Zürich

Zürich kann 5600 Tonnen schweres Haus nun doch zügeln

Der markante Backsteingebäude «Gleis 9» beim Bahnhof Zürich-Oerlikon kann gerettet werden. Die Stadt will das 80 Meter lange Gebäude verschieben.

1/4 Das Backsteingebäude muss neuen Gleisen beim Bahnhof Oerlikon weichen.
Bild: NEWS/Romina Lenzlinger

   

Der ABB-Konzern hat eingewilligt, dass das einstige Verwaltungsgebäude der Werkzeug- und Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) beim Bahnhof verschoben wird, wie er am Dienstag mitteilte.

Das Wahrzeichen der Oerliker Industriegeschichte muss wegen des Ausbaus des Bahnhofs Oerlikon neuen Gleisen Platz machen. Die ABB wird dabei enteignet. Bisher hat ABB darauf bestanden, dass vor einer allfälligen Verschiebung die Entschädigungsfrage geregelt sein muss. Da diese nicht rechtzeitig zustande kam, drohte der Abbruch des Gebäudes.

ABB will Entschädigung

Ein Verein «Abbruch-Nein» setzte sich dagegen zur Wehr und suchte nach einer Lösung für das 120 Jahre alte Gebäude. Die ABB schreibt nun in ihrer Medienmitteilung, das Unternehmen wolle auch seine gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen.

Deshalb würden die Argumente der besorgten Parteien und Bürger, die das Gebäude erhalten wollen, anerkannt. ABB gebe grünes Licht für eine Verschiebung des Gebäudes. Gleichzeitig werde das Unternehmen aber weiterhin mit allen Mitteln eine Entschädigung einfordern.

Verschiebung um 60 Meter

Die Stadt Zürich hatte in einer Studie aufgezeigt, dass die Verschiebung des 5600 Tonnen schweren Gebäudes um etwa 60 Meter möglich ist. Gemäss Hochbauvorsteher André Odermatt könnte diese rund ein halbes Jahr dauernde Verschiebungsaktion Mitte nächsten Jahres beginnen.

Zunächst müssen nun aber die politischen Gremien aktiv werden. Der Stadtratsentscheid wird noch im September erwartet. Da das Anliegen auch im Stadtparlament breit abgestützt sei, werde der Gemeinderat das Geschäft wohl bis Ende Jahr abschliessen können, meinte Odermatt.

Das Areal, auf dem das MFO-Gebäude heute steht, muss bis Ende Mai 2012 geräumt und von Altlasten gereinigt sein. Dann will die SBB mit dem Gleisbau beginnen. (ep/sda/)

Erstellt: 07.09.2010, 15:12 Uhr

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16 Kommentare

Rolf Bänziger

08.09.2010, 06:02 Uhr
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Für normale Bürger einfach nur noch unverständlich! Mt diesem "verschobenen" Geld könnte AHV - IV unterstützt werden, in Bildung investiert, ein zweiter Hafenkran (upps) montiert oder bei der nächsten 1. Augustfeier als Feuerwerk in die Luft geblasen werden. Ach, ich vergass, es ist ja UNSER Geld, nicht?! Antworten


Peter Frischknecht

08.09.2010, 04:38 Uhr
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Erstaunlich, was unter Druck alles möglich ist!!!! Ich finde es ein schönes Gebäude, und es wäre schade, wenn es abgerissen würde. Zudem gibt es in der Stadt Zürich nicht viele Häuser, die örtlich jemals ihren Standort verschoben. Bin gespannt, wenn dann die Aktion des Hausverschiebens gestartet wird. Gehe auf jedenfalls dann zuschauen. Antworten


Hansueli Meili

08.09.2010, 02:57 Uhr
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Bravo, es ist eine Pflicht von uns diese Kultur Gueter zu erhalten. Die naechste Generation wird es uns danken. Nicht nur Geld ist wichtig, auch die Erhaltung von Kultur Guetern muss einen hohen Stellenwert haben. Oerlikon ist ein alter Industrie Standort, darauf duerfen wir auch stolz sein. Antworten


Daniel Martel

07.09.2010, 22:27 Uhr
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Toll! Und nach der Verschiebung etwas Gutes damit machen, beispielsweise ein Gründerzentrum für soziale Start-Up-Unternehmen. Antworten


