Zweiter Wahlgang muss Ledergerbers Nachfolge regeln

Aktualisiert am 08.02.2009

Erst in letzter Sekunde überholte Kathrin Martelli die SP-Kandidatin Corine Mauch beim Rennen ums Stadtpräsidium. Trotzdem reicht es nicht zum Wahlsieg: Martelli verfehlt das absolute Mehr um 1500 Stimmen. Mauch wurde dagegen deutlich in den Stadtrat gewählt.

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Die Stadtzürcher SP hält sich mit vier Sitzen in der Zürcher Stadtregierung. Sie verteidigte am Sonntag mit der 49-jährigen Corine Mauch das Stadratsmandat des zurücktretenden Stadtpräsidenten Elmar Ledergerber. Mauch erhielt bei einem absoluten Mehr von 35'574 Stimmen deren 46'468. Auf den SVP-Kandidaten Roger Liebi entfielen 17'909 Stimmen, auf den EVP-Bewerber Ernst Danner deren 4'842.

Die Agrar-Ingenieurin Corine Mauch lag bei der Neubestellung des Stadtpräsidiums mit 38'120 Stimmen knapp hinter der 57-jährigen FDP-Stadträtin Kathrin Martelli, die 39'408 Stmmen erhielt. Das absolute Mehr von 40'906 Stimmen verpassten beide Kandidatinnen, so dass am kommenden 29. März ein zweiter Wahlgang nötig ist.

In Zürich kann jemand nur ins Stadtpräsidium gewählt werden, wenn er auch als Stadtrat gewählt ist; dies ist bei Martelli seit 1994 der Fall. Mit Mauchs Wahl in den Stadtrat bleibt die parteipolitische Zusammensetzung des Gremiums unverändert: Er besteht weiterhin aus vier SP- und drei FDP-Mitgliedern sowie je einem Mitglied von CVP und Grünen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Frauen in dem Gremium auf vier. Die Wahlbeteiligung betrug 38,7 Prozent.

Reaktionen der Verlierer

Die beiden Verlierer der Zürcher Stadtratswahlen in der Stadt Zürich sind enttäuscht über ihre Ergebnisse. Er hätte mehr erwartet, sagte Ernst Danner (EVP) nach Auszählung von acht der neun Wahlkreise.

Als Grund für seine Niederlage gab er an, Corine Mauch (SP) habe ihm viele Stimmen weggenommen, weil sie gleichzeitig für das Stadtpräsidium kandidierte. Zudem sei sein Wahlkampf-Budget mit 50 000 Franken sehr bescheiden gewesen. Ob er im kommenden Jahr für die Gesamterneuerungswahlen antreten will, weiss er noch nicht. «Die EVP wird aber sicher einen Kandiaten stellen», kündigte er an.

Liebi kritisiert die FDP-Wähler

Auch SVP-Kandidat Roger Liebi ist mit seinem Wahlresultat unzufrieden. Einmal mehr sehe man, dass die FDP-Leute den SVP- Kandidaten nicht im selben Mass unterstützt hätten wie die SVP- Mitglieder die FDP-Kandidatin Kathrin Martelli. Ob er nächstes Jahr erneut antritt, weiss Liebi noch nicht. Er müsse sich grundsätzlich überlegen, ob es Sinn mache, drei Mal für das gleiche Amt zu kandidieren. (fsc/sda)

Erstellt: 08.02.2009, 17:25 Uhr

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