Zürich

Zürich erteilt Lindenhof-Besetzern eine Absage

Aktualisiert am 07.11.2011 100 Kommentare

Nach drei Wochen auf dem Zürcher Lindenhof müssen die Mitglieder der Occupy-Paradeplatz-Bewegung ihre Zelte abbrechen. Die Stadt hat das Bewilligungsgesuch der Besetzer abgelehnt. Dies stösst auf Unverständnis.

Müssen gehen: Die Aktivisten von Occupy Paradeplatz haben ihre Zelte auf dem Lindenhof aufgeschlagen.

Müssen gehen: Die Aktivisten von Occupy Paradeplatz haben ihre Zelte auf dem Lindenhof aufgeschlagen.
Bild: Keystone

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Die Mitglieder der Occupy-Paradeplatz-Bewegung müssen den Zürcher Lindenhof in den nächsten Tagen räumen. Die Stadt informierte die Besetzer heute Abend darüber, dass ihr Gesuch für eine Bewilligung des Camps abgelehnt wird.

Die Stadt habe ihnen einen negativen Bescheid gegeben, sagte eine Sprecherin der Occupy-Bewegung der Nachrichtenagentur sda. Das Unverständnis darüber sei gross. «Die Stadt unterbindet damit den Austausch und die Erarbeitung von Perspektiven.» Das verfassungsgegebene Recht auf Versammlungsfreiheit werde mit dem Entscheid beschnitten.

Nicht mehr geduldet

Der Lindenhof sei in den letzten Wochen zu einer intensiv genutzten Plattform für den Austausch über die Empörung und die Findung von neuen Visionen genutzt worden. Mit dem negativen Entscheid stelle sich die Stadt auch gegen die Bevölkerung.

Zwei Vertreter der Stadt seien persönlich vorbeigekommen und hätten der Gruppe den Entscheid überbracht, sagte die Sprecherin. Die Stadt sei demnach nicht mehr bereit, das Camp zu dulden. «Es wird erwartet, dass wir den Lindenhof in den nächsten zwei bis drei Tagen räumen.»

99 Monate

Man habe ihnen jedoch Hilfe angeboten für die Suche nach einem Ort, wo die täglichen Vollversammlungen abgehalten werden könnten. Wie die Bewegung auf diesen negativen Entscheid reagieren will, wollte sie noch am Montagabend an einer Vollversammlung entscheiden. Seitens der Stadt gab es am Montag keine Informationen über den Entscheid und die Gründe dafür.

Die Bewegung hatte ihr Gesuch für das Camp am vergangenen Donnerstag eingereicht. Darin sprachen die Besetzer von einer Veranstaltungsdauer von 99 Monaten. Damit habe man zeigen wollen, dass die Bewegung nicht kurzfristig denke und den Dialog mit der Stadt suche, hiess es zur Begründung.

Die so genannte Occupy-Paradeplatz-Bewegung hatte am 15. Oktober erstmals in einer friedlichen und farbenfrohen Kundgebung auf dem Paradeplatz demonstriert. Am Montag darauf zogen einige Mitglieder dann auf den Lindenhof. Seither campieren dort nach eigenen Angaben mehrere Dutzend «Empörte» in Zelten. (wid/sda)

Erstellt: 07.11.2011, 19:30 Uhr

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100 Kommentare

carlos zapato

07.11.2011, 20:06 Uhr
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Campieren auf öffentlichen Grund ist untersagt. Für Aktivisten, Touristen, Fahrende, Penner und alle anderen. Ich versteh die Aufregung nicht. Antworten


Ursi Brock

07.11.2011, 19:55 Uhr
Melden 70 Empfehlung

...und doch sind Sie auf dem richtigen Weg... das werden viele von uns merken wenn der Job weg ist, die KK Prämien erhöht werden, die Miete ansteigt, die Preise für den Lebensunterhalt steigen, der fixe Lohn auf ein unverbindliches Bonissystem ungestellt wird, die Renten weiter gekürzt werden, die alten Entlassen werden, die ALV, IV und Sozialwerke zu Tode gespart werden... Antworten



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