Am Aussehen wird noch gearbeitet

Eckig und plump sieht Zürichs neues Tram aus. Doch sind das nur erste Visualisierungen. Das Feindesign kommt noch.

So hässlich wie auf dieser Visualisierung muss das Flexity nicht sein. Foto: Keystone

So hässlich wie auf dieser Visualisierung muss das Flexity nicht sein. Foto: Keystone

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Am letzten Dienstag haben die Verkehrsbetriebe Zürich ihr neues Tram vorgestellt, das ab 2018 durch die Stadt rollen und quietschen wird. Es ist ein Produkt der Firma Bombardier mit der Typen­bezeichnung Flexity 2. Es soll auf dem neusten Stand der Technik sein, wurde versichert: energieeffizient, wirtschaftlich, reparatur- und kundenfreundlich. Doch sieht es mit seiner steilen, eckigen Front aus wie ein Tram aus dem Ostblock vor 50 Jahren – ein Tram mit Boxernase. 70 Fahrzeuge mit einem Stückpreis von 4,28 Millionen Franken werden vorerst bestellt; 40 Jahre werden sie das Stadtbild mitprägen. Ginge es da nicht ein bisschen schnittiger und eleganter, wo doch die Stadt sogar bei Abfallkübeln und Pfosten grössten Wert auf Ästhetik legt? Die Stirnseite des Zürcher Trams erstaunt umso mehr, als von ­diesem Tramtyp ja bereits Modelle mit eleganter Front unterwegs sind, zum Beispiel in Basel oder in Blackpool.

«Das ist bloss die Visualisierung einer möglichen Variante», betont VBZ-Stabschef Andreas Uhl – visualisiert für die erste öffentliche Präsentation vom Hersteller. Das neue Tram von Zürich werde eine angepasste Front haben. Vieles beim Flexity-Tram ist vorgegeben, unter anderem Breite, Länge oder Radkästen. Mit 43 Metern ist es sieben Meter länger als die Cobra, aber gleich breit und hoch. Wo die Verkehrsbetriebe Spielraum haben, ist einiges auch bereits definiert: Die Anzahl Sitz- und Stehplätze, die Fläche für die Kinderwagen und ­natürlich die Hausfarben Blau-Weiss.

Vorn am Tram sind auch schon die Crash-Elemente, der Führerstand und die Kupplung vorgegeben, nicht aber das Aussehen der Front. Um diese zu gestalten, werden die VBZ mehrere Designer einladen, Vorschläge zu machen, die dann wiederum mit dem Hersteller abgesprochen werden müssen. Neben der Ästhetik, die 40 Jahre gefallen soll, gilt es auch, das Crash-Verhalten zu berücksichtigen. Die Nase muss überdies eine Form haben, die Passanten bei Kollisionen wegdrückt, damit sie nicht unter die Räder kommen.

Die Feinarbeit am Gesicht des neuen Trams soll bald aufgenommen und noch dieses Jahr abgeschlossen werden. Denn die ersten der neuen Trams werden schon in zwei Jahren produziert, voraussichtlich im Bombardier-Werk in Wien. Bis 2023 werden alle 70 ausgeliefert sein und die Trams 2000 ersetzen. Wie die Cobra vom gleichen Hersteller hat das Flexity-Tram einen durchgehend tiefen Boden und eine Klimaanlage. Die Fahrzeuge werden die Nummern 4001 bis 4070 haben, weshalb das neue Tram Tram 4000 heissen kann. Was nicht besonders originell tönt, sich aber besser anhört als Boxer oder Boxernase.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.05.2016, 20:59 Uhr

Das neue Zürcher Tram könnte auch aussehen wie seine Schwester in Basel. Foto: Patrik Straub (Keystone)

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