Zum Glück kann Flexity noch hübscher werden
Von Christoph Landolt. Aktualisiert am 02.06.2010 26 Kommentare
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Menschentrauben sind programmiert, wenn das Flexity-Tram im Pendlerverkehr anhält und die Türen öffnet. Zuvorderst und zuhinterst, wo besonders viele Leute ein- und aussteigen, sind die Türen nur halb so schmal wie üblich. Hier müssen die Passagiere in Einerkolonne warten.
Und schmal bleibt es im Tram. Wegen der Niederflurbauweise ragen die Federkästen ins Wageninnere. Deshalb verengt sich der Innenraum über den Rädern so stark, dass dort nur noch für schräg stehende Einzelsitze Platz ist.
Für vier Sitzplätze nebeneinander ist das Flexity zu schmal. Im Testfahrzeug befinden sich gegenüber einer Doppelreihe zwei querstehende Sitze. Der Grund dafür liegt in der Breite des Trams. Das Flexity ist mit 2,30 Metern 10 Zentimeter schmaler als ein Cobra. Ansonsten aber ist das Bombardier-Tram in seiner Augsburger Ausführung mit Flugzeugbestuhlung ausgerüstet, was vielen Zürchern behagen dürfte, wenn sie in ihre Pendlerzeitungen oder Handys vertieft sind.
Weniger Gerumpel
Anders als beim Cobra rumpelte das Flexity auf der Testfahrt kaum. Laut Jürgen Dillmann von den Stadtwerken Augsburg leiden die Bombardier-Trams kaum unter der sogenannten Polygonbildung, die bei den Cobras für starke Vibrationen sorgen. «Die Fahrgäste sind sehr zufrieden und haben bei einer Befragung fast durchwegs die Note ‹Gut› verteilt», so Dillmann.
Welche Noten das Tram von den Zürchern erhalten wird, wissen die VBZ in zwei Wochen. Die Passagiere können im Testfahrzeug auf der Linie 11 Fragebogen ausfüllen, die laut Direktor Guido Schoch von den VBZ sehr wohl beachtet würden. Zu erwarten ist, dass viele Rückmeldungen wegen des Designs des Flexity eingehen dürften. Zumindest unter den Passagieren der ersten Testfahrt hat es nicht für Begeisterungsstürme gesorgt.
Anpassungen nötig
Bleiben werden laut Jacques Baumann von den VBZ die Drehgestellabdeckungen: «Der Zugang zum Fahrwerk muss für die Techniker einfach bleiben.» Sollte sich Zürich für Bombardier entscheiden, dürfte aber wenigstens das Gesicht des Flexity gefälliger ausfallen. «Die Front muss ins Stadtbild passen, Freundlichkeit ausstrahlen und darf den Fussgängern keine Angst machen.» Möglich wird dies, weil Herstellerin Bombardier «nahezu unbegrenzte Möglichkeiten bei der Gestaltung» verspricht. So gut wie alle Komponenten könnten in Form und Farbe an die Bedürfnisse der Betreiberstadt angepasst werden.
Das Tram, das die VBZ von den Stadtwerken Augsburg ausgeliehen haben und während zwei Wochen testen dürfen, zeigt auf, wie viele Anpassungen nötig sein werden, ehe es den hiesigen Anforderungen genügen wird. Der maximale Kurvenradius muss kleiner, die gesamte Karosserie höher gelegt, die automatische Behindertenrampe an einer anderen Tür befestigt werden. Selbstredend würde ein Zürcher Flexity auch im traditionellen Blau-Weiss verkehren, das die Flotte der VBZ auszeichnet.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.06.2010, 15:18 Uhr
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26 Kommentare
Die kleine vordere und hintere Tür ist mir auch sofort negativ aufgefallen. Und bei kompositionen aus zwei Wagen sind's dann schon 4 kleine Türen. Menschentrauben beim Ein- und Aussteigen. Behinderte, bline und alte Menschen wollen immer zuvorderst einsteigen (Bodenmarkierung an den Haltstellen). Die kleinen Türen wären für mich das Killerktiterium dieses Kandidaten. Sorry. Antworten