Viktor Stieger

07.09.2010, 21:59 Uhr
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Am 21. April 1969 habe ich in diesem Gebäude meine Lehrstelle bei der MFO begonnen. Es ist für mich mehr als nur ein Backsteingebäude. Vom bisherigen Verhalten von ABB war ich enntäuscht. Diese Nachricht befriedigt mich nun sehr. Antworten


Adriano Granello

07.09.2010, 21:07 Uhr
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An der Zürcher Goldküste werden zig erhaltenswerte Bauten aus Renditegründen abgerissen und durch die üblichen Design-Häuser ersetzt. Nach und nach verlieren die Gemeinden so ihr Gepräge und ihre Identität, immer mehr durchgestyleter Einheitsbrei von Zollikon bis Meilen. Dass wenigstens in Zürich-Oerlikon trotz Siedlungsdruck ein Stückchen Identität gerettet werden kann, ist erfreulich! Antworten


Philipp Grassi

07.09.2010, 20:42 Uhr
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Die Nachbarn welche das Gebäude vor die Nase bekommen werden sich freuen... Antworten


daniel keller

07.09.2010, 17:52 Uhr
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Was für ein wahnwitziger, dekadenter Murks! ABB behauptet von sich, «soziale Verantwortung gegenüber der Gesellschaft [...] wahrzunehmen. Diese Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung sind feste Bestandteile der Geschäftstätigkeit von ABB Schweiz.» (Quelle: abb.ch) Das Verhalten des Grosskonzernes zeugt vom totalen Gegenteil. Der Grosskonzern macht die Gesellschaft und die Stadt zum Affen. Antworten


Hans Zuberbühler

07.09.2010, 17:38 Uhr
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Reisst doch dieses hässliche Gebäude ab. Es war schon als Kind für mich kein schönes Haus und ist es bis heute geblieben. Warum immer am alten festhalten? Antworten


David Huber

07.09.2010, 16:42 Uhr
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@H. Müller: Das Problem ist wohl, dass das Gründstück ABB gehört, und sie auch bei einem Abbruch entschädigt worden wären. Es handelt sich hier um eine Enteignung, wie im Text zu lesen ist. Antworten


Juan Fernandez

07.09.2010, 16:19 Uhr
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@Hans Müller: Und wenn das Gebäude stehen gelassen und verkauft werden könnte? Ist ja nicht die Entscheidung von der ABB, Gleise zu bauen und das Gebäude abzureissen. Und das Bauland soll sie ihrer Meinung nach auch verschenken? Unglaublich, was sich der Staat alles erlaubt! Antworten


Ivan Holz

07.09.2010, 16:14 Uhr
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Der reine Wahnsinnn dass sowas überhaupt möglich ist! - Aber cool!! - Mal sehen, was daraus wird... Ps: Könnte man Wohnungs-Mietpreise nicht auch ab und zu nach unten verschieben? Antworten


Alex Sola

07.09.2010, 16:13 Uhr
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Die ABB haben so lange wie möglich gewartet, um den grösst möglichen Druck zu schaffen, um an ihr m.E. ungerechtfertigen Geld zu kommen. Bei der Planung von Zentrum Zürich Nord haben die ABB selber unter den erpresserischen Winkelzüge der damaligen kleinen Grundeigentümer gelitten. Seither sind 12 Jahre vergangen und der Geist der Planung ZZN ist aufgrund personellen Veränderungen verschwunden. Antworten


Adrian Frey

07.09.2010, 15:51 Uhr
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Toll! Yuppie!! Freude herrscht!!! Antworten


Gianin May

07.09.2010, 15:46 Uhr
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Stellt Euch vor, jemand hättes unter Denkmalschutz gestellt, dann müsste ABB noch draufzahlen :-) Antworten


Hans Müller

07.09.2010, 15:30 Uhr
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wunderbar! bleibt nur die Frage, wofür die ABB entschädigt werden will. Wenn das Gebäude abgerissen würde, gäbe es ja auch kein Geld. Und für die Verschiebung zahlen müssen sie ja auch nicht. Was ist also das Problem? Antworten



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