Zwei Autoknacker erwischt

Eine Serie von Einbrüchen und Bränden in Zürcher Tiefgaragen hat viele Autobesitzer beunruhigt und einen grossen Schaden verursacht. Jetzt kann die Polizei einen ersten Erfolg melden.

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In den letzten Monaten sind in der Stadt Zürich und der nahen Umgebung rund 500 Autos aufgebrochen worden. Die beiden ersten Einbruchsfälle hatten sich bereits Ende März und Anfang Mai ereignet; dabei ging es wahrscheinlich primär um Vandalismus. Die eigentliche Einbruchserie begann Mitte Juni. Zudem brannte es dreimal in Tiefgaragen - die Brandursache ist in allen Fällen noch nicht geklärt. Laut Martin Sorg, Sprecher der Kantonspolizei, könnte es aber in zwei der Brandfällen darum gegangen sein, Spuren zu beseitigen.

Nun hat die Kantonspolizei einen Fahndungserfolg erzielt: Am Donnerstagmorgen hat sie in Zollikon ein mutmasslichen Autoeinbrecher in flagranti verhaftet. Der 26-jährige Türke war in der Nähe einer Tiefgarage kontrolliert worden, wobei er Einbruchswerkzeug und Deliktgut auf sich trug. Zudem stellte die Polizei in der Sammelgarage fünf aufgebrochene Autos fest. Die weiteren Abklärungen führten zu einem 22-jährigen Komplizen und Landsmann, der ebenfalls verhaftet wurde. Die beiden polizeilich bekannten Männer wohnen im Grossraum Zürich und sind arbeitslos.

Serie von Einbrüchen und Brandstiftungen

Die Kantonspolizei prüft nun, ob die beiden Täter auch für die Einbruchserie und Brandstiftungen der letzten Monate verantwortlich sind. Die Liste der bisherigen Einbrüche in der Region Zürich:

Am 22. März brachen unbekannte Täter in einer Tiefgarage in Wiedikon 27 Autos auf, einzelne Wagen wurden zerkratzt. In den meisten Fällen wurde nichts gestohlen, Vandalismus könnte das Motiv sein.

Zwischen dem 2. und 5. Mai wurden in zwei Tiefgaragen in Wiedikon rund drei Dutzend Autos aufgebrochen. Das Motiv war vermutlich ein Mischung aus Diebstahl und Zerstörungswut.

Ab Mitte Juni bis 24. Juli brachen Unbekannte in der Stadt Zürich in mehreren Sammelgaragen rund 200 Autos auf und stahlen aus Wertgegenstände aus den Fahrzeugen. Die Garagen befanden sich in neueren Überbauungen, vor allem in Zürich-Nord: Affoltern, Oerlikon, Seebach. Betroffen waren auch Altstetten, Unterstrass und Wipkingen.

Am 28./29. Juli brachen Diebe in drei verschiedenen Tiefgaragen in Opfikon 80 Autos auf und stahlen Wertgegenstände.

Am 4. August brannten in einer Tiefgarage in Oerlikon mehrere Autos; verletzt wurde niemand. Die Brandursache ist unbekannt.

Am 5. August brannten ein Auto und ein Motorrad in einer Tiefgarage eines Seebacher Mehrfamilienhauses; weitere Fahrzeuge wurden beschädigt. Verletzt wurde niemand. Die Brandursache ist noch nicht geklärt. In der gleichen Garage wurden in derselben Nacht sechs Autos aufgebrochen.

Am 5. August brachen unbekannte Täter erneut in Opfikon in drei Sammelgaragen rund 30 Autos auf und stahlen Wertgegenstände.

Am 13. August brannten in einer Tiefgarage in Neerach zwei Autos aus; 32 Fahrzeuge wurden beschädigt. Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Die Autos waren nicht aufgebrochen.

Am 12./13./14. August wurden in mehreren Sammelgaragen in Altstetten und Höngg rund 70 Autos aufgebrochen und bestohlen.

Bescheidene Beute

Laut Kapo-Sprecher Martin Sorg war der Wert der Beute jeweils relativ gering. Gestohlen haben die Diebe vor allem elektronische Geräte wie iPods, Navigationsgeräte, Laptops und Bargeld: «Die Beute macht einen Bruchteil des angerichteten Schadens aus.» Die Schadenssumme an einem aufgebrochenen Auto (eingeschlagene Scheibe oder aufgebrochene Tür) beträgt im Durchschnitt rund tausend Franken. Im jüngsten Fall in Zollikon beläuft sich der Sachschaden auf etwa 10'000 Franken. Insgesamt muss mit einem Schaden von rund einer halben Million Franken gerechnet werden. Dazu kommt der Wert der gestohlenen Gegenstände. Die drei Brände verursachten Rauch-, Russ- und Gebäudeschäden von jeweils mehreren Hunderttausend Franken.

Warten, bis Garagentor zu ist

Auffällig ist, dass die Täter in den meisten Fällen ohne Gewaltanwendung in die Tiefgaragen gelangten. Hier setzt die Polizei bezüglich Präventivmassnahmen an. «Wir empfehlen den Autolenkern, nach der Einfahrt in die Garage anzuhalten und zu warten, bis sich das Tor geschlossen hat», sagt Martin Sorg. So könne vermieden werden, dass Unberechtigte in die Garagen gelangen. Zudem sollten die Garagenbenützer bei verdächtigen Wahrnehmungen sofort die Polizei alarmieren. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.08.2008, 23:53 Uhr

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