Zürich ist die Stadt der Generation Y

Verkehrte Schweiz: Die neusten Bevölkerungszahlen Zürichs zeigen überraschende Befunde.

Erstaunlich: Die Stadt Zürich wird immer jünger. (Grafik: Statistik Stadt Zürich)

Erstaunlich: Die Stadt Zürich wird immer jünger. (Grafik: Statistik Stadt Zürich)

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Aufgrund der heftigen Diskussionen über die Finanzierung von AHV und Pensionskassen ist das Thema wieder einmal aktuell: Die Gesellschaft wird immer älter. Zwischen 1993 und 2015 ist das Durchschnittsalter der Schweizer Bevölkerung von 38,6 auf 42 Jahre gestiegen.

Was eher überrascht: In Zürich ist der Trend komplett umgekehrt. Die Stadt wird immer jünger. 1993 lag das Durchschnittsalter bei 42,5 Jahren, im Jahr 2000 bei 41,8. Und Ende des letzten Jahres hatte die durchschnittliche Zürcherin, der durchschnittliche Zürcher bloss 40,3 Jahre auf dem Buckel, wie Kathrin Ehrensperger von Statistik Stadt Zürich auf Anfrage sagt.

Studentenstadt

Der Befund wird durch am Donnerstag publizierte Zahlen der Statistiker bestätigt. So leben über 87’000 30- bis 39-Jährige in der 416’000-Menschen-Stadt. Das sind satte 22 Prozent mehr als im Jahr 2000. Und auch die Gruppe der 25- bis 29-Jährigen hat sich vergrössert, wie die Bevölkerungspyramide zeigt. Damit ist klar: Zürich ist die Stadt der Generation Y, also jener mit den Jahrgängen 1981–1995.

Was angesichts der Stadtverjüngung nicht überrascht: Auch die Zahl der 0- bis 9-Jährigen ist in den letzten 16 Jahren um ein Drittel gestiegen. Der Babyboom 2.0 ist schon bekannt. Warum die Twens und der 30er-Club zahlenmässig zunehmen, wird von den Statistikern nicht beantwortet. Es könnte mit dem grossen Zulauf zu den Hochschulen zu tun haben.

Fast 100 100-Jährige

Auffallend ist, dass vor allem die Zahl der 70- bis 80-jährigen Frauen deutlich abgenommen hat. Ob infolge einer erhöhten Sterberate oder aufgrund der Abwanderung in die günstigere Agglomeration, lässt sich aufgrund der Zahlen nicht sagen. Handkehrum gibt es heute mehr als doppelt so viele über 100-Jährige wie zur Jahrtausendwende. 98 waren es Ende 2016 auf Stadtgebiet.

Die städtischen Statistiker haben heute Donnerstag weitere interessante Zahlen veröffentlicht. So stammen 80 Prozent der Ausländerinnen und Ausländer aus Europa. Die häufigste Gruppe ist mit 33'548 Personen klar jene aus Deutschland. Rang 2 bekleiden die Italiener (14'543), Bronze geht an Portugal (8274). Sie verweisen die 6207 Spanier und 4809 Österreicher auf die Ränge.

Ein Viertel weniger Einbürgerungen

Den höchsten Zuwachs wiederum verzeichnen die Griechen (+6,2 Prozent) vor der französischen Communauté (+5,9). Vermutlich eher durch Einbürgerung als durch Wegzug ist die Anzahl Personen mit der serbischen Staatsangehörigkeit um 4,1 Prozent gesunken. Kosovaren gibt es 3,3 Prozent, Türken 2,8 Prozent weniger.

Handkehrum hat die Zahl der Einbürgerung drastisch abgenommen. 2016 haben 2752 Ausländer den roten Pass erhalten, was deutlich weniger sind als im Vorjahr, als fast 3700 eingebürgert wurden. Die Entwicklung der Einbürgerungszahlen verläuft seit 1993 nicht stetig, schreiben die Statistiker, sondern variiere von Jahr zu Jahr. Rekordjahr war mit 5154 Einbürgerungen das Jahr 2006.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.03.2017, 12:57 Uhr

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