Zürich

Zwischen Moskau und Rom auf Diebestour an der Bahnhofstrasse

Aktualisiert am 11.01.2012

Bei einem Zwischenstopp in Zürich besuchten drei russische Ladendiebe Luxusgeschäfte in Zürich. Durch geschickte Inszenierungen klauten sie Waren für Tausende Franken.

Luxusgeschäft an der Bahnhofstrasse: Passanten betrachten die Auslage. (Bild: Keystone )

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Am Montag fielen Fahndern der Kapo an der Zürcher Bahnhofstrasse drei Personen nordosteuropäischer Herkunft auf. Die beiden Männer und die Frau waren äussert gepflegt gekleidet. Mehrfach inspizierte das Trio die Auslagen von Luxusgeschäften, wie die Kantonspolizei am Mittwoch mitteilt.

Obwohl die Beobachtungen klar ergaben, dass das Trio zusammengehörte, betraten die Personen ein ausgesuchtes Geschäft nicht zusammen, sondern zeitlich leicht verschoben. Dadurch wurde gegenüber dem Verkaufspersonal der Eindruck erweckt, dass es sich um verschiedene Kunden handelte.

Dieses auffällige Verhalten löste bei den Fahndern den Verdacht aus, dass es sich bei diesen Personen um Ladendiebe handeln könnte. Nachdem die russischen «Kunden» das Verkaufsgeschäft verlassen hatten, betraten es die Fahnder und befragten das Verkaufspersonal. Beim Sichten der internen Videoaufnahmen stand schnell fest, dass es sich um Ladendiebe gehandelt hatte.

Ablenkungsmanöver

Es zeigte sich, dass eine Person durch «umständliches Gebaren» das Verkaufspersonal beschäftigte, derweil die Komplizen unbeobachtet teure Kleidungsstücke entwendeten. Aufgrund dieser Tatsache wurden der 36-Jährige und seine Begleiterin noch auf der Bahnhofstrasse verhaftet. Der jüngere der beiden Männer war nicht mehr da. In den Effekten der Verhafteten konnten Kleider und Foulards im Wert von 6000 Franken gefunden werden. Das Deliktsgut stammt nachweislich aus vier Verkaufsgeschäften.

Die Abklärungen haben ergeben, dass das Trio gleichentags mit dem Flugzeug von Moskau nach Zürich gereist war. Der Weiterflug nach Rom war für den späten Abend geplant. Der 35-jährige Komplize wurde durch die Fahnder im Flughafen Zürich verhaftet. Er hatte beabsichtigt, den Flug nach Rom anzutreten.

Gefälschter Stempel

Die drei Russen hielten sich aufgrund eines in Moskau ausgestellten Visums für den gesamten Schengen-Raum in der Schweiz auf. Im Reisepass eines Verhafteten war ein gefälschter Ein-/Ausreisestempel der Grenzorgane bemerkt worden. Dadurch wäre der legale Zeitraum für den Aufenthalt im Schengen-Raum illegal verlängert worden.

Wegen bandenmässigen Diebstahls sowie Ausweisfälschung wurden die Verhafteten der Staatsanwaltschaft Zürich zugeführt, wie die Kapo schreibt.

Erstellt: 11.01.2012, 14:08 Uhr

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