)

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