Als man in Zürich mit Fettkarten zahlte

Das Essen wird günstiger in Zürich. Kaum vorstellbar, dass früher der Fleischkonsum gebüsst wurde und 200 Gramm Pasta pro Monat ausreichen mussten.

Die Nachricht aus dem Präsidialdepartement der Stadt Zürich ist erfreulich: Die Preise für Nahrungsmittel sind im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 1 Prozent gesunken. Während es uns heute an nichts fehlt und sich die Regale in den Einkaufsläden unter den Waren aus dem In- und Ausland biegen, herrschte vor genau 100 Jahren Not in Zürich.

Die Behörden waren nicht ausreichend auf die Kriegsjahre vorbereitet, die Vorräte wurden knapp, der Import stockte oder brach ganz ein. Die Folge war eine Erhöhung der Lebensmittelpreise bei gleichzeitig sinkenden Löhnen. 1918 bezog etwa ein Viertel der Bevölkerung in Schweizer Städten sogenannte Notstandsunterstützung.

Rationen, Ausfuhrverbote und Beschlagnahmungen

Der Bund begann erst ab 1917, die Grundnahrungsmittel schrittweise zu rationieren. Die Behörden prüften regelmässig die Warenvorräte und Anbauflächen und beschlagnahmten nötigenfalls Bestände, «um eine möglichst gleichmässige Verteilung derselben sicherzustellen», heisst es im statistischen Jahrbuch der Stadt Zürich von 1917. 1918 wurde das eidgenössische Ernährungsamt gegründet, das die Organisation der Nahrungsmittelversorgung regelte und folgende Rationierungsmassnahmen ergriff:

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.01.2017, 11:51 Uhr

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