Zürich hat den ersten Männerbeauftragten der Schweiz

Zürich ist der erste Kanton, der jemanden anstellt, um die Interessen der berufstätigen Männer zu vertreten. Der Beauftragte soll Vätern helfen, Familie und Beruf zu vereinen.

Der erste Männerbeauftragte der Schweiz: Markus Theunert.

Der erste Männerbeauftragte der Schweiz: Markus Theunert. Bild: Keystone

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Einen Tag vor dem Internationalen Tag der Frau gibt der Kanton Zürich die Schaffung einer neuen Fachstelle für die Gleichberechtigung von Mann und Frau bekannt. Als erster Kanton der Schweiz ernennt Zürich einen Männerbeauftragten. Geleitet wird die neue Stelle von Markus Theunert. Er ist Gründer der Schweizer «Männerzeitung» und Mitinitiant des Schweizer Vätertags und engagiere sich seit Jahren in der gleichstellungsorientierten Jungen-, Männer- und Väterarbeit, heisst es in einer Medienmitteilung der Justizdirektion.

«Männer denken immer noch oft, die Gleichstellung sei ein klassisches Frauenthema», sagt Helena Trachsel, Leiterin der kantonalen Fachstelle für die Gleichstellung von Frau und Mann, gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Theunert werde sich darum bemühen, gerade junge Männer auf Themen wie Familienplanung und Arbeitsteilung zu sensibilisieren.

Teilzeitstellen für Väter

Der neue Männerbeauftragte sei auch als Anlauf- und Beratungsstelle gedacht: «Wir erhalten immer wieder Rückmeldungen, dass es für junge Väter sehr schwierig sei, ihr Arbeitspensum zu reduzieren, um sich ihrer neuen Rolle in der Familie zu widmen.»

Zusammen mit Unternehmen sollen flexible Arbeitsmodelle geschaffen und gefördert werden, die es Männern ermöglichen, Privatleben und Beruf unter einen Hut zu bekommen, sagt Trachsel. «Auch ein angemessener Elternurlaub, der nicht karrierehinderlich wirkt, muss endlich thematisiert werden.»

Gleichstellung noch nicht umgesetzt

Die Stelle sei kostenneutral, da sie nicht neu geschaffen werde, sondern einen internen Abgang ersetze, sagt Trachsel. Der Männerbeauftragte wird künftig unter dem Dach der Fachstelle für die Gleichstellung von Frau und Mann wirken. Das «Gleichstellungsengagement» habe sich bis anhin «vornehmlich den Frauen angenommen und sich um deren gleichwertige Erwerbsbeteiligung und Bildungschancen bemüht», steht in der Mitteilung.

Seither habe sich zwar vieles verbessert – der Verfassungsauftrag der tatsächlichen Gleichstellung sei aber noch nicht umgesetzt, heisst es weiter: Immer noch verdienen Männer durchschnittlich mehr als Frauen. Umgekehrt sei es aber auch für Männer zunehmend schwierig, Familie und Beruf zu vereinbaren. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 07.03.2012, 15:56 Uhr)

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