Fiala und Baumer zum Duell bitte!

Die FDP-Delegierten entscheiden, wer neben Filippo Leutenegger für den Stadtrat kandidiert.

Wahrscheinlich wird nur einer aus dem FDP-Zweierteam offiziell nominiert: Michael Baumer und Doris Fiala. Foto: Doris Fanconi

Wahrscheinlich wird nur einer aus dem FDP-Zweierteam offiziell nominiert: Michael Baumer und Doris Fiala. Foto: Doris Fanconi

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Am nächsten Dienstagabend wird im Hotel Renaissance in Zürich-West ein freisinniger Politkrimi aufgelöst. Der Vorstand der städtischen FDP unter dem Vorsitz von Präsident Severin Pflüger hat gestern Abend einstimmig entschieden: Er schlägt der Delegiertenversammlung vom 20. Juni Nationalrätin Doris Fiala, Ex-Stadtparteipräsident Michael Baumer und den bisherigen Stadtrat Filippo Leutenegger als Kandidaten vor. Allerdings sollen nach dem Willen der FDP-Spitze nicht alle drei ins Rennen um die Stadtratswahlen steigen, sondern nur zwei von ihnen. Somit wird es im Renaissance wohl zum Showdown zwischen dem 47-jährigen Baumer und der 60-jährigen Fiala kommen.

Eventuell drei FDP-Kandidaten

Allerdings ist es möglich, dass sich die Delegierten nicht dem Wunsch des Vorstandes anschliessen und alle drei in den Wahlkampf schicken werden. Sowohl Fiala als auch Baumer hatten eine solche Lösung noch vor einigen Tagen favorisiert. Zurückhaltung und falsche Bescheidenheit sei in diesem Wahlkampf fehl am Platz, sagte Baumer vor kurzem in der NZZ. Ähnlich äusserte sich Doris Fiala. Doch gemäss Pflüger haben sich FDP, CVP und SVP schon seit längerem auf ein gemeinsames Wahlbündnis mit fünf Kandidaten geeinigt – zwei Freisinnige, zwei SVPler und ein CVPler.

Darum akzeptieren Fiala und Baumer nun den Entscheid des Präsidiums: «Ich würde nichts unternehmen, um diesen Schulterschluss zu gefährden», sagt Fiala. Darum ist sie auch bereit zum Duell mit Michael Baumer: «Wenn es die Partei will, werden wir gegeneinander antreten, aber sicher mit Anstand und Respekt.» Fiala bedauert es allerdings nach wie vor, dass sie oder Baumer ausscheiden werden: «Wir wären ein kraftvolles Gespann mit praktisch gleichem politischem Profil. Zudem funktionieren wir menschlich gut.»

Wer tritt gegen Mauch an?

FDP, SVP und CVP werden also mit mindestens fünf Kandidaten zu den Wahlen antreten und damit die Mehrheit im Stadtrat anstreben. Somit ist klar, dass die Bürgerlichen auch einen Kandidaten oder eine Kandidatin fürs Stadtpräsidium nominieren werden. Das bestätigte gestern Severin Pflüger: «Ja, wir treten an.» Es sei das Ziel, den linken Block zu sprengen und den Stimmbürgern eine umfassende Alternative anzubieten.

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Wer den schwierigen Zweikampf gegen die amtierende Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) aufnehmen soll, ist allerdings noch nicht entschieden. Pflüger will erst abwarten, bis alle Kandidaten nominiert sind. Er räumt allerdings ein, dass der Präsidiumskandidat mit grösster Wahrscheinlichkeit aus den Reihen der FDP kommen wird. Nur ein Freisinniger oder ein Sozialdemokrat habe in Zürich eine genügend grosse integrative Wirkung, um die Stadtregierung zu führen. Ein Stadtrat der Alternativen oder der SVP sei dazu nicht in der Lage.

Kronfavorit für das Präsidium ist der bisherige Stadtrat Filippo Leutenegger. Allerdings käme auch Doris Fiala infrage. Sie gibt sich aber zurückhaltend: «Zuerst muss mich die Partei nominieren.» Zudem ist für Fiala klar: Sie würde nur fürs Präsidium kandidieren, wenn Leutenegger absagt. Doch davon gehe sie nicht aus.

Schlüsseldatum 4. Juli

Die Ausgangslage für die Stadtratswahlen 2018 wird sich am 4. Juli weitgehend klären. Dann entscheiden CVP und SVP, aber auch die Grünen über ihre Kandidaten. Bei der SVP ist die Sache am klarsten: Die Volkspartei wird gemäss Antrag des Parteivorstandes Ex-Kantonsrätin Susanne Brunner und Gemeinderat Roger Bartholdi nominieren, die CVP entweder Stadtparteipräsident Markus Hungerbühler oder Kantonalparteipräsidentin Nicole Barandun.

Spannend wird es bei den Grünen, denn sie wollen versuchen, den 2014 verlorenen Sitz von Ruth Genner zurückzuerobern. Darum werden sie neben dem bisherigen Stadtrat Daniel Leupi eine zweite Person ins Rennen schicken. Es wird entweder die Gemeinderätin Karin Rykart Sutter oder Nationalrat Bastien Girod sein. Die Grünliberalen schicken Kantonsrat Andreas Hauri in den Wahlkampf.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.06.2017, 23:53 Uhr

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